Eher, nun ja, halb: THE VRYLL SOCIETY – Course Of The Satellite

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(photo & allrights: THE VRYLL SOCIETY / FB)

° ° °

Überraschend zahm und ohne großartig auffallende klangliche Widerhaken beginnt das Debüt der jungen Herren der

VRYLL SOCIETY

mit dem Titelsong ihres Debütalbums
Course Of The Satellite.

Fast wie die Einleitungsmusik zu einem unanständigen Nacktfilm aus den endenden 70ger Jahren gemischt mit Bee Gees-Power tönt uns das langgezogene Haaaaaaahaaaaa-Haaaaa-haa-haaaaaa entgegen, es bleibt kaum Zeit zum Luftholen, die heranpirschende Psychedelisch leicht angetupfte Gitarre verwischt ein wenig, holt aber keine Eisen aus dem Feuer.

Groß angelegte Werbemaßnahmen bei Facebook haben uns in den letzten Wochen wieder und wieder auf die anstehende Veröffentlichung hingewiesen, auch PR-Unternehmen überschlugen sich in Ankündigungen.

Dafür, mal ehrlich, dafür ist das, was uns hier abgeliefert wird ein wenig wenig.

Nicht übel, im Gegenteil, es macht durchaus Spaß sich hier durch- und hineinzuhören, wirklich im Gedächtnis aber oder gar im Bauch bleibt einfach nicht vieles.

Dabei standen die Vorzeichen durchaus günstig: Mit ihren Singles, die in unregelmäßigen Abständen auf den Markt geworfen wurden, erregten sie immer wieder Aufmerksamkeit und verhinderten ein Abgleiten in die Vergessenheit.

Gern genommen auch die Rückwärtsgitarren wie dann in Charlatans/The Farm-Manier zu A Perfect Rhythm.
Eine einnehmende Melodie bewahrt uns vor weiterem Unheil, sich wiederholende Lyrics schaffen in etwa einen refrainartigen Entwurf.

Die letzte Single, Andrei Rublev, verfügt mit seinen langgezogenen hochstimmigen Vocals ebenfalls über einen rave-artigen Background, jedoch wird hier alles einfach eingepackt und mitgenommen, in eine erzählende Reise mit unterhaltsamen Begleittönen, die hier experimentell quasi vor uns her treiben.

So gibt es breit angelegte Keyboards, die mal spontan daherspriessen, dann wieder wie in einer spacigen Traumlandschaft schimmern, dann wieder einfach die Hintergrundbebilderung darstellen.

Man könnte sagen, ein durchgehend unterhaltsames Ding, man könnte meinen, es zieht einen zu sich, man könnte auch einfach sagen ein okayes Teil, das durchaus Spaß macht aber weit davon entfernt ist, wegweisend zu sein und ebenso weit von den stellenweise angedeuteten Fähigkeiten der Band, die hier zumeist nicht ausgeschöpft werden.

° ° °
72/100
THE VRYLL SOCIETYCourse Of The Satellite
Deltasonic, 10.8.2018

Course Of The Satellite
A Perfect Rhythm
Andrei Rublev
Glows And Spheres
Tears We Cry
When The Air Is Hot
Light At The Edge
Shadow Of A Wave
Soft Glue
Inner Life

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