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(photo & allrights: PHOEBE BRIDGERS / Facebook)

 ° ° °

Jesus Christ I’m so blue all the time…

In Funeral lässt

PHOEBE BRIDGERS

all ihrer Traurigkeit, von der es eine ganze Menge in ihrem noch recht kurzen Leben
(sie ist gerade 23) zu geben scheint, freien Lauf.

Mit schüchtern sanfter und dennoch ausdrucksstarker Stimme kommt sie daher, schmiegt sich an uns und wir kommen daher nicht umhin, ihr unsere Aufmerksamkeit zu schenken. Worüber wir natürlich schon nach den ersten Sekunden dankbar sind.

Es ist diese Stimme, die uns immer wieder in Erstaunen versetzt.
So unwirklich scheint sie, schwebend, einmal direkt und zugänglich, dann mehrfach übereinandergelegt, von Echos verwaschen, eine Stimmung erzeugend, die uns Geister sehen und verblichene Seelen in unseren Gedanken auferstehen lässt.
Die eine Atmosphäre schafft, in der Traum und Wirklichkeit sich nah aneinander reiben, verschwimmen, grenzenlos werden und Gestalten vor unserem inneren Auge tanzen.

Phoebe Bridgers
erzählt Geschichten.

Macht sich Gedanken um diejenigen unter uns, denen es noch schlechter geht auf dieser Welt, die andere Probleme haben als einfach mal schlechte Laune zu haben oder ein rotes T-Shirt, das in der Wäsche ein paar Höschen verfärbt hat.
Und indem sie erkennt, dass Andere größere Schwierigkeiten in ihren Leben haben, verstärkt sich hierdurch irgendwie die Unzufriedenheit und Verzweiflung.

Die Songs ihres Debüts weisen mit folkigen Elementen in die sich die akustische Gitarre mit ausufernden Pianoklängen mischt und die mit Umweltklängen kombiniert werden ihren Weg, auf dem aus zusammengestückelten Rhythmen und dem Rauschen der Straße wieder zusammengehörende Klänge entstehen.

Conor Oberst unterstützt Phoebe auf Would You Rather, John Doe kommt bei Killer dazu, um in einer gewissen Ruhe durch Erfahrung die zart-traurige Melancholie die sich durch diese Platte zieht zu bereichern. Auch Ryan Adams zählt zu ihren größten Fans.
Alles Menschen, die irgendwie ja wissen was gut ist.

Wenn in ihren Liedern (Killer) Gedankenspiele entstehen, den geliebten Menschen einfach zu töten um ihm dauerhaft nah sein zu können, wenn Verletzlichkeit und Verlassensein die unaushaltbare Begierde ersetzen (Demi Moore) scheint es ein weiter, holpriger Weg zu sein, der ins Glück führt.
Es scheint ein weiter Weg, aber die ersten Schritte sind ganz wunderbar gelungen.

° ° °

94/100

PHOEBE BRIDGERSStranger In The Alps
Dead Oceans, 22.9.2017

phoebeco

Smoke Signals
Motion Sickness
Funeral
Demi Moore
Scott Street
Killer
Georgia
Chelsea
Would You Rather
You Missed My Heart

° ° °

 

 

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in english:

All of this sadness

Jesus Christ I’m so blue all the time….

In Funeral

PHOEBE BRIDGERS

lets out of all her sadness, of which there’s quite a lot in her very short life,
(she’s just 23) seems to give free rein.

With a shy, gentle and yet expressive voice she comes along, nestles down on us and we can’t help but pay attention to her. Of course, we are grateful after the first few seconds.

It is that voice that amazes us again and again.
It seems so unreal, floating, once direct and accessible, then repeatedly superimposed on top of each other, washed away by echoes, creating a mood that lets us see spirits and resurrects faded souls in our thoughts.
The atmosphere creates an atmosphere in which dreams and reality rub against each other, become blurred, become boundless and figures dance in front of our inner eyes.

Phoebe Bridgers
tells us her special private stories.

Worries about those of us who are worse off in this world, who have other problems than just having a bad mood or a red T-shirt that has discoloured some panties in the washing-machine.
And by recognizing that others have greater difficulties in their lives, this somehow increases dissatisfaction and despair.

The songs of her debut show with folk elements into which the acoustic guitar mixes with overflowing piano sounds and which are combined with environmental sounds their way, on which from pieced together rhythms and the noise of the street again belonging together sounds arise.

Conor Oberst supports Phoebe on Would You Rather, John Doe joins Killer to enrich the melancholy that runs through this record in a certain tranquillity through experience. Ryan Adams is also one of her biggest fans.
All people who somehow know what’s good.

When in their songs (Kller) mind games are created to simply kill the loved one in order to be permanently close to him, when vulnerability and abandonment replace the unstoppable desire (Demi Moore) it seems to be a further, bumpy way leading into happiness.
It seems a long way, but the first steps have been wonderfully successful.

 

 

 

 

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