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(photo & allrights: PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB / fb)

° ° °

Er ist immer noch da.
Nicht mehr, aber vor allem: Nicht weniger.

Er spielt immer noch seinen Stiefel wie schon seit mehr als dreissig Jahren.
Er hat noch immer seine Boa-typische Singstimme, den richtigen Dreh für überraschende Momente, die passende Melodie für den passenden Moment.

PHILLIP BOA

und sein Voodooclub schaffen es, auf ihrem inzwischen neunzehnten (19.!) Album so frisch zu klingen wie.. vor langer Zeit.

Earthly Powers
hat Kraft, hat Melodie, hat Refrains zum Mitgröhlen, hat Energie.
Als wäre 1996 und der deutsche Anti-Indie-Punk-Star würde uns kurz erzählen, dass dies hier Michael ist.

Oder von seiner Containerliebe, zurückgeschickten Liebesbriefen oder von Pia Lund.
Heuer stammen die Backingvocals von Nadine Axisa, die irgendwie klingt, als wäre sie der Obengenannten Tochter.

Das tönt mitunter ein wenig nach gestern, ist aber von heute.
Und er hat immer noch Spaß daran, den Leuten, die ihn und seine Musik nicht ernst nehmen/nahmen, eins auszuwischen.
Das macht er beängstigend gut. Das macht Laune.
Und mag man ihm auch nochmal und nochmal Arroganz und Überheblichkeit nachsagen. Er ist ein vielerorts unerwünschter Held mit dem Talent, einfach gute Songs zu schreiben und nach persönlichem Gusto zu interpretieren. Beweisen muss er niemandem mehr irgendetwas, er hat und nimmt sich wie jeher die Freiheit der oft eigenwilligen Interpretation mit halb Sprech- halb Gesanggesang, wie nur er es kann.

Hört doch einfach mal Strange Days After The Rain, da ist ein ganz romantischer BOA zu hören, einer, der der Melodie des Songs hinterhersingt und dabei auch mal ein wenig außer Atem gerät.
Da kann man einfach nur das Feuerzeug entzünden und hin und her schwenken.
Der Rauchmelder schließlich erinnert daran, dass wir uns mit diesen
Earthly Powers
unter der Bettdecke verkrümelt hatten.

Schon gleich im Anschluß die synthetisch treibende 60’s Black C in der sein Gesang an Iggy Pop und Mark E. Smith erinnert, die Basslinie mitsamt des Chorusses an die frühen INXS um Michael Hutchence (Shabooh Shoobah).

Der Würfel ist gefallen, Ziel erreicht.
Das kann man mögen, das kann man komisch finden.
Und trotzdem ist und bleibt das ziemlich wunderbar.

° ° °

91/100

PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUBEarthly Powers
Cargo, 10.8.2018

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A Crown For The Wonderboy
 Cowboy On The Beach
 Nightclub Flasher
The Wrong Generation
Drown My Heart In Moonshine
 Moonlit
Silicon Men
 Cruising
 Strange Day After The Rain
 60’s Black C.
Chas And Billie Ray
 Dirty Raincoat Brigade

° ° °

https://www.youtube-nocookie.com/embed/1dbx1jOkTPU?rel=0

 

Ein Kommentar zu „Alea iacta est: PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB – Earthly Powers [review]

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