(photo & allrights: GLISS / Mygind Haarh / fb)

° ° °

Zurück vom Himmel.
Unterwasseratmen war früher (Langsom Dans, 2013).

GLISS

das Berliner Duo (Kopenhagen/Los Angeles) bestehend aus
Victoria Cecilia und Martin Klingman
kommt zurück mit ihrem neuen Album
Strange Heaven
und es werden hier wieder ein paar Popperlchen unter dem Himmel verteilt, die uns ein Wohlgefühl verschaffen und eine kurzweilige halbe Stunde voller Sounds und Klänge bieten, die in Shoegazehimmel einen Platz auf dem Treppchen verdient hätten und in einer gerechteren Welt.. wäre natürlich alles anders und diese Kapelle schon längst über die Maßen bekannt.

Es beginnt gleich mit einem zum Jauchzen schönen Reverb-Gitarren-Schmankerl, My Lie, welches auch schon vorab zu hören war. Zwischen eingespielten halldurchzogenen Vocals schwebt Victorias Stimme über allem und führt uns brav und energiegeladen durch’s Programm.

Ja Ja besticht in vermeintlicher Ruhe durch seine Zurückhaltung, sie haben den geschickten Dreh zwischen engelhaft schwebenden Lyrics und dem ebenfalls nicht zu verachtendem männlichen Gegenpart fast zur Perfektion gebracht. Ein Meer aus Melodieblüten ergießt sich über uns und lässt uns eintauchen in ihre spannungsdurchzogenen Songs, die einfach gute Laune ausdrücken und eine Menge Spaß transportieren.

Dreampop, Noisepop, Shoegaze, egal wie Du es für Dich nennen möchtest, eine wundervoll abwechslungsreiche Handreichung in eben jenen Genrebezeichnungen wird hier geliefert.

Mit ihrem eben erschienenen
Strange Heaven
machen sie ungefähr an der Stelle weiter, an der sie vor knapp drei Jahren mit Pale Reflections endeten.

S-Bahn kommt für

GLISS

Verhältnisse ungewöhnlich düster daher, ein geheimnisvoll dunkles Synthie-Plingpling im Hintergrund, überlagert von schwebend dunklem Klang in dem eine mutmaßlich geheimnisvolle Stimme die Führung übernimmt.

Der Titelsong gleitet in ein stürmisches Fahrwasser: Ein pulsierender Rhythmus, ein Ziehen hier, ein Gitarrenzerren dort, eine haunting-Stimmung, ein gefahrvoll wirkendes, impulsives Pulverfass mit schmerzenden Einschüben, ein Meer aus Tönen, ein von Hall und Klang elektrifiziert scheinendes überbordendes Stück.

Heisere Aufgeregtheit dann zum Ende hin: Something Here ist das wildeste Stück; was Ride und The Jesus And Mary Chain konnten, haben

GLISS

gefühlt schon mit ihrer Babymilch inhaliert, die schallend-hallerfüllten und mit Liebesschmerz verzerrten Gitarren scheinen genau hier richtig zu sein, als hätten die zwei eben genau diese Klänge erfunden.

Hier wird eine ziemlich großartige, meist kühl scheinende, im nächsten Moment aber dermaßen ans Herz gehende melodische coole Atmosphäre zelebriert, die einen in jedem einzelnen Song einfängt und für sich vereinnahmt.

° ° °

92/100

GLISSStrange Heaven
Kraftwööd Music Fabrik (9.2.2018)

My Lie
Ja Ja
Hand To The Wall
Broken Minds
S-Bahn
Strange Heaven
Plato In The Cave
Something Here
West End
Hold Your Breath For Me

° ° °

 

// in english:

Farewell, dear little World.

Back from heaven.
Underwater-breathing was then (Langsom Dans, 2013).

GLISS

the Berlin Duo (Copenhagen/Los Angeles) consisting of
Victoria Cecilia and Martin Klingman
comes back with her new album
Strange Heaven
and again a few poppers are distributed under the sky, which give us a feeling of well-being and offer us a short half hour full of sounds and sounds, which would have deserved a place on the podium in Shoegazeheaven and in a fairer world… of course everything would be different and this chapel would have been well known for a long time already.

It starts right away with a reverb guitar treat, My Lie, which can be heard in advance. Victoria’s voice floats above everything between rehearsed, reverberant vocals and guides us through the program with a lot of energy.

Ja Ja Ja impresses in supposed tranquillity through his restraint, they have almost brought the skillful twist between angelically hovering lyrics and the equally not to be despised male counterpart to perfection. A sea of melodic blossoms gushes over us and lets us immerse ourselves in their exciting songs, which simply express good humour and transport a lot of fun.

Dreampop, Noisepop, Shoegaze, no matter what you want to call it, a wonderfully varied handbook in those genre names is delivered here.

With their newly released
Strange Heaven
they continue about where they ended up with Pale Reflections just under three years ago.

S-Bahn is coming darker than usual for

GLISS

Sound like a mysterious synthie-plinging in the background, superimposed by a hovering dark sound in which a supposedly mysterious voice takes the lead.

The title song glides into a stormy fairway: a pulsating rhythm, a pulling here, a guitar tugging there, a haunting mood, a dangerously impulsive powder keg with painful shots, a sea of tones, an overflowing piece that seems to be electrified by reverberation and sound.

Thirsty excitement at the beginning of the end: Something Here is the wildest piece Ride and The Jesus And Mary Chain could have had

GLISS

had this feeling already inhaled with their baby’s milk, the clangor-filled guitars distorted with love pain seem to be exactly right here, as if the two had invented exactly these sounds. Just for us.

Here they celebrate a pretty great, mostly cool and seemingly strange melodic and cool atmosphere, which captures you in every single song and captures you for itself.

 

Ein Kommentar zu „Lebe wohl, kleine Welt: GLISS – Strange Heaven

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