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(photo & allrights: THESE NEW PURITANS / Harley Weir)

° ° °

Inmitten unserer Zärtlichkeit, in Stille, in beschützter Wärme, in unserer Nähe, gefüllt mit und getränkt durch unsere Liebe, ein loderndes Feuer, ein unerklärliche Geborgenheit, ein verzaubernder Klang und inmitten unserer Zärtlichkeit erblüht
eine Rose.

Eine theatergleiche Bühne betritt, wer sich auf uns einlässt. Wer seinen Gefühlen Freigang gestattet, seine Sinne frei macht von Zweifel, die Seele gleiten lässt, die Töne nachspürt, erlebt, geniesst. Unerschrocken und unerschütterlich in dieser stillen und dennoch fast brachialen Kraft, die von diesem Album ausgeht.

Frei von Angst, von Unsicherheit, weitab der Klagen Welt, gebiert sich vor unseren Sinnen

Inside The Rose.

thesecome

Mit ihrem letzten Album (Field Of Reeds, hier meine Rezension) hatten

THESE NEW PURITANS

die Gelegenheit genutzt, verschwörend und verstörend im schnieken aus der Zeit gefallenen Avantgarde-Outfit auf uns einzusingen.
Hier gelingt den Zwillingsbrüdern George und Jack Barnett erneut eine Steigerung der Intensität, des Gefühls von Abgeschiedenheit, von Andersweltlichkeit.

Es rankt überall, doch Obacht, es sticht, beinahe jedesmal, nähert man sich unbedacht.
Sind es mal quere Drums, die die Oberhand gewinnen, ist es ein lieblicher Schein weiblicher Stimmen (Beyond Black Suns), denen das Handwerk mittels Operettenklängen oder schrill-metallischen Einschüben schwer gemacht wird. Gleitet doch schon im nächsten Augenblick das Boot leise und sacht dahin, als wäre nie etwas gewesen, die Theaterstimme nun integriert und als Teil dazugehörend.

Mit Where The Trees Are On Fire gelingt ihnen, vergleichbar mit Nick & Kylies Where The Wild Roses Grow (vielleicht liegt das einfach an dieser Rosenthematik?) ein Hit für die Ewigkeit.

Und mit jedem Stück ein neues, extra gestaltetes Bühnenbild, Vorhang auf und neu!
Das zerrupft wirkende Into The Fire mit seltsamen Hintergrundgeräuschen, Glockenklang, und immer interruptem Pianosprengseln, die über Tears For Fears-Gesang meets Fad Gadget treffen um sich dort auszubreiten.

A-R-P schleicht. Geruhsam und ohne Hektik. Und ein wenig schimmert
David Sylvian/Japan leicht in unseren Gedanken.

Fast sakral, kirchengleich und orchestral strebt das Werk seinem Ende entgegen. Als würde der uns während des Hörens begleitende Engel (ob schwarz oder gülden, wir wissen es nicht, wir fühlen nur seine Nähe) nun mit uns in die Lüfte schweben, dahingleiten, außer Sicht schweben.

Wir sehen ihn nicht, doch wir kennen ihn nun.
Und wir werden ihn auf immer vermissen.

° ° °

100/100

THESE NEW PURITANSInside The Rose
Infectious, 22.3.2019

theselp

Infinity Vibraphones
Anti-Gravity
Beyond Black Suns
Inside The Rose
Where The Trees Are On Fire
Into The Fire
Lost Angel
A-R-P
Six

° ° °

 

 

//in english:

Burning wings

In the midst of our tenderness, in silence, in protected warmth, in our proximity, filled with and soaked by our love, a blazing fire, an inexplicable security, an enchanting sound and blossoming in the midst of our tenderness.
A rose.

A theatre-like stage is entered by those who get involved with us. Those who allow their feelings to go free, free their senses from doubt, let their soul glide, trace the sounds, experience, enjoy. Unafraid and unshakable in this silent and yet almost brute power that emanates from this album.

Free from fear, from insecurity, far away from the lamentations of the world, births itself before our senses

Inside The Rose.

With their last album (Field Of Reeds, here’s my review) they had

THESE NEW PURITANS

used the opportunity to sing for us in a conspiratorial and disturbing way in an avant-garde outfit that had fallen out of time.
This time the twin brothers George and Jack Barnett again succeed in increasing the intensity, the feeling of seclusion, of a different worldliness.

It is rancid everywhere, but care, it stings, almost every time, if one approaches thoughtlessly.
Once it’s the strange drums that gain the upper hand, it’s a lovely glow of female voices (Beyond Black Suns), for whom the craft is made difficult by operetta sounds or shrill-metallic insertions. The next moment the boat glides quietly and gently, as if nothing had ever happened, the theatrical voice now integrated and part of it.

With Where The Trees Are On Fire, comparable to Nick & Kylie’s Where The Wild Roses Grow (maybe it’s just this „rose theme“?) they succeed in creating a hit for eternity.

And with each piece another specially designed stage set, curtain up and new!
The ruffled looking Into The Fire with strange background noises, the sound of bells, and always interrupting piano blast, which meet over Tears For Fears vocals meets Fad Gadget to spread there.

A-R-P creeps. Calmly and without any haste. And a little shimmering
David Sylvian/Japan light in our thoughts.

Almost sacral, church-like and orchestral, the work strives towards its end. As if the angel
(whether it’s black or golden, we don’t know, we only feel his nearness) accompanying us while listening would now float with us into the air, glide along, levitate out of sight.

We don’t see him, but we know him now.
And we will miss him forever.

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