MARLON WILLIAMS

kommt aus Neuseeland, sein neues, zweites Album
Make Way For Love
erscheint am 16. Februar auf Dead Oceans und hält die ein oder andere Überraschung für uns parat.

Bryan Ferry fällt mir ein, Chris Isaak, Jarvis Cocker. Männer, die die Liebe kennen.
Und die in der Lage sind, Lieder über dieses die Menschheit seit immer und ewig beschäftigende Thema zu singen.

Wenn man dabei manchmal ein wenig tief in die Butter, entschuldigt, in die Kiste mit den Gefühlsduseleien greift, so sei das verziehen.
Denn in Angesicht der Übermacht der Gefühle steht er dennoch, von Liebe gebeutelt, seinen Mann.

Songs voll überbordender Gefühlswallung mit unverwechselbarer Stimme dargeboten, vom Leid des Endes, der tiefsitzenden Verzweiflung weil die Gefühle nicht auf Gegenseitigkeit beruhten, weil man sich auseinandergelebt hat, weil es eben nicht geklappt hat.
Das passiert ab und an, vielen Menschen, jeden Tag. Es passiert allen anderen, nur nicht einem selbst.
Und wenn doch, dann.. schreibt man wahrscheinlich solche Lieder.

Mit seiner weichen, schmeichelnden und vermeintliche Wunden leckenden Stimme haucht er jedem noch so kitschig daherkommenden Klang im passenden Timbre das notwendige Leben ein.

Seine persönliche Leidensgeschichte mit der gescheiterten Beziehung mit Aldous Harding gipfelt in einem gemeinsam intonierten Duett in Nobody Gets What They Want Anymore und macht den Titel zu einem der Höhepunkte auf diesem Hoch auf das ehrlichste, das verwirrendste Gefühl das wir kennen.

Das Leid ist ihm gegeben, hier findet er die Möglichkeit, den ganzen Schnodder einmal loszuwerden und der Hörerschaft zum Fraß vorzuwerfen.
In all seiner potentiellen Verzweiflung gelingen dabei Songs abseits des ihm anhängenden Country-Flairs, Songs, die in all ihrer Tiefe bisweilen einen ironischen Unterton nach dem Motto ‚Ich hab’s doch gewusst!‘ in sich tragen.

So war der Entstehungsprozess seiner neuen Lieder ein heilsamer Weg, er hat nicht mehr das Gefühl der Enge und Verzweiflung in sich, nicht mehr ausschließlich, er suchte den besten Weg, mit seinen Erlebnissen umzugehen und diese zu verarbeiten. Hier ist nun das Ergebnis, dass nicht nur dem Künstler selbst hörbare Freude bereitet.

° ° °

84/100

MARLON WILLIAMSMake Way For Love
Dead Oceans, 16.2.2018

 

Come To Me
What’s Chasing You
Beautiful Dress
Party Boy
Can I Call You
Love Is A Terrible Thing
I Know A Jeweller
I Didn’t Make A Plan
The Fire Of Love
Nobody Gets What They Want Anymore
Make Way For Love

° ° °

 

 

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