(photo & allrights: LOMA / Bryan Parker)

° ° °

Ein neues Projekt, eine erste Platte – mit genügend Vorlauf.
Im Herbst letzten Jahres kam die Meldung, dass Shearwater-Frontman Meiburg ein neues musikalisches Tete A Tete am Laufen haben soll..
Kurz darauf dann die ersten Klänge dieser Zusammenkunft von Jonathan Meiburg mit Emily Cross und Dan Duszynski (die gemeinsam als Cross Records musizierten) unter dem Namen

LOMA

Nun ist es dann also soweit, der Langspieler erscheint.

Emily Cross, ihres Zeichens verantwortlich für die lyrische Umsetzung der Songs auf diesem Album macht es einem auch wirklich leicht, sie zu mögen.
Leicht wie eine Feder schafft sie es auch dunkel gefärbtere Songideen (wie die erotisierend angehauchte erste Singleauskopplung Black Willow) in einem verheißungsvollen Schimmern glänzen zu lassen, es ist wie eine Melange aus Unmittelbarkeit, grenzenlos scheinender Leichtigkeit und schwerem Mut auf der anderen Seite, wenn es thematisch um vertrackte Situationen geht, aus denen kein Ausweg sonderlich bequem scheint.

Ihre gemeinsame musikalische Vergangenheit hat sie zusammengeführt:
Die drei waren 2016 auf gemeinsamer Tournee (Shearwater & Cross Record) und kamen sich dort musikalisch näher, besprachen eventuelle Ideen, Gedanken, Vorlieben.
Meiburg war beeindruckt vom Sound dieser hochemotionalen Zwei-Mann-Band, angetan und überrascht, wie ausgeklügelt sie klangen, wie umfassend, wie perfekt.

So bekamen brüchige, sporadische Songideen plötzlich Körper, wurden greifbar und als sich die drei in ein Haus in der Nähe von Austin zurückzogen, schien ein mögliches Album schon nach kurzer Zeit greifbar nah, so sehr ergänzten sie sich in ihrer Musik und Arbeitsweise. In den nächsten Monaten trafen sie sich dort immer wieder, in einer manchmal wie verzaubert wirkenden Atmosphäre fingen sie so gut es eben ging auch Geräusche ihrer Umgebung ein, seien es Zikaden oder Vögel, seien es bellende Hunde wie in Sundogs.

So begaben sie sich auf eine gemeinsame, sie selbst überraschende Reise, durch neu entdeckte Stimmen (bei einer Aufnahme kam es zu einem in falscher Geschwindigkeit aufgenommenem Gesang von Emily, wiedergegeben klang sie auf einmal seltsam fremd, zwar noch nach sich selbst aber tiefer, vertraut und doch ungewohnt) und Begebenheiten, eine Reise, die hier mit ihren Songs des Debütalbums zusammengestellt wurden.

Traumgleiche Sequenzen, energische Instrumentation, ein einfühlsames Zusammenspiel, so als hätten die drei schon immer gemeinsam musiziert.

Eine überraschende Reise mit der letztendlichen Erkenntnis, dass jedes Ende auch ein Beginn von etwas Neuem darstellt, dass etwas Vertrautes und Gewohntes seinen Platz räumen muss, um den Weg zu ebnen für erstaunliche, neue Erlebnisse und Möglichkeiten.

° ° °

90/100

LOMALoma
16.2.2018

Who Is Speaking
Dark Oscillations
Joy
I Don’t Want Children
Relay Runner
White Glass
Sundogs
Jornada
Shadow Relief
Black Willow

° ° °

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.