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(photo & allrights: MITSKI / facebook)

° ° °
Mit I Bet On Losing Dogs hat sie für immer einen Stein im Brett.
Ihr wisst schon, so einen für die Ewigkeit. Einen, an denman sich gern in unschönen Momenten erinnert.
Ihr letztes Album, Puberty 2 (meine Rezension dazu): , hatt diese Rohheit, diese unterschwellige Protesthaltung, dieses Betonen des Protests.

Auf ihrem neuen Album
Be The Cowboy
klingt

MITSKI

ungleich zugänglicher, versöhnter, nicht aber gleichgültig, eher so als hätte sie sich mit einigen Umständen, die sich nicht einfach durch noch so coole Songs abändern lassen, abgefunden.

Noch immer beinhalten die Songs eine BeobachterInnenposition, eine innere Traurigkeit, von Resignation jedoch keine Spur.

Mitski Miyawaki ist ein wenig im Zwiespalt:
Auf der einen Seite diejenige, die auf Probleme und Mißstände aufmerksam machen möchte, auf der anderen Seite steht sie vor dem Spiegel und versucht, sich selbst zu finden.
Inmitten der oft übermächtig wirkenden Umwelteinflüsse steht man da und zieht sich Linien ins Gesicht.

Cowboys sind oft wild, nicht weniger oft unbeherrscht, immer aber Herr der Lage und haben immer ein Auge auf ihre Herde.

Ihre Fans hat

MITSKI

auch auf ihrem neuen Album nicht vergessen und vesrsucht sie mit neuen Tönen zu begeistern und weiter an sich zu binden.

Sie begibt sich mit einer neuerfundenen Herangehensweise an ihre uns zu Füßen gelegten Mitteilungen mit mehr poppigen Elementen, die sich beispielsweise in breitangelgten Keyboardteppichen entladen, auf eine gefährliche Reise: Ihre hohe Eigenständigkeit wird ein wenig aufgegeben zugungsten einer Art Wohlklang.

Viele ihrer neuen Stücke sind aus der Stimmung heraus entstanden, keine wirklichen tiefen Gefühle mehr empfinden zu können. Passender kann man es nicht sagen.

Es sind Songs, die eher ermöglichen, ihnen nahe zu kommen.

Ihre spielerischen verschlungenen Klangbögen finden sich aber glücklicherweise auch auf

Be The Cowboy.

Old Friend hat dieses einnehmende Wesen, man hängt an den singenden Lippen um ja nur nichts zu verpassen.

Wo noch auf dem letzten Album die wütend inszenierte, eng am Körper gehaltene,  Gitarre dominierte hat in diesem Song eher eine klassisch anmutende Instrumentiereung die Leitung inne, in der die Synthies die Melodie vorgeben.

Selbst wenn sie wie in A Pearl aus sich herausgeht und sich gehen lässt, die hallig verfremdeten Stimmen holen einen schnell zurück, bevor MItski mit Bläserunterstützung wieder loslegt.

Fast ländlich countryside-mäßig dann Lonesome Love, der einsame Cowboy reitet fast vor Augen präsent durch trockene Steppe, den Blick aber stetst auf den nahen Saloon gerichtet.

Gebändigt, ja, das ist vielleicht das passende Wort.

Aber, meine Lieben, dafür sind ja schließlich Cowboys da. Zum Bändigen der Herde.
(solange das kommende Album dann I’m A Wild One heissen wird, machen wir uns keine Gedanken)

° ° °

91/100

MITSKIBe The Cowboy
Dead Oceans /Cargo 17.8.2018

mitskico

Geyser
Why Didn’t You Stop Me
Old Friend
A Pearl
Lonesome Love
Remember My Name
Me And My Husband
Come Into The Water
Nobody
Pink In The Night
A Horse Named Cold Air
Washing Machine Heart
Blue Light
Two Slow Dancers

° ° °
// in english:

Hold me a little longer

With I Bet On Losing Dogs she has a stone in the board forever.
You know, one like that for eternity. One you like to remember in unpleasant moments.
Her last album, Puberty 2 (my review) has this brutality, this subliminal attitude of protest.

On their new album
Be The Cowboy
sounds

MITSKI

more unequally accessible, reconciled, but not indifferent, rather as if she had come to terms with some circumstances that cannot simply be changed by even the coolest songs.

The songs still contain an observer position, an inner sadness, but no trace of resignation.

Mitski Miyawaki is a little conflicted:
On the one hand the one who wants to draw attention to problems and grievances, on the other hand she stands in front of the mirror and tries to find herself.
In the midst of the often overpowering environmental influences one stands and draws lines in one’s face.

Cowboys are often wild, no less often unrestrained, but always master of the situation and always keep an eye on their herd.

MITSKI

tries to  inspire her with new tones and bind her fands further to herself.

She embarks on a dangerous journey with a newly invented approach to her messages laid at our feet with more pop elements, which unload, for example, in broad keyboard carpets: Their high degree of independence is somewhat abandoned in favour of a kind of melodious sound.

Many of her new pieces were created out of the mood of not being able to feel any real deep feelings anymore. You can’t say it more appropriately.

They are songs that make it possible to get closer to them.

But fortunately their playful intertwined sound bows can also be found at

Be The Cowboy.

Old Friend has this engaging being, one hangs on the singing lips to not miss anything.

Where on the last album the angrily staged guitar, held close to the body, dominated, this song is rather dominated by a classical instrumentation, in which the synths give the melody.

Even if it comes out of itself and lets itself go like in A Pearl, the echoing alienated voices quickly bring you back before MItski starts again with brass support.

Almost rural countryside-like then Lonesome Love, the lonely cowboy almost rides in front of his eyes present through dry steppe, but his gaze is always focused on the nearby saloon.

Tamed, yes, that’s perhaps the right word.

But, dear ones, that’s what cowboys are for, after all. To tame the herd.
(as long as the upcoming album is called I’m A Wild One, we don’t worry)

 

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