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Ein ausdrucksvolles Album einer hierzulande eher unbekannten Folk-Sängerin, die in Momenten an Neko Case, im anderen an eine gezähmte Version von Scout Niblett oder eine Natalie Merchant (10000 Maniacs), Kristin Hersh oder First Aid Kit erinnert, die mit ihrem klaren, warmen Timbre meist zart daherkommt.

CHARLENE SORAIA

kommt mit ihrem neuen Album
Where’s My Tribe
(die gleichnamige Single erschien schon im Oktober letzten Jahres) mit kalten Füßen, ihrer Akustikgitarre zu uns unter die Decke gekrabbelt, man drückt sie einfach mal ein wenig an sich, rubbelt die eigenen Füße an ihren und langsam, ganz langsam taut man auf und wärmt sich gegenseitig.
Ein Griff zum Nachttischchen, ein Capucchino dampft vor sich hin, das gedämmte Licht vermag die Stimmung intim zu gestalten.

Eine Musik, die man in stillen Momenten zurückgezogen und zum Nachdenken hören kann, aber auch mit dem oder der Liebsten beim Nachmittagsgekuschel.

Die Londonerin mit italienischen & pakistanischen Wurzeln, die sich seit sie fünf Jahre alt war, im Selbststudium das Gitarrespielen beibrachte und die King Crimson, David Bowie und The Coral zu ihren Favoriten zählt, besinnt sich auf ihrem neuen Album auf sich selbst. Ihre bisweilen verträumte Stimme und die schon erwähnte Gitarre – mehr braucht es nicht um hier gefühlvolle Introspektiven miterleben zu dürfen.

Sich selbst zählt sie nicht zu einer bestimmten Szene, einem Genre. Zu wenig Indie, zu wenig folkig, es ist eine Zusammensetzung verschiedener Stile, einfach ihr Versuch, nach sich selbst zu klingen und die sie beschäftigenden Gefühle und Gedanken in Songform zu präsentieren. Es geht um getrennt und Alleinsein, die Suche nach Zugehörigkeit, etwas, wofür es sich lohnt , an sich selbst zu arbeiten und vielleicht auch Dinge zu tun, die man gern eher von sich schieben würde.

Dies gelingt mal mehr, mal weniger melodiös und schwankt zwischen intimen Songs und einfach schön anzuhörendem Liedgut, dem stets ihre Suche nach sich selbst und Selbstakzeptanz innewohnt.

° ° °

83/100

CHARLENE SORAIAWhere’s My Tribe
Peacefrog, 25.1.2019

Charleneco.jpg

Where’s My Tribe
Tragic Youth
Temptation
Beautiful People
Now You Are With Her
The Journey
Likely To Kill
Far Beyond The High Street
Harms
Saboteur Tiger

° ° °

https://www.youtube-nocookie.com/embed/HVoPJB3hPCw

Lieblingssongs: Where’s My Tribe


in english:

Belong together

An expressive album by a folk singer who is rather unknown in this country, who reminds in moments of Neko Case, in the other of a tamed version of Scout Niblett or a Natalie Merchant (10000 Maniacs), Kristin Hersh or First Aid Kit, who with her clear, warm timbre usually comes across tenderly.

CHARLENE SORAIA

comes with her new album
Where’s My Tribe
(the single of the same name was released in October last year) with cold feet, her acoustic guitar crawling under the blanket to us, you just press her a little, rub your own feet on hers and slowly, slowly you thaw and warm each other up.
A reach for the bedside table, a Capucchino steaming before him, the dimmed light is able to create an intimate atmosphere.

A music that you can listen to in quiet moments, withdrawn and for reflection, but also with your loved one cuddling in the afternoon.

The London songstress with Italian & Pakistani roots, who has been teaching herself to play the guitar since she was five years old, and who has King Crimson, David Bowie and The Coral among her favourites, remembers herself on her new album. Her sometimes dreamy voice and the already mentioned guitar – that’s all it takes to experience emotional introspectives here.

She doesn’t count herself to a certain scene, a genre. Too little indie, too little folky, it is a combination of different styles, simply her attempt to sound like herself and to present the feelings and thoughts that occupy her in song form. It’s about being separated and alone, the search for belonging, something worth working on and perhaps doing things you would rather push away.

This succeeds in sometimes more, sometimes less melodiously songs and fluctuates between intimate and simply beautiful songs, which are always inherent in their search for herself and self-acceptance.

 

 

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