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(photo & allrights: JEREMY TUPLIN)

° ° °

Eine fast unheimliche Platte.
Freund, nimm mich bei der Hand.
Halt mich.
Mit Dir schaffe ich alles.
Gib mir Kraft.
Vertrauen.
Freude.
Erinnerungen.

Gib mir Zuversicht, gib mir Hoffnung.
Mach mir eine Gänsehaut, hauch mir sanft ein leisen Gruss hin.
Wir können keine Fremden sein, wir sind Freunde, weißt Du?
Wenn man sich aufeinander verlassen kann, auch wenn man nicht zusammen ist, wenn  man sich nicht sieht. Wenn man aber fühlt, dass man füreinander da ist.
Sag noch ein Wort, nur noch eines.

Und dann sind da natürlich die Worte auf diesem Album. Die einen oft mehr beschäftigen, als man sich vorstellen konnte.
Es wohnt diesen Lyrics eine besondere Kraft inne, eine, die einen nicht ruhen lässt, es sind Geschichten, Erlebnisse, Gefühle die beschrieben werden, erzählt und präsentiert.

Dabei wird oft die Position eines fiktiven Charakters übernommen, ein Blick, der über der Realität schwebt und die allzu menschlichen Regungen gekonnt hinterfragt und oft übertrieben karikiert.

In unnachahmlicher Art verbindet er jammende Gitarren, synthie-Spielereien, Chorgesang und seine einnehmde Stimme zu wahren Prachtexemplaren, die es ein ums andere Mal voll Überraschung für sich zu entdecken gilt.

Zur persönlichen Einstimmung empfehle ich das Eröffnungsstück, Can We Be Strangers, mit unschlagbarem Tiefgang und einer wiederkehrenden Melodiewanderung, die im Gedächtnis haften bleibt oder aber The Machine, einer der Songs, die am leichtesten als eingängig bezeichnet werden kann. Unser Held befindet sich in einer Bar in südlichen Gefilden, ein paar Gläschen sind bereits die Kehle heruntergelaufen und man sinniert über das Wohl und Wehe des Daseins, man wirft schmachtende Blicke auf anwesende Menschen des anderen Geschlechts, findet sich dabei wenn nicht gerade umwerfend so doch aber zumindest einer Reaktion wert.. was folgt ist, leider verloren, nichts.
Pech gehabt, aber so ist das Leben, man kann nicht alles haben, erstrecht nicht Jede bekommen und die rosarote Brille respektive der rosane Spiegel helfen hier nur unwesentlich, reichen unter Umständen gerade mal dazu, nicht zu verbissen und frustriert der Selbstzerfleischung zu frönen.

Ob nun Geschichten über ungeklärte Morde an Ex-Lovern oder Gefühlsanalyse at its best,

JEREMY TUPLIN

schlängelt sich beobachtend, schwarz-humorig in seinen Songs entlang, erinnert an liebgewonnene neuzeitliche Songwriter, von der Atmospäre stellenweise (für mich) nah an den Tindersticks, in jedem Fall ein Album der Abenteuer, für das man sich ein paar Stunde, Wochen, Tage.. Zeit nehmen sollte.

PS: Das Cover von Pink Mirror hat Jeremy übrigens selbst gezeichnet.. macht sich sicher auch als T-Shirt (Link unten) ganz hervorragend.. 😉

° ° °

90/100

JEREMY TUPLINPink Mirror
Trapped Animal Records / Cargo, 5. April 2019

jeremytupco

Can We Be Strangers
Bad Lover
Just Cos Ur Handsome
Pandora’s Box
Pink Mirror
The Machine
Love’s Penitentiary
Frankenstein
Break Up
Humans
The Beast

 

// in english

The Book Of Adventures

An almost creepy record.
Friend, take me by the hand.
Hold me.
I can do anything with you.
Give me strength.
Trust.
Joy.
Memories.

Give me confidence, give me hope.
Give me goosebumps, gently breathe a soft greeting to me.
We cannot be strangers, we are friends, you know?
When you can rely on each other, even when you are not together, when you do not see each other. But when you feel that you are there for each other.
Say just another word, only one more word.

And then of course there are the lyrics on this album.
They often occupy you more than you could imagine.
There is a special power inherent in these words and lyrics, one that doesn’t let you rest, there are stories, experiences, feelings that are described, told and presented.

Often the position of a fictitious character is adopted, a look that floats above reality and skilfully questions the all too human emotions and often exaggerates caricatures.

In an inimitable way he combines jamming guitars, synthie-plays, choir singing and his capturing voice to true splendour copies, which have to be discovered time and again full of surprise.

For personal tuning I recommend the opening song, Can We Be Strangers, with unbeatable depth and a recurring melodic wandering that sticks in your memory, or The Machine, one of the songs that can most easily be described as catchy. Our hero is in a bar in southern climes, a few glasses have already run down his throat and you ponder about the well-being and woe of existence, you cast languishing glances at people of the opposite sex, you find yourself if not gorgeous, but at least worth a reaction… what follows is, unfortunately lost, nothing.
Bad luck, but that’s how life is, you can’t have everything, you can’t get everyone, and the pink glasses or the pink mirror only help insignificantly, may be just enough not to be too dogged and frustrated to indulge in self-destruction.

Whether stories about unsolved murders of ex-lovers or emotional analysis at its best,

JEREMY TUPLIN

meanders observantly, black-humorously along in his songs, reminiscent of loved modern songwriters, from the atmosphere in places (for me) close to the Tindersticks, in any case an album of adventures, for which you should take and have to wait a few hours, weeks, days…

PS: The cover of Pink Mirror was drawn by Jeremy himself by the way… it’s certainly also a great T-shirt (link below)… 😉

 

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