Wir singen von den Dingen: VASAS FLORA OCH FAUNA – Strandgut [review]

vasasbaperkristiansen.jpg

(photo & allrights: VASAS FLORA OCH FAUNA / Per Kristiansen / hp)

° ° °

Meine Lieben, meine Lieben.
Das hier ist so dermaßen abgefahren.. Es ist.. seltsam.
Es ist.. irgendwie schwer zu beschreiben.
Stellt Euch vor, Eure Band will mal etwas anderes versuchen und übersetzt Eure Texte ins Schwedische. Und dann?
Auf ins Studio, die Zungen entknotet und los. Ob man dann den Ton, die korrekte Aussprache und Betonung trifft, sei dahingestellt.
So nur mit umgekehrten Vorzeichen hier geschehen mit dem Album
Strandgut
des Ensembles
VASAS FLORA OCH FAUNA.

Es klingt in ungeübtem Ohr etwa so wie die verdeutschten Titel von Erdmöbel.
In etwa.
Gitte fällt mir auch noch ein.
Die deutschen Schlager der Jugend. Schrecklichkeiten.

Die andere Seite von diesen Schrecklichkeiten hören wir hier. Ganz anders.
Einfallsreich. Bespaßend. Zum Lachen bringend.
Nicht nur wengen der unglaublich herrlich übersetzten Texte.
Es ist diese Selbstverständlichkeit, mit der

VASAS FLORA OCH FAUNA

irre abgedreht Ihre Songs präsentieren. Ein wenig Herman Van Veen scheint auch nicht so fern. Oder Ritter Rost.

Strandgut
ist ihr dritter Langspielversuch, der erste auf Deutsch.
2015 veröffentlichten sie in ihrer finnlandschwedischen Sprache, die in weiten Teilens von Åland und Österbotten gesprochen wird, zunächst Släkt med Lotta Svärd, 2017 dann Veneziansk afton.
Ihre Konzerte sind weit im Vorfeld ausverkauft, ihr Erfolg in der Heimat stets wachsend. Sänger Mattias Björkas war unter anderem mit Cats On Fire unterwegs, mit Sängerin Tina Kärkinen teilt er sich hier die Stimmparts.

Ist die Instrumentierung sicher auch nicht unbedingt Jederfrau/-manns Ding, so passt sie aber in diesem außergewöhnlichen Schlagerambiente einfach ganz wunderbar zu diesen oft wortgetreu übersetzten Texten. Was einen erwartet kann man sich beim Lesen der Songtitel schon erahnen.

Und nimmt man sich dann vor, sich nicht immer wieder über Textzeilen erheitern zu wollen – ein Dauergrinsen, zumindest im Hinterkopf, bleibt nicht aus.

Man eine gewisse Zeit, sich einzuhören und versteht trotzdem nie auf Anhieb alles. Wenn doch, so kann man es häufig nicht fassen und verarbeiten, dass das was man meint gehört zu haben auch tatsächlich da gesungen wird.
Schräg.

° ° °

87/100

VASAS FLORA OCH FAUNAStrandgut
(Startracks, 23.11.2018)

vasasco

Leevi And The Leavings
Prisma
Tesla Kommt Nicht Mehr Her
Eine Invasive Art
Er War Wohl Ein Freund
Eigenheimhaus
Honda Monkey
Faros
Wir Kaufen Eure Alten Sachen
Patronatin
Zapfenstreich

° ° °
Leevi & The Leavings (im Original)

https://www.youtube-nocookie.com/embed/HwdGq72HaOU

Eine Invasive Art

https://www.youtube-nocookie.com/embed/csZ2Mp1pwTY

//
in english:

We Sings About These Things

Dear ones, dear ones.
This is so weird. It is… strange.
It is… somehow difficult to describe.
Imagine, your band wants to try something different and translates your lyrics into Swedish. Or Finnish. Or Both. And then?
Let’s go to the studio, unknot your tongues and go. Whether you then hit the right tone, the correct pronunciation and emphasis is up to you.
So only with reversed signs here happen with the album
Strandgut
of the ensemble
VASAS FLORA OCH FAUNA.

In the untrained ear it sounds like the Germanized titles of Erdmöbel.
About that.
Gitte also occurs to me.
The German „Hits Of Youth“. Just nothing but horrible.

The other side of these horrors we hear here. Quite different.
Imaginative. Funny. Laughing.
Not only whaling the incredibly beautifully translated lyrics.
It is this kind of naturalness,

VASAS FLORA AND FAUNA

 presenting their songs in a weird way.
A little Herman Van Veen doesn’t seem that far either. Or Ritter Rost.

Strandgut
is their third long-playing attempt, the first in German.
In 2015 they published Släkt med Lotta Svärd, 2017 Veneziansk afton in their Finnish-Swedish language, which is widely spoken in most parts of Åland and Österbotten.
Their concerts are sold out well in advance, their success in their homeland constantly growing. Singer Mattias Björkas was part of Cats On Fire, among others, and shares the vocal parts here with singer Tina Kärkinen.

The instrumentation is certainly not every woman’s or man’s thing either, but in this extraordinary Schlager-Ambience it simply fits in wonderfully with these lyrics, which are often translated word for word.
When you read the song titles you can already hardly guess what to expect.

And if you then decide not to want to cheer yourself up over and over again with lines of text – a permanent grin, at least in the back of your mind, is inevitable.

You have a certain amount of time to listen to yourself and still never understand everything right away. If you do, you often can’t grasp and process that what you think you have heard is actually sung there.
Off-beat.

 

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