Schwarzlicht: ANNA VON HAUSWOLFF – Dead Magic

annabagianlucagrasselli.jpg

(photo & allrights: ANNA VON HAUSWOLFF / Gianluca Grasselli / fb)

° ° °

Na, so lob ich mir das.
Endlich mal ein übersichtliches Scheibchen mit nur fünf Stücken!
Da kann man sich ganz schnell die Titel merken. Und mitsingen!

Doch – Halt!

ANNA VON HAUSWOLFF

ist zurück.
Und sie ist heuer noch tiefer gesunken in eine Welt der Dunkelheit, mystisch, nebelverhangen, kreativ.

Fast könnte man, sieht man sich das durchaus unschöne Cover an, Hexenbeschwörungen inside vermuten und einen entsprechend fehlenden Warnhinweis nachtragen wollen.

Mountains Crave war vor sechs Jahren mein Song des Jahres, voll Bombast und einer unbeschreiblichen morbiden Ausstrahlung und Energie einer jungen Künstlerein.

Ein paar Jahre sind ins Land gezogen, die Künstlerin ist noch immer jung und hat an Ausstrahlung nichts verloren, im Gegenteil, sie hat eine Entwicklung durchgemacht, die sie in ihrer Einzigartigkeit noch ausgegprägter hat.

Ein irreales Sammelsurium kirchenartig bombastöser Soundmalerei die vor nichts halt zu machen scheint. Beschwörend und murmelnd, in sich stetig steigernder Ungeduld, gefüllt mit Sehnsucht und traumatischen Formeln, deren wahrer Inhalt im Verborgenen bleibt, in der Schattenwelt, in die uns hier ein monumentaler Einblick gewahr wird.

Der Tod und die allgegenwärtige Angst, die Unsicherheit der Menschheit, was nach dem irdischen Leben einen Jeden erwartet, beschäftigt uns seit ehedem und darüber hinaus.
Der Tod als zentrales Thema, die Mystik und das Ende stehen auch hier wieder als in Klang umgesetztes Leid im Mittelpunkt. Ein Kreislauf von Leben und Tod, der nie endet und nie geklärt werden wird.
Der Tod ihrerselbst als Protagonistin in eigenenen unheilvollen Klangewelten ist mehr als eine Metapher: Die Angst vor dem Ungewissen ist es, die sie umtreibt und die hier einmal mehr eine seltsame Form von Urgewalt und Hoffnungslosigkeit präsentiert.

Gesanglich zwischen schmeichelnder Lieblichkeit (Ugly & Vengeful) und hexenartig herausgeschriener Goth-Doom-Mentalität (The Mysterious Vanishing Of Electra) in Verbindung mit klassizistischen Elementen (wie der immer irgendwie im Vordergrund tönenden Pfeifenorgel) erzeugt ihre Musik Gänsehautatmosphäre die nicht zu greifen ist, lässt eine Welt des Jenseitigen erahnen und lässt in ihrer trauernden Kompromisslosigkeit immer irgendwo eine kleine Kerze der Hoffnung und der Heilung schimmern.

° ° °

91/100

ANNA VON HAUSWOLFFDead Magic
City Slang, 2.3.2018

annaco

The Truth, The Glow, The Fall
The Mysterious Vanishing Of Electra
Ugly And Vengeful
The Marble Eye
Källans Ateruppståndelse

° ° °

 

// in english:

Blacklight

Well, so I like that.
Finally a clear slice with only five pieces!
You can quickly remember the titles. And sing along!

No – stop!

ANNA VON HAUSWOLFF

is back.
And this year she has sunk even deeper into a world of darkness, mystical, foggy, creative.

You could almost, if you look at the quite unattractive cover, suspect witchcraft charms inside and want to add a correspondingly missing warning.

Mountains Crave was my song of the six four years ago, full of bombast and an indescribable morbid charisma and energy of a young artist.

A few years have gone by, the artist is still young and has lost none of her charisma. On the contrary, she has undergone a development that has made her unique.

An unreal collection of church-like bombastic sound painting that seems to stop at nothing. Summoning and mumbling, ever-increasing impatience, filled with longing and traumatic formulas whose true content remains hidden, in the shadow world, into which a monumental glimpse becomes aware here.

Death and the ubiquitous fear, the insecurity of mankind, what awaits us after the earthly life of everyone, has occupied us ever since and beyond that.
Death as a central theme, mysticism and the end are once again the focal point here as suffering translated into sound. A cycle of life and death that never ends and will never be resolved.
The death of herself as a protagonist in her own sinister worlds of sound is more than just a metaphor: it is the fear of the unknown that drives her around and which presents a strange form of elemental force and hopelessness once again.

Vocally between flattering sweetness (Ugly & Vengeful) and the mysterious Vanishing Of Electra in combination with classicistic elements (like the pipe organ, which always sounds in the foreground somehow in the foreground), her music creates a goose-pimpled atmosphere which cannot be grasped, gives a glimpse of a world of the other side and in its mourning compromise makes you feel hope and healing.

 

 

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