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DEERHUNTER

kommen entspannt, gekonnt, relaxed.
Zum Glück sind sie nicht verschwunden, sondern sehr akut, sehr aktuell und sehr spontan.
Und trotzdem wirkt das hier wie aus der Zeit gefallen.

Dabei wirken die Songs der Jungs um Bradford Cox flirrend luftig, weich und in gewisser Weise unvollendet. Das nervt nicht, es hat auch seinen Reiz.

Dazu die über alle Maßen aufregend entspannte Stimme des Frontmans, der mal nach Eels und mal nach angemachtem Oldie-Revival tönt (Tom Petty? Kinks?) , aufreizend, dabei zurückhaltend und trotzdem jederzeit auf der Höhe.

Sich thematisch mit dem immer noch und noch überall zu findenden Schönen, welches einfach nicht verschwinden will zu beschäftigen hat ja auch etwas spezielles. Verwunderung statt Resignation, das hat etwas von ich mache mir Gedanken statt den Kopf in den Schnee zu stecken. Die Kunst, die Musik, die Werte der Mitmenschlichkeit, des Miteinanders, alles ist in seiner Einzigartigkeit in jeder Kleinigkeit vorhanden, geht man nur mit offenen Augen und ohne Selbstinszenierung durch die Tage.
Man kann schon ins Grübeln geraten.

Wie unlänglich bekannt, ist es ja häufig so, dass man den Wert eines Dinges, eines Menschen erst richtig zu schätzen weiß, wenn er/sie/es nicht mehr da ist. Da hängen die Gedanken in der Vergangenheit fest und man jammert verpassten Chancen hinterher. So ist das eben. Vielleicht sollte man sich einfach angewöhnen, mit offenen Augen und weitem Herzen durch die Welt zu gehen.

Das tun sie, die mittlerweile seit 15 plus Jahren tätigen Musiker hier auf ihrem achten Album, das von Cate LeBon und der Band höchstselbst produziert wurde. Und wirken seltsam verhuscht, wie eilig am Bahnsteig entlanggerannt, wie auf der Durchreise. Es wird geklimpert und geklöppelt, verschnörkelt, man kann sich auch einfach mal gehen lassen.  Vergessen dabei nie, die Bläser und ein Cembalo mit hineinzuschmeissen in die Suppe, das Klavier, das die  Melodien verspielt scheinen lässt, dazu nostalgisch anmutende, durch’s Mischpult gejagte Gitarren und Sounds, die nach früheren Tagen duften.

° ° °
85/100

DEERHUNTERWhy Hasn’t Everything Already Disappeared?
4AD, 18.1.2019

FINAL COVER DRAFT1

 

Death in midsummer
No one’s sleeping
Greenpoint gothic
Element
What happens to people?
Détournement
Futurism
Tarnung
Plains
Nocturne

 

https://www.youtube-nocookie.com/embed/zG2TgCuMcjM

° ° °

in english:

 

DEERHUNTER

come relaxed, skilful, relaxed.
Fortunately, they have not disappeared, but are very acute, very topical and very spontaneous.
And yet this seems to have fallen out of time.

The songs of the guys around Bradford Cox seem shimmering airy, soft and in a certain way unfinished. That’s not annoying, it also has its charm.

And then there’s the over all excitingly relaxed voice of the frontman, who sometimes sounds like Eels and sometimes like a dressed up oldie revival (Tom Petty? Kinks?), provocative, yet reserved and still always on top.

To deal thematically with the still and still everywhere to be found beauty, which just doesn’t want to disappear, has something special. Surprise instead of resignation, that’s something I think about instead of sticking my head in the snow. The art, the music, the values of humanity, of togetherness, everything is present in its uniqueness in every little thing, one goes only with open eyes and without self staging through the days.
One can already get into thinking.

As recently known, it is often the case that one only really appreciates the value of a thing, a person, when he/she is no longer there. The thoughts in the past are stuck there and you whine after missed opportunities. That’s the way it is. Maybe you should just get used to going through the world with open eyes and a wide heart.

That’s what they do, the musicians who have been working here for 15 plus years now on their eighth album, which was produced by Cate LeBon and the band themselves. And they seem strangely scurried, running along the platform as if in a hurry, as if they were passing through. There is jingling and bobbling, squiggling, you can also just let yourself go. Never forget to throw the horns and a harpsichord into the soup, the piano that makes the melodies seem playful, nostalgic guitars chased through the mixing desk and sounds that smell of earlier days.

 

Lieblingssongs: Element, What Happens To People?

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