grisdelinsonnehp

(photos & allrights: GRIS-DE-LIN / hp / Kazland)

° ° °

Ein merkwürdiger Name und noch ein merkwürdigerer Name.
Also

GRIS-DE-LIN

an sich klingt ja schon bemerkenswert, dann aber ein Album auch noch
Sprung
zu nennen..?!

Ein Album, das seine Vielfältigkeit in verschiedensten Klangwelten offenbart: Ein schräges, wild-hämmerndes wie einfühlsam bedächtig tönendes. Mit bezaubernden Phrasierungen, die einem ein freudiges Jauchzen entlocken können, die dazu anregen, sie gleich noch einmal hören zu wollen.
Doch bevor man die Scheibe von vorn startet, sollte man sich die Zeit nehmen, sie in Ruhe für sich zu entdecken. Und jene genannten Melodiewandlungen tauchen dankenswerterweise des öfteren auf.

Mit Your Ghost startet das Debüt der jungen Musikerin aus Dorset mit einem verhalten zum Schunkeln einladenden Eröffnungsstück, in mehrstimmig dargebotenen, sich wiederholenden Beschwörungen mit stampfender Rhytmik, sich steigernd und durchzogen von allerlei seltsamen Klängen.

Birthday als nächster Song fällt als erstes die Sehnsucht in der Stimme auf, die zum Verweilen und Träumen einlädt mit einem Refrain zum Hineinsinken, voller Wärme und Sonnenschein, verspielt und dennoch ein wenig wehmütig. Hingekleisterte Gitarren stören nicht, erweitern das Spektrum nur um ein paar Nuancen.

Orientalisch anmutend dann im folgenden The Kick, es schleicht heran und bläsert schräg herum, in Versatzstücken eingeworfene Lyrics
wecken Erinnerungen an Love Is All.

Sympathische Verrücktheit gepaart mit einem Gespür für den richtigen Ton zum richtigen Zeitpunkt.

Xylophoneinlage dann zum Song über Mohammad Ali, ein rechtes Wirrwarr an Klang, der über choralartige Einspielungen Fahrt aufnimmt um erneut in frischem Durcheinander zu münden.

Das Titelstück, immerhin Tageslied vor einigen Wochen, besticht durch ein hinterrücks überrennendes gitarrenunterlegtes mit gehöriger Dramatik ausgestattetes labyrinthähnliches Wesen, durch das uns

GRIS-DE-LIN

lachend führt, während sie unbeirrbar ihren Weg fortsetzt.

Ihr erstes Album beschreibt einen längeren Entstehungsprozess, in dem viel in ihrem Leben geschehen ist. Schon immer liebte sie es, zu singen, seit sie 14 war spielte sie in ihrer ersten Band und verbrachte viel Zeit damit, Musikinstrumente in Tourwagen ein und wieder heraus zu laden.

Die Songs des Albums entstanden wie ein Experiment, einfach mal machen und sehen, was daraus wird. Es war befreiend, den Großteil des Albums selbst in die Hand zu nehmen, die Instrumente zu spielen. Ihre Texte handeln großteils von persönlichen Erlebnissen, die es einfach erforderten, sie der Welt zu erzählen.

Die zweite Hälfte des Albums begint knallend und rockig, Scout Niblett / Emma Ruth Rundle kommen mir in den Sinn.
Dead Wife hat wieder diese unglaublich coole Melodie, die man wieder und wieder und noch einmal hören möchte.

Marching Band träumt in der Sonne. Ein stiller Rocksong, der sich rundherum einfach gut macht, dann urplötzlich losbricht ohne an Form zu verlieren.

I’m The King kommt dann röhrend und krachend über uns, die im Hintergrund gehaltene Erzählstimme mit verstörendem Blues-Einschlag schafft einen Aufbruch darzustellen, ein dringendes Wollen.

Underground ist dann letzten Endes ein in sich zu ruhender Abschluß,
ein abruptes Ende inklusive.

° ° °

91/100

GRIS-DE-LINSprung
BB*Island, 9.3.2018

grisco

 Your Ghost
 Birthday
 The Kick
 Muhammad Ali
 Sprung
 Reprise
 Dead Wife
 Russian Korg
 Marching Band
 I’m the King
 Underground

 

 

in english:

A strange name and another strange name.
So

GRIS-DE-LIN

might sound remarkable in itself, but then an album-title like
Sprung?

An album that reveals its diversity in different sound worlds: A weird, wild hammering as well as sensitive and thoughtful sounding.
With enchanting phrasing, which can elicit a joyful cheering that inspires you to want to hear it again right away.
But before you start the disc from the beginning, you should take the time to discover it in peace and quiet.
And thankfully, those melodic transformations that have been mentioned often occur.

With Your Ghost, the debut of the young musician from Dorset starts with an opening piece that invites to swaying, in multiple voices and repeating incantations with stomping rhythms, increasing and interspersed with all kinds of strange sounds.

Next song, Birthday, is the first song to draw attention to the longing in the voice, which invites you to linger and dream with a chorus to sink in, full of warmth and sunshine, playful and yet a little melancholy.
Glaciated guitars don’t bother you, they only add a few nuances to the spectrum.

Seeming oriental then in the following The Kick, it sneaks up and blows around obliquely, lyrics thrown in pieces of offset music
arouse memories of Love Is All.

Sympathetic madness paired with a sense of the right tone at the right time.

Xylophone interlude then to the song Mohammad Ali, a right confusion of sound, which takes off over choral-like recordings to once again lead into fresh confusion.

The title track, after all, Song Of The Day a few weeks ago, captivates us with a back-running guitar-guitar-guitar-layered, labyrinth-like creature equipped with a lot of drama.

GRIS-DE-LIN

laughing while she continues her way unswervingly.

Her first album describes a long process of creation in which much has happened in her life. She has always loved to sing since she was 14, she played in her first band and spent a lot of time loading musical instruments into and out of tour cars.

The songs of the album were created like an experiment, just do it and see what happens. It was liberating to take most of the album into your own hands and play the instruments. Most of her lyrics deal with personal experiences that simply made it necessary to tell the world.

The second half of the album starts banging and rocking, Scout Niblett / Emma Ruth Rundle come to mind.
Dead Wife has got this incredibly cool melody again and again and again and again.

Marching Band seems like a dream in the sun. A quiet rock song that makes itself good all around, then suddenly breaks loose without losing its form.

I’m The King then comes roaring and crashing over us, the narrative voice held in the background with disturbing blues impact creates a departure, an urgent desire to depict.

Underground is ultimately a self-contained conclusion,
including an abrupt end.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.