Vom Suchen und Finden: DESPERATE JOURNALIST – In Search Of The Miraculous (review)

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(photo & allrights: DESPERATE JOURNALIST / David Richard Prangley)

Bastiaan Johan Christiaan Ader (Bas Jan Ader) versuchte 1975 in einer Kunstperformance in einem knapp vier Meter langen Segelboot den Atlantik zu durchqueren. Er nannte seine Unternehmung „In search of the miraculous (songs for north Atlantic)„.
Nach seiner Abreise wurde 10 Monate später das leere Boot vor Irlands Küste gefunden.
(wikipedia)

° ° °

Ja, ich liebe sie noch immer.
Und ich trage ihre T-Shirts mit Freude.
Und ich höre ihr erstes Album mehrfach im Jahr.

Und hier ist schon wieder eine neue Platte von ihnen. Man kann nicht sagen,

DESPERATE JOURNALIST

würden lange herumfackeln. Eher geht es Zack-Zack! und dann steht man da und hält schon wieder ein neues Album in den Händen.

Nach einer EP im letzten Jahr und nur knapp zwei Jahre seit ihrem letzten Langspieler (meine Rezension hier) liegt nun scheinbar mysteriös betitelte Scheibe
In Search Of The Miraculous
vor – und das aktuelle Werk wird vielerorts als nächsten Entwicklungsschritt gesehen.

Sie sind in ihrer noch recht jungen Bandgeschichte schon weit gekommen – The Organ, die ich immer im Hinterkopf habe, haben es soweit nicht gebracht. Ihre Fangemeinde wächst, ihr Ruf eilt ihnen weit über die britischen Landesgrenzen hinaus voraus.

Die Unbeschwertheit, die Ungezwungenheit, die Energie ihres ersten Albums haben sie mittlerweile durch Erfahrung ausgetauscht und sind ein eingespieltes Team, wovon man sich dankenswerterweise auch bei ihren Live-Shows überzeugen darf.

Wie schon auf den ersten zwei Alben finden wir auch hier ein langsames, träumerisch veranlagtes Stück:  Wenn mit Argonauts (siehe obenstehendes Zitat des Namenspatrons) die Feuerzeuge Hochkonjunktur feiern, wird einem schon warm ums Herz, ein schmachtendes Popperlchen, kitschfrei und fern der Belanglosigkeit, mit butterweichem Piano im Hintergrund und der schwebenden Stimme der durchweg äußerst konzentriert und sympathisch daherkommenden Frontfrau Jo Bevan. Das hat schon was.

Inspiriert durch das Leben und die Kunst des niederländischen Künstlers widerspiegelte sein letztes Abenteuer ungefähr die Situation, in der sich die Band befand: Auf der Suche nach dem Mysterium (des Lebens?), des Erhabenen, des Unerklärlichen. Wenn es mal richtig gut läuft, folgt mit Sicherheit ein Rückschlag, irgend etwas muss einfach mal in die Hose gehen. Auch dadurch gewinnt man Reife & lernt sich und seine Mitmenschen kennen und deren Reaktionen in kritischen Situationen einzuschätzen.

Was diesem Album, wenn überhaupt, ein wenig fehlt ist die eine, die grandiose und zündende Melodie, die, die sich über Stunden und Tage in Deinem Hirn festfrisst und Dich Tag und Nacht begleitet.
Und dennoch werden wir in nicht all zu ferner Zukunft niederknien und ihre Lieder werden unser Leben sein.

° ° °

96/100

DESPERATE JOURNALISTIn Search Of The Miraculous
Fierce Panda / Cargo, 22.2.2019

deperateco

Murmuration
Cedars
Jonatan
International Waters
Argonauts
Black Net
Ocean Wave
Girl Of The Houses
Satellite
To Be Forgotten

° ° °

// in english:

Seek & Find

Bastiaan Johan Christiaan Ader (Bas Jan Ader) attempted to cross the Atlantic in an art performance in 1975 in an almost four-meter-long sailing boat. He called his undertaking „In search of the miraculous (songs for north Atlantic)“.
After his departure 10 months later the empty boat was found off the coast of Ireland.
(wikipedia)

° ° °

Yeah, I still love them.
And I wear their T-shirts with joy.
And I listen to their first album several times a year.

And here is another new album from them. You can’t say,

DESPERATE JOURNALIST

would make is waiting a long time.
It’s more like Zack-Zack! and then you stand there
and hold another new album in your hands.

After an EP last year and only about two years since their last longplayer (my review here), now apparently mysteriously titled album
In Search Of The Miraculous
is here for us and in many reviews the current plant is seen as the next step in the bands development.

They’ve come a long way in their young band history – The Organ, which I always have in mind, didn’t make it this far.
Their fan base is growing, their reputation is ahead of them far beyond the British borders.

The light-heartedness, the lighthearted mood, the energy of their first album have meanwhile been replaced by experience and they are a well-rehearsed team, of which one can thankfully also convince oneself at their live shows.

As already on the first two albums we find a slow, dreamy piece: When the lighters celebrate a boom with Argonauts (see the above quote of the namesake above), a languishing shimmering Popperlchen, kitsch-free and far from triviality, with a butter-soft piano in the background and the floating voice of the consistently extremely concentrated and sympathetic front woman Jo Bevan is already warm around your heart. That has got something, something or everything.

Inspired by the life and art of the Dutch artist, his last adventure roughly reflected the situation the band was in: In search of the mystery (of life?), the sublime, the inexplicable. When things go really well, there’s bound to be a setback, something just has to go in the pants. This is another way to gain maturity & get to know yourself and your fellow human beings and assess their reactions in critical situations.

When there ist something missing on this album, if at all, is the one, the grandiose and sparkling melody that eats into your brain for hours and days and accompanies you day and night.
But for sure.. in the not too distant future we will kneel down and her songs will be our life.

 

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