cherryglaba

Die hat mehr Haare unter den Armen als manch einer im Genitalbereich.
Könnte sein.
Das ist Erotik.

CHERRY GLAZERR
sind Erotik.

Ob sie wollen oder nicht.
Ihr Protest hingegen bleibt nicht ungehört, ihre Intention hat sich seit ihrem wuchtigen, heftig-schlüpfrigen Apocalypstick-Album nicht verändert, ein paar Ecken scheinen abgeschliffen, die Produktion ausgefeilter, feiner, stimmiger – noch immer aber geht ganz schön die Post ab und die Stimme von Frontfrau Clementine Creevy ist und bleibt ein absolutes Gewinnerding.

Vielleicht ist der Unterschied, dass sie inzwischen besser wissen, was sie wollen, was sie keinesfalls wollen und was gar nicht geht.
Sie erheben ihre Stimme gegen die gefühlten Ungerechtigkeiten und lassen sich gleich mal gar nicht von Irgendjemandem sagen, was sie zu tun oder zu lassen haben.

Dabei können sie richtig schöne Melodien zaubern, hauen mal mehr mal weniger kräftig in die Instrumente. Was herauskommt ist ein heftig pulsierendes Teil, das seine Kraft aus sich selbst zu schöpfen scheint.
Da sind auf der einen Seite ihre politischen Statements, andererseits finden wir auf ihrem neuen Album eine Art Bestandsaufnahme, ein Blick auf sich selbst als Band.
Die eigenen Ängste thematisierend, wie geht es uns, ist es für Dich auch ok? Was soll ich sagen, was soll ich tun, hilf, mir (Daddi).

So scheint eine Vielzahl der hier versammelten Songs geprägt von gewisser Unruhe und dem Weg zur Selbstfindung, pendeln häufig am Rand der extatischen Präsentation und den Dingen, die das Leben bestimmen, ob man nun möchte oder nicht.
Mit gerade mal knapp über 20 aber einer schon mehrjährigen Erfahrung im Musikbusiness ist es dann mal Zeit, sich selbst ein Bild zu machen und Position zu beziehen, inmiten der Verworrenheit allgegenwärtiger Unwegbarkeiten und damit verbundenen Befürchtungen (That’s Not My Real Life).

Ein von der Persönlichkeit ihrer Frontfrau beherrschtes Album voll unvorhersehbarer Songs, die über sich selbst hinaus wachsen und schon jetzt mehr als einen festen Platz im noch jungen Musikjahr beanspruchen.

° ° °
92/100

CHERRY GLAZERR Stuffed & Ready
Secretly Canadian, 1.2.2019

cherryco

Ohio
Daddi
Wasted Nun
That’s Not My Real Life (feat. Delicate Steve)
Self Explained
Isolation
Juicy Socks
Pieces
Stupid Fish
Distressor

 

 

// in english:

Look!

She’s got more hair under her arms than some in thier genitals.
Could be.
It’s erotic.

CHERRY GLAZERR
are erotic.

Whether they like it or not.
Their protest, on the other hand, doesn’t go unheard, their intention hasn’t changed since their massive, violent-slippery Apocalypstick album, a few corners shine, the production seems more polished, finer, more harmonious – but they are still pulsating and let’s feel the greatness of their songs in every little second here – and the voice of front woman Clementine Creevy is and remains an absolute winner.

Maybe the difference to their previous work is that they now know better what they want, what they don’t want and what doesn’t work.
They raise their voices against the injustices they feel and don’t let anyone tell them what to do or what not to do.

They can conjure up really beautiful melodies, sometimes more sometimes less powerful in the instruments. What comes out is a violently pulsating part that seems to draw its strength from itself.
On the one hand there are their political statements, on the other hand we find a kind of inventory on their new album, a look at themselves as a band.
Themes about their own fears, how are we doing, is it ok for you too? What should I say, what should I do, help me (Daddi).

So a lot of the songs gathered here seem to be marked by a certain restlessness and the way to self-discovery, often swinging on the edge of the extatic presentation and the things that determine life, whether you like it or not.
With just over 20 years but a lot of experience in the music business, it’s time to get a picture of yourself and take a stand, in the midst of the confusion of omnipresent inexorableness and associated fears (That’s Not My Real Life).

An album dominated by the personality of her front woman, full of unpredictable songs that grow beyond themselves and already claim more than a fixed place in the still young music year.

 

 

Ein Kommentar zu „Zeig mal!: CHERRY GLAZERR – Stuffed & Ready

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