Sonne in der Nacht: BIG ‡ BRAVE – Ardor

 

bigbapaschamarrow.jpg

(photo & allrights: Big ‡ Brave / Pascha Marrow)

Früher wie ich jung war gab es die Scorpions (weil wegen die kamen ja von um die Ecke), Saxon und Judas Priest. Nun, und Motorhead.
Ich habe mehr oder weniger alle gleich doof gefunden.
Heavy Metal-Gejaule, kreischende Gitarren, unerkennbarer Gesang..

Mittlerweile haben die Zeiten sich geändert und über damalige Unlieben kann ich inzwischen ernsthaft lächeln.

Auch mein Leben mit der Gitarre hat sich verändert.
Heron Oblivion und Bardo Pond sowie Konsorten seine dafür als recht aktuelle Beispiele zu Rate gezogen.

Und so ist auch das Montrealer Trio

BIG ‡ BRAVE

nun nicht unbedingt ein von Fröhlichkeit und Gleichmut glänzendes Bandprojekt.
Post-Rock, Metal, Trash – ich habe nicht den Durchblick in solche Gefilde und Verwicklungen.

Dennoch ist ihr neues Album (am .. auf dem experimentellen Metal-Label Southern Lord erschienen) ein brachiales Beispiel für Spaß an Loudness. Angereichert mit Kontrabass (Godspeed!) und Geigen (Jessica Moss) wuchern ihre Songs wie wilder Wein, gehaltvoll, unnachgiebig, langanhaltend.

Auf
Ardor
finden sich nur drei Stücke, die mit einer Länge von über zweiundvierzig Minuten aber viele der heutzutage auf den Markt kommenden „Long“player bei weitem schlägt.

Diese Stücke haben es in sich und offenbaren ein Herz zu großangelegten und genreübergreifenden Rocksongs. Mit voranpreschenden Drums, einem Wald aus Kopplung und Feedback-Gitarrenwänden beginnt der Ritt und wird im Laufe der Songs nicht müder. Riff an Riff, geschmiedet mit stahlharter Klinge, den engeligen, facettenreichen, oft traurig-klagenden Gesang, der ohne nennenswerte Refrains auskommt und dessen zum Trotz einen unglaublichen Erinnerungswert aufweist.

Sie bringen die See zum Toben, es wogen gischtüberzogene Wellen, schwappen über unseren Köpfen zusammen, zwingen zum Stoppen der Atmung, strömen unnachgiebige Kraft und Ruhe aus inmitten eines widerspenstigen Soundgestrüpps.

Eine mutige Scheibe, die voll dunkler Kraft in der Sonne zu glänzen versteht.

° ° °

90/100

BIG ‡ BRAVE Ardor
Southern Lord,

bigbraveco

° ° °

//
in english:

In these days when I was young, there were the Scorpions (because they came from around the corner), Saxon and Judas Priest. Well, and Motorhead.
I’ve more or less all found the same stupid.
Heavy metal yowling, screeching guitars, unrecognizable vocals…

In the meantime times have changed and I can now smile seriously about my opinion at that time.

My life with the sound of the guitar has also changed.
Heron Oblivion and Bardo Pond as well as consorts have consulted as recent examples.

And so is the Montreal Trio

BIG BRAVE

not necessarily a band project that shines with cheerfulness and equanimity.
Post-Rock, Metal, Trash – I don’t have the insight into such realms and entanglements.

Nevertheless, their new album (published on the experimental metal label Southern Lord) is a brute example of Loudness’s fun. Enriched with double bass (Godspeed!) and violins (Jessica Moss) their songs grow like wild wine, full-bodied, unyielding, long-lasting.

On Ardor there are only three pieces, which with a length of over forty minutes but many of the „long“players on the market today are far outnumbered.

These songs are very special and reveal a heart for big rock songs that transcend genres. With fast-paced drums, a forest of coupling and feedback guitar walls, the ride begins and doesn’t get any more tired in the course of the songs. One guitar-riff follewed by amother, forged with a steel-hard blade, the angelic, multi-faceted, often sad-moaning chant, which gets along without any noteworthy refrains and which, despite this, has an unbelievable memory value.

They make the sea run riot, waves covered with sputtering mist, swash together above our heads, force us to stop breathing, flow out relentless power and calmness in the midst of an unruly maze of sounds.

A courageous album that shines dark in the sun with full power.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..