Ton in Ton: MIMICKING BIRDS – Layers Of Us

Nach ihrem interessanten, experimentell wirkenden aber letztlich dennoch sehr eingängigen Werk EONS ist eine geraume Zeit vergangen, in der die

MIMICKING BIRDS

nicht untätig herumsassen, sondern mit ausgiebigen Touren und den nun vorliegenden neuen Songs ihres soeben erschienenen Albums
Layers Of Us
herumtüftelten.

Beste Voraussetzungen, wenn eine Band in der Vergangenheit begeistert hat um neue Töne zu präsentieren. Sicher ist dann die Erwartungshaltung hoch, für qualitativ hochwertige Musik sollte das doch aber eher ein Ansporn sein als die Möglichkeit, sich auf schon welkem Lorbeer auszuruhen.

Leider ist in diesem Fall eher eine zwar bemühte Sammlung oft interessanter Songs, nur selten damit aber auch eine erfolgreiche Verteidigung bester Startlistenplätze herausgekommen.

Sphärisch gleiten wir mit Dust Layers ins Album hinein, verzwickelte Breaks schaffen eine gewollte Spannung, stören aber mit elektrischem Geblubber vorerst ein angenehmes Ankommen.

Another Time machen es uns da schon einfacher. Ein sanft vor sich hin gleitender Song, der Band Of Horses-ähnlich anschleicht und sich wie eine Decke auf einer bunten Blumenwiese vor uns ausbreitet, bereit, uns in sich aufzunehmen.

Die ersten an frühere Veröffentlichungen erinnernden Klänge dann mit Sunlight Daze, hier überlagert sich gekonnt der Gesang, hier pulsiert alles vor sich hin, ergreift, ergibt Tiefen, in die wir uns gern hinabstürzen, uns fallen lassen. Wer schon einmal von einem Felsen ins Meer gesprungen ist, kann ungefähr nachvollziehen, was ich meine.
Toller Song.

Zurückhaltender dann im Folgenden: Island Shore beeindruckt durch ein verspieltes im Hintergrund ablaufendes Uhrwerk an kleinen Besonderheiten, ein geklöppelter Rhythmus sei nur am Rande erwähnt, immer wieder einsetzende smoothe Gesänge halten die positive Stimmung gekonnt fest.

Great Wave ist ein Song, der ohne klare Linienführung auskommt und daher eine Entdeckung wert ist.

A Part beginnt folkloristisch, bahnt sich seinen Weg, die Gesangslinien erinnern mich an das Manchester Orchestra, leider ist dies kein positives Zeichen sondern Teil eines sich nähernden Genervtseins.

Belongings hingegen verfügt wieder über ein Geheimnis, im Inneren, neben dem allzu offensichtlich hörbaren kommt hier ein verstecktes, leise glühendes Inneres zum Vorschein, dass in Soundwällen und schwirrenden Synthiepassagen auf dem Sprung ist.

One Eyed Jack als Abschluss noch einmal ein gelungenes Stückchen Musik, eher leise vor sich hin schleichend und als Rausschmeisser gut platziert.

Zu gleichförmig mit croonig-hochstimmigem Gesang schleichen ein Lied nach dem anderen an uns vorbei, ohne wirklich intensiv einmal einfach auf den Tisch zu hauen und Aufmerksamkeit zu fordern.
Die Songs, die eine Ausnahme darstellen sind rar, dann aber recht schnuckelige Kunstwerke, die auch ein mehrfaches Anhören durchaus rechtfertigen.

Alles in allem, eine Abkehr vom Unförmigen und etwas Sperrigem hin zu universal einsetzbarem Liedgut, das leider nur eine geringe Aufmerksamkeitsspanne benötigt und somit eher in Mittelmäßigkeit und Versuchen stecken bleibt.

° ° °

74/100

MIMICKING BIRDSLayers Of Us
Glacial Pace Recordings, 26.01.2018

Dust Layers
Another Time
Sunlight Daze
Island Shore
Great Wave
A Part
Belongings
Lumens
Time To Waste
One Eyed Jack

° ° °

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