interpolbajamiejamesmedina

(photo & allrights: INTERPOL / Jamie James Medina)
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Sicher gehört nicht alles was hier geboten wird gleich umgehend zu den typischen

INTERPOL

-Klassikern (man nehme vielleicht in die engere Wahl All The Rage Back Home, Barricade), trotzdem hat vieles hier den nötigen Drive und weckt immer (wieder) schlafende Geister – und Erinnerungen.

Nun also, nach einem medialien Hype der Extraklasse mit Ankündigung in (der potentiellen Spotify-Hauptstadt) MexicoCity liegt das neue Album vor und allüberall auf den Tannenspitzen und in einschlägigen Medien fehlen diesem neuen Werk vor allem überragende Songs.

Jeder hat mal eine schwächere Phase.

Hört man ganz vorurteilsfrei einfach mal die neue Scheibe durch, fällt als erstes ihr kerniges Gemüt auf. Was in erster Linie dem Vollrohrgitarrenspiel von Daniel Kessler zu verdanken ist.
Weniger ist mehr, weniger Bombast, weniger Palast, weniger Brimborium, mehr Energie und Beschränkung auf die einheizenden Mittel wie lärmige, jene nach vorn preschende Gitarre und treibendes Schlagzeug.
Dazu dann noch die ewig leidende Stimme von Sänger Paul Banks, da kann doch eigentlich so viel gar nicht aus dem Ruder laufen. Oder?

Nein. Kann es nicht.
Selbst, wenn die große sofort ins Hirn oder Tanzbein gehende Melodie nicht umgehend erkennbar ist, wenn die Übersingle fehlt, steht demgegenüber noch immer die große Klasse und die über alles sich ausbreitenden Fangarme, die seinerzeit schon Smokers Outside The Hospital Doors vereinnahmten und für Entzücken sorgten.

Mountain Child als Beispiel: Ein Wechselspiel zwischen den zu Beginn des Songs ruhigen, nur vom Sprechgesang getragenen Momenten mit energischen Beats die sich gegen Ende steigern und ausser Kontrolle zu geraten scheinen, es ist alles wie immer und es ist nichts schlechter. Nur vielleicht schon einmal gehört. So in der Art schon früher erlebt.

Wenn auch nicht in den ersten Hördurchgängen alles geordnet scheint, oder die Titel klar unterscheidbar – vielleicht ist gerade die Geschlossenheit die Stärke dieser Platte.
Kein herausragendes Stück, den anderen vorgangestellt sondern eine Einheit aus durchgehend guten bis passablen Songs, die im Lauf der Zeit ein Eigenleben entwickeln und an Bedeutung gewinnen.

° ° °
81/100

INTERPOLMarauder
Matador/Beggars/Indigo, 24.8.2018

interpolco.jpg

If You Really Love Nothing
The Rover
Complications
Flight Of Fancy
Stay In Touch
Interlude 1
Mountain Child
NYSMAW
Surveillance
Number 10
Party’s Over
Interlude 2
It Probably Matters

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https://www.youtube-nocookie.com/embed/cKDq5dc4wO8?rel=0

 

 

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