Seelenschlachten: BALMS – Mirror (review)

 

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BALMS

sind Jared Padovani, Michael Ascunsion und John Kolesnikow aus San Francisco.
Jahre nach ihrem High-School-Abschluss haben sie zusammen ein Stück Dunkelheit, die in ihnen ruhte, ins schummrige Licht des Hier und Jetzt transportiert.
Eine Jagd um sich selbst zu finden, die Träume ihrer eigenen Musik zu verwirklichen, Träume von Angst und Besessenheit, voll schwebend-wabernden Gitarrenriffs, gefährlich brodelnden hintergründigen shoegaze-artigen Alptraum, der mit Klängen aus dem Untergrund untermalt wird.

Zwischen Grunge und Gothic-Rock, der Aggressivität von Bambara, der sphärischen Psychose von And You Will Know Us By The Trail Of Dead, inmitten zupackender Riffs und verlaufenden Melodiebögen, fuzzigen Verzerrungen finden wir uns in einem Schmelztiegel der unterdrückten Angst und schwerelosem Kampf mit dem Streben, die ineinander laufenden Songs wie in einem Live-Set klingen zu lassen. Und, um es vorsichtig zu sagen, je länger und öfter man sich ihren Soundwällen und Klangeskapaden aussetzt, desto begieriger wird man nach mehr.
Mehr von dieser mit Düsternis belegten Grundstimmung, in die mit vornehmer Gewalt alles hineingeworfen wird, die Kraft des brausenden Gitarrengemenges, welche hier gebündelt und in geordnete Bahnen, sprich Melodien gepresst wird und süchtig macht.

Und sind es auch nur kleine Andeutungen von Wohlklang, man sucht, reisst die Ohren auf der Suche nach jenen Elementen auf, die sich wie Widerhaken ins Gehör brennen (Dark Rider). Es ist diese ungebändigt scheinende Energie, die aus den Boxen strömt, die einen fesselt und beständig und aufmerksam dabei bleiben lässt, gern auch mal über die 6-Minuten-Marke hinaus.

Das Album ist eine Reise der Seele und der Persönlichkeit, eine Suche nach dem, was wahrgenommen wird und dem, was ausschließlich in Gedanken existiert. Eine Auseinandersetzung mit Wahrnehmung, mit realen Ängsten und Fiktion, ein Drama zwischen dem Ich und den traumhaften Verwirrungen einer anderen Dimension.

Hier wird eine Menge Dreck geschaufelt und irgendwie wird durch unser Zuhören eine Art uneinnehmbarer Festung daraus, eine Art Landkarte zur Reflektion des Daseins.

Jetzt noch ein paar Blümchen in die Luft werfen und tanzen.
Und dieses Album ganz fest halten, damit es nicht verschwindet.

° ° °

93/100

BALMSMirror

balmsco

Nothing In
Bones
Dark Rider
Plane
No One Is A Way Down
I Feel Fine
Mirror
The Room
Hands Out
Candle
Setting Sun

° ° °

// in english:

Soul Battles

BALMS

are Jared Padovani, Michael Ascunsion and John Kolesnikow from San Francisco.
Years after graduating from high school, together they transported a piece of darkness resting within them into the dim light of the here and now.
A hunt to find themselves, to make the dreams of their own music come true, dreams of fear and obsession, full of floating wobbling guitar riffs, dangerous sizzling cryptic shoegaze-like nightmares, accompanied by underground sounds.

Between grungy/punky anthems and gothic rock, with the aggressiveness of Bambara, the spherical psychosis of And You Will Know Us By The Trail Of Dead, in the midst of gripping riffs and flowing melodic arcs, fuzzy distortions, we find ourselves in a melting pot of oppressed fear and weightless struggle with the quest to make the songs sound like a live set. And, to say it carefully, the longer and more often you expose yourself to their sound walls and sound capades, the more eager one becomes for more.
More of this gloomy mood, into which everything is thrown with noble force, the power of the roaring mixture of guitars, which is bundled here and pressed into orderly channels and melodies, and makes you addicted.

And if they are only small hints of melodious sound, one searches, tears open the ears in search of those elements that burn themselves into the ear like barbs (Dark Rider). It is this seemingly unrestrained energy that flows out of the speakers, that captivates and keeps you constant and attentive, sometimes even beyond the 6-minute mark.

The album is a journey of soul and personality, a search for what is perceived and what exists exclusively in thought. A confrontation with perception, with real fears and fiction, a drama between the self and the dreamlike confusions of another dimension.

A lot of dirt is dug up here and somehow our listening turns it into a kind of impregnable fortress, a kind of map to reflect existence.

Now throw some flowers into the air and dance.
And hold this album very tight so that it doesn’t disappear.

 

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