Back For Good: LANA DEL REY – Lust For Life

Da ist sie wieder.
Und wie schön sie immer noch ist.

LANA DEL REY.
Und die Lust auf’s Leben.
Positive Vibes, ungewohnterweise, dazu Wohlklang und dabei auch noch gut aussehen. Kann sie.
Nicht nur traumwandlerisch in ihren magisch traurigen Songs umhergeistern.

Bei Veröffentlichung solcher Alben, wie dies hier eines ist, eben wenn eine der Ikonen der Indie-Pop-Musique-Noir mit neuen Tönen um sich wirft, ist eigentlich bevor man auch nur annähernd mehr als mal reingehört hat ins neue Album in der Presse alles gesagt. Mehrfach.
Dem einen Text stimmt man zu, den anderen kann man nicht nachvollziehen, der eine jammert, der andere jubelt, man pendelt und weiß nicht genau, auf welchen der bereits am Gleis wartenden Züge man nun aufspringen soll.

Sie kann immer noch in ihrer Einzigartigkeit, die in coolem Kindchenschema und abgeklärtem Art-Künstlerin-Sein mit atemstillstandsauslösender  Stimme Widersprüche bedient, die sich mit ihrer Berühmtheit auf der einen und ihrer Person als kleine (und mittlerweile schon über dreissigjährigen!) vielgeliebte Indieprinzessin befasst, wunderbare Songs schreiben.

Und natürlich gibt es noch immer das allumfassende Liebesleid, noch immer schwärmt Lana vergangenheitsbewältigend von unerreichbaren (wer sollte für sie denn wohl unerreichbar sein?) ganzen Kerlen, kann aber auch ungewohnt nicht die Finger davon lassen, das Geschehen im White House und drumherum zu kommentieren.
Steht ihr aber nicht schlecht.

Ihre gemeinschaftlichen Rap-Vergnügen mit ASAP Rocky hätte sie sich meiner Meinung nach schenken können (vor allem Summer Bummer ist bestenfalls unnötig); nun, sie sind da und wirklich unerträglich kann sie eh nicht (Groupie Love). Ebenso gehört The Weeknd nicht wirklich zu meinen Lieblingen, zu nichtssagend sind doch seine Gesäusel meist geraten. In diesem Fall nun, dem titelgebenden
Lust for Life
kann er nicht viel kaputt machen, seine Stimme im Hintergrund hat nicht viel zu melden und man dankt dafür innerlich.

Unverändert ist dankenswerterweise Elizabeth Grants Leidenschaft zur Pose und dramatischen Poesie, die mit unendlicher Geduld vorgetragenen Liebesleiden zerplatzen wie häufig erfahren bevor sich all zu viel good vibes einschleichen. Denn keineswegs ist dies nun eine fröhliche Angelegenheit geworden oder die Abkehr von Trauer, Leid und Melancholie.
Für die aufgehellte Stimmung muss schließlich ein
nettes Grinsen auf dem Cover ausreichen.

Denn letzten Endes ist es die Verlorenheit, die zählt.
Und für die wir sie lieben.

° ° °

91/100

LANA DEL REYLust For Life
Universal, 21.7.2017

lanaco

° ° °

 

Rezension: Lana Del Rey – Honeymoon

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