Schlaflose Träume: CROOKED GHOST – Skeleton House [review]

 

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(photos & allrights: CROOKED GHOST /
Shameless Promotion PR / Rome Widenhouse / Alex Cannon)

° ° °

Wildromantisch und großflächig, die Gedanken hinfort spülend, wie eine brandende Welle schwappt die Musik von

CROOKED GHOST

über uns hinweg, in beklemmender Ehrfurcht harren wir aus, lauschen den Klängen die wie ein heißer Grog mit Honig in unser Innerstes dringen, Hals- und Kopfweh vergessen lassen und einer wohlig-schaurigen Decke gleich über uns zusammenschlagen.
Am besten die kalten Hände aneinander reiben und ganz fest in den Arm nehmen lassen.

Skeleton House
vereint Dunkelheit und Wärme mit Wildheit und Aufbruch, mit Protest und der durch Unwegbarkeiten leitenden, nicht locker lassenden Hand, die uns führt und uns sicher fühlen lässt, wie die Hand des Großvaters auf der Schulter.

Schreit ein Baby reicht oft ein liebevoller Blick der Eltern um es zu beruhigen.
Schreit Dein Herz nach Gefühl und unrhythmischen Balladen reicht ein kurzer Augenblick aus diesem Album, um sich insgeheim die Lippen zu lecken in der Hoffnung, dass da noch mehr, noch spannendere Unterhaltung auf uns wartet.
Und, so ist es, wir werden nicht enttäuscht aus diesem Werk auftauchen.

Skeleton House
erzählt von Einsamkeit.
Von Stunden des Alleinseins in windigen Höhen, inmitten irritierender Gefühlswallungen, unklaren Gefühlen, von unheimlichen Gefilden, Fantasiewesen, Hexen und Geistern, Naturkatastrophen und Magie, von schwarzen Katzen und lebendig gewordenen Träumen.

 

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I wanted to find a way to bring light to the darker things I was experiencing, and to arrange the pieces into something beautiful

° ° °

Ray Clarks Gesang klingt dramatisch, seltsam vertraut und schafft es, immer wieder mitzureissen in einen sich windenden Strom von Gitarren und sich schlängelnden Drums in verhaltenem Klang, zwischen Wehmut, Melancholie und nassem Asphalt.

So kontrastiert die Musik und die sich durchziehende unklare, neblige Stimmung mit fast dreampoppigen Melodien, wie in Sleepwalker oder Catch Fire, in dem die sich anbahnende Melodie mit Ba-ba-da-huh den Hörer in eine nur scheinbare Gutleinigkeit zu ziehen – nur um dann gleich wieder in Leid, Sehnsucht und Erinnerung zu ertränken.

Der eindrucksvollste Song für mich ist Only Nightmares, in dem die im Hintergrund sägenden Gitarren von der sanften Stimme beiseitegewischt werden und sich eine unsagbar intime, ausgefranste Stimmung ausbreitet, eine Geschichte mit offenem Ausgang.
Hier hilft nur ein Whisky und eine fette Zigarre.

Merci dafür und bitte bitte, Jungs und Mädels: Fangt gleich noch einmal von vorne an.


° ° °

97/100

CROOKED GHOSTSkeleton House
Crooked Ghost / Palomino Records, 23.11.2018

crookedghostco

Body In Stars
Sleepwalker
 Only Nightmares
 Catch Fire
 Witch Heart
 Black Cat 
Roadkill
 Skeleton House

° ° °

in english:

Sleepless Dreams

Wildly romantic and extensive, washing away the thoughts, like a surging wave the music of

CROOKED GHOST

above us, in oppressive reverence we wait, listen to the sounds that penetrate our hearts like a hot grog with honey, make us forget our throat and headaches and beat up a comfortably scary blanket right above us.
It’s best to rub your cold hands together and let them hold you firmly in their arms.

Skeleton House
combines darkness and warmth with ferocity and awakening, with protest and the inescapable, unflagging hand that guides us and makes us feel safe, like the grandfather’s hand on the shoulder.

If a baby screams, a loving look from the parents is often enough to calm it down.
If your heart screams for feeling and unrhythmic ballads a short moment from this album is enough to secretly lick your lips in the hope that there is more, more exciting entertainment waiting for us.
And, so it is, we will not emerge disappointed from this work.

Skeleton House
tells of loneliness, of hours of being alone in windy heights, in the midst of irritating waves of emotion, unclear feelings, of eerie climes, fantasy creatures, witches and ghosts, natural disasters and magic, of black cats and dreams that have come alive.

Ray Clark’s singing sounds dramatic, strangely familiar and manages to sweep away into a winding stream of guitars and meandering drums in a restrained sound, between melancholy, wistfulness and wet asphalt.

So the music and the unclear, foggy mood contrasts with almost dream-pop melodies, like in Sleepwalker or Catch Fire, in which the melody with Ba-ba-da-huh pulls the listener into only an apparent goodness – only to drown again in suffering, longing and memory.

The most impressive song for me is Only Nightmares, in which the guitars sawing in the background are wiped aside by the soft voice and an unspeakably intimate, frayed mood spreads out, a story with an open end.
Here only a whisky and a fat cigar can help.

Merci for that and please, boys and girls: Start all over again.

 

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