Allein und ohne uns: FINN ANDREWS – One Piece At A Time (review)

 

Kopf und Masterming hinter den Veils, hier mit mehr ganz anderen Gefühlen und mehr flachghaltener statt zu Himmel jauchzender Melodie und insgesamt viel weniger schwungvoll, fast verhalten und zurückgenommen.
Eine Seite, die

FINN ANDREWS

als Solointerpret einmal so richtig ausleben wollte und hier nun tut.

Jahrelang sammelte er Ideen, Konstrukte, Melodieansätze in einer Art Tagebuch.
Ideen, die zu den Veils nicht passen wollten und ihn doch nie losließen.
So blieb letztendlich nichts anderes, als sie entweder zu vergessen – oder als eigenständiges, ganz eigenes Werk in Form zu gießen und als Soloalbum zu veröffentlichen.

Nur er und sein Instrument, das Piano.
Vereinzelt ein Chor weiblicher Begleiter, etwas Schlagwerk, Streicher, Bläser, die hier und da mit einem Windhauch ihren Platz finden.. der Weg ist geebnet in ein Album inmitten einer intensiven Traurigkeit, die hier vorzuherrschen scheint, nicht die Art dunkler Traurigkeit sondern eine beseelte, eine gedankenverlorene, eine, aus der die Hoffnung auferstehen kann.

Nicht umsonst singt er: It get’s me out of sadness... wohl aber, gelingen soll das so ganz offensichtlich überhaupt nicht. Ein ein wenig auf der Stelle tretendes Songwriter-Album, egozentrisch, natürlich, als würde er ganz für sich allein in seinem Kämmerchen sitzen und vor sich hin komponieren und musizieren.
Als würde er uns nicht brauchen, als wären wir nur.. ja, Zuhörer.
Denn der Funke der Begeisterung und der inneren Berührtheit springt nicht über.
Eine Platte zum Zuhören, ein Begleiter für eine gewisse Zeit.
Aber an der Hand nehmen und die eigenen Sorgen ausbreiten?

So vermittelt
One Peace At A Time
eher die hier offengelegte Sammelleidenschaft des Autoren als denn ein wahres wohltuendes und ergreifendes Ding, das man hütet wie seinen Augapfel und hinter vorgehaltener Hand seinen FreundInnen präsentiert.

° ° °

79/100

FINN ANDREWSOne Peace At A Time
Nettwerk, 15.3.2019

finnaco

Love What Can I Do
Stairs To The Roof
The Spirit In The Flame
One By The Venom
A Shot Through The Heart (Then Down In Flames)
What Strange Things Lovers Do
Al Pacino Rise And Fall
Hollywood Forever
One Piece At A Time
Don’t Close Your Eyes

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