Sommerregensonnenschein: THE ESSEX GREEN – Hardly Electronic

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(photo & allrights: THE ESSEX GREEN)

° ° °

Mit einer freundlichen Orgel wird man in dieses mehrstimmige Sommergesinge hereingebeten, um diesen fröhlichen Klängen, dargeboten von

THE ESSEX GREEN

auf ihrem neuen Langspieler
Hardly Electronic
beizuwohnen.

Und natürlich um den ein oder anderen Klang im Kopf zu behalten, beschwingt mitzuwippen und sich dabei ein wenig zurückversetzt in Zeit und Raum zu fühlen.

Nach ihrem 2006er Album Cannibal Sea wurde es vorerst einmal ruhig, sehr ruhig, nachdem bereits 1999 das Debüt der jungen Band erschienen war.
Und nun, unendliche Zeiten später…

Melodien die von Singalong a la Belle And Sebastian zu anderen gut gelaunten Boy-Girl-Beach-Sound-Bands herüberleiten, begleitet von Piano, Orgel, Holzblasinstrumenten und meist bedeckt gehaltener, dezenter Gitarre.

Sloane Ranger wie gesagt macht den Einstieg leicht.
The 710 kommt mit eben jenen jingel-jangel-Damen, die mit „Come On Come On, You And Me„-Lyrics die bereits im Eröffnungsstück vorgegebene Richtung vertiefen.
Irgendwo in den Oldie-Zeiten von 1950 bis 1970 könnte dies angesiedelt sein.

Gekonnt dann im nachfolgenden Don’t Leave It In Our Hands die Einleitung mit männlichem Gesang, der volltönend und mit großem Oh-La-La.. und eingängigem Refrain aufschwingt in ungeahnte PopHymnen-Höhen, wunderbarer Chor, hier wird einfach alles richtig gemacht, ob es das bassige Zwischenspiel, die fegende Gitarre oder die von allen Seiten auf uns einströmenden Gruppenchöre sind, Zwischenrufe wie bei den B52’s.. Es ist ein reichhaltiges Angebot überraschender Songs, die es mit Leichtigkeit schaffen, seine Hörerschaft nur hingebungs- und genussvoll lauschen zu lassen. Wunderbar.

So geht es weiter und weiter, schließlich warten hier 14 Songs auf uns, in denen sich Sasha Bell und Chris Ziter sanft die Gesangskugel zuwerfen, hin und her, wieder zurück und dann zusammen.

Wenn ihr Musik mögt, die nie aufdringlich sondern eher sanft zurückhaltend und doch impulsive Reaktionen herausfordert mögt, einen Kammerpop mit latentem Hang zu psychedelisch-wirren Ansätzen, die eine magische Anziehungskraft besitzt und Dich auf eine entspannte Radtour in blühender Natur einlädt, an deren Ende eine Picknickdeckchen mit Käse, Wein und sanften Drogen auf Dich wartet, komm näher, komm „Down Down Down“ (Gitarrenspiel an, Modern Rain)

Pure Magie und Nostalgie, wie ein Leben in einem Paralleluniversum, in dem die Zeit auf ungeklärte Weise still zu stehen scheint, ebenso wie der stets und stetig auf Dich herabtropfende honigsüße Sommerregensonnenschein.

(Über Bye Bye Crow verliere ich keine Worte. Darüber höre ich gekonnt hinweg – mit einem leicht verzogenen Grinsen. Der Tee für Omas Freundinnen steht auf dem Tisch, der Kräuterschnaps und die Bingo-Spielkarten liegen gut erreichbar in der Schublade).

° ° °

95/100

THE ESSEX GREENHardly Electronic
Merge, 29.6.2018

essexgreenco

Sloane Ranger
The 710
Don’t Leave It In Our Hands
In The Key Of Me
Modern Rain
Catatonic
Patsy Desmond
Bye Bye Crow
Waikiki
January Says
Slanted By Six
Smith & 9th
Another Story
Bristol Sky

° ° °

 

// in english:

Summerrainsunshine

With a friendly organ everyone is invited to be present at the meeting with this summer singing, these cheerful sounds, performed by

THE ESSEX GREEN

on her new longplayer
Hardly Electronic
.

And of course to keep one or the other sound in mind, to bounce along and feel a little back in time and space.

After their 2006 album Cannibal Sea it became quiet, very quiet for the time being, after the debut of the young band had already been released in 1999.
And now, infinite times later…

Melodies that lead from Singalong a la Belle And Sebastian to other good-humoured boy-girl beach sound bands, accompanied by piano, organ, woodwind instruments and mostly covered, discreet guitar.

Sloane Ranger makes the entry easy.
The 710 comes with these Jingle-Jangle-Ladies who deepen the direction already set in the opening piece with „Come On Come On, You And Me„-Lyrics.
Somewhere in the oldie times from 1950 to 1970 this could be located.

In the following Don’t Leave It In Our Hands the introduction with male vocals, the full-sounding and with great Oh-La-La… and catchy chorus resonates in undreamt-of pop hymn heights, wonderful choir, here everything is simply done right, whether it is the bass interlude, the sweeping guitar or the group choirs streaming in from all sides, interjections like in the B52’s… It is a rich offer of surprising songs that easily manage to make their listeners listen only with devotion and enjoyment. Wonderful.

So it goes on and on, finally 14 songs are waiting for us, in which Sasha Bell and Chris Ziter gently throw each other the singing ball, back and forth, back again and then together.

If you like music that is never obtrusive but rather softly reserved and yet challenges impulsive reactions, a chamber pop with a latent tendency to psychedelically confusing approaches that has a magical attraction and invites you on a relaxed bike tour in blossoming nature, at the end of which a picnic table with cheese, wine and gentle drugs awaits you, come closer, come „Down Down Down Down“ (playing guitar starting, Modern Rain)

Pure magic and nostalgia, like life in a parallel universe in which time seems to stand still in an unexplained way, as well as the honey-sweet summer sunshine dripping down on you all the time.

(About Bye Bye Crow I don’t lose a word. I skilfully overhear – with a slightly twisted grin. The tea for Grandma’s friends is on the table, the herbal liquor and the bingo playing cards are easily accessible in the drawer).

 

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