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(photo & allrights: ELEMENT OF CRIME / facebook)

Sven Regener hat seine Freude in den Geschichten der Großstadt gefunden.
Dazu singt er ein Duett bei dem man grinsen kann und fast unbedacht mitsingt.
Apropos, die Party am Schlesischen Tor macht auf tatsächlich dicke Hose, nein, dicke Stimmung, ein Mitgröhlen sei erlaubt, erwünscht, erwartet. Ist aber leider nur zum Weiterskippen geeignet oder zum Abdrehen des Tons für ein paar Minuten.
Verpasst man dann den Fortgang des Werkes, getröstet werden kann, man verpasst nicht wirklich etwas Bemerkenswertes.

Ein Brot und eine Tüte muss man irgendwie verzeihen nicht mögen.
Einen Ausrutscher kann man sich leisten, die Ohren sich damit zukleiste(r)n.
Hoffnungsmaschine an, wir sind guter Dinge.
Das hat etwas von Wettervorhersage, mit Melodie vorgetragen.
„..oder bist Du dumm wie Brot?…“
Ein Moment der Schwäche, natürlich.
Aber für die Band, die sich Wortklaubereien zueigen gemacht hat wie nur wenige andere, deren Texte und Verse häufig gut genug für die Ewigkeit sind, ist es etwas unerwartet, auf ein so (…) seltsames Niveau herabzusteigen…?
Sorry, da muss Herr Lehmann schon stockbesoffen sein.
Na herzlichen Dank auch.
Früher war das nicht möglich, früher war man auch mit kleiner Menge ZuhörerInnen zufrieden(er).

Fragt man einen

ELEMENT OF CRIME-

Fan, ob ihr/ihm ein Lied der Band mit gesungenem Wort Arschloch oder gar Scheiße einfallen würde.. Fehlanzeige. Aktuell: Alltag.
Da ist man also irgendwo angekommen, wo man nicht hinwollte, aussteigen tut man da doch trotzdem schonmal gar nicht, vielleicht kommt das ja an.

Je öfter ich die Platte durchlaufen lasse, desto unverzeihlicher scheinen mir Ausrutscher.

Und Countrykänge mit Mariachisturm a la Calexico.
Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schonmal auf einer Platte der Band zwei Stücke hintereinander überaus ungelungen fand.
Dies ist hier der Fall. Also, um es mit all erdenklicher Vorsicht zu sagen:
Belanglos und eher die Kategorie „muss ich nicht öfter hören“.

Dennoch kann man sich natürlich nach wie vor in Momenten durchaus auf sie verlassen. In ihren speziellen Momenten, in denen sie ihre ganze Klasse und jahrzehntelange Erfahrung ausspielen, ihre wunderbaren Songs und die Worte einsetzen um Herzen zu gewinnen.
Sag mir wo Du stehst.

Wenn mit Karin, Karin ein Duett mit Regeners Tochter stattfindet (siehe oben), ist eine Art Veränderung zu spüren. Natürlich wiederholen sich im Laufe aktiver 33 Jahre und 18 Alben einige Dinge – Dinge, die man liebgewonnen hat, die gern immer wieder kommen dürfen.
Eben jene Dinge, die

ELEMENT OF CRIME

ausmachen. Ausgemacht haben.

Und trotz
all der Zuneigung, die man der Band entgegenbringt:
Nimm Doch Was Du Willst beispielsweise klingt schon arg gezwungen.
„…das ist das fehlende Ei, das macht Dich frei..“
Als wäre, mit Verlaub, im Ringelreihn dieser Platte noch Platz gewesen für ein seltsamen Song mit ohne Melodie und Reimen die man nicht liebgewinnen kann.

Insgesamt mit das schwächste ihrer Alben.
Hoffen wir auf neue Ideen, oder alte Inspirationen im bekannten Mäntelchen. Bitte.

° ° °

63/100

ELEMENT OF CRIMESchafe, Monster Und Mäuse
5.10.2018

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Am Ersten Sonntag Nach Dem Weltuntergang
Bevor Ich Dich Traf
Die Party Am Schlesischen Tor
Ein Brot Und Eine Tüte
Gewitter
Im Prinzenbad Allein
Immer Noch Liebe In Mir
Karin, Karin
Nimm Dir Was Du Willst
Schafe, Monster Und Mäuse
Stein Schere Papier
Wenn Es Dunkel Und Kalt Wird In Berlin

4 Kommentare zu „Seltsam: ELEMENT OF CRIME – Schafe, Monster und Mäuse [review]

  1. Hi Lisa,
    danke für Deinen Kommentar!
    Zum Glück sind die Geschmäcker und Meinungen verschieden. Und so eine Rezension ist natürlich immer subjektiv und ergibt sich aus der Meinung (und Stimmung) des Verfassers, daher finde ich ja gerade Besprechungen mit persönlichen Informationen und Gedanken interessant.
    Wenn man eine Band über dreissig Jahre begleitet, Dutzende Konzerte Werke erlebt hat und auf einem neuen Werk die erträglichen (guten?/an gewohnte Qualität heranreichenden) Songs suchen muss und von Vielem einfach nur enttäuscht ist, entsteht eben mal so ein eher kritischer Bericht.
    Warten wir mal, was in ein paar Jahren von ihnen zu hören sein wird, ich halte mich solange eben eher an ihre alten Werke..

    Herzliche Grüße
    Jens

  2. ich kann das nicht ganz nachvollziehen. mir gefällt auch nicht alles auf dieser platte, aber es sind trotzdem ein paar gewohnt sehr gute lieder dabei, z.b. wenn es dunkel und kalt wird…, stein schere papier, gewitter, am ersten sonntag…, bevor ich dich traf.

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