Nimm doch alles: ALEX REX – Otterburn (review)

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(photo & allrights: ALEX REX / bandcamp)

Mit Vermillion hat

ALEX REX

vor ungefähr zwei Jahren ein ziemlich mitreissendes Stückchen Musik geschaffen.

Mit seinen Trembling Bells in der Zwischenzeit ein auch nicht zu verachtendes neues Album veröffentlicht, nun liegt mit
Otterburn
sein neuer Solo-Output vor und bietet wiederum viel unerwartetes und sehr intimes musikalisches Gewirr.

Der Tod seines Bruders während der Zeit der Aufnahme war sicher ein nicht zu unterschätzder Einflussfaktor. Man hört das Leid, das hier verarbeitet werden will, schon in den ersten Zeilen, den ersten Tönen des neuen Longplayers.

Lay Down In Ashes
bei dem nicht nur die Frauen ein Schluchzen nicht verbergen mögen.

Schon im folgenden Amy, May I kreuzt Alex nach einführendem Gospel-Ringelrein die Wege der seeligen Stray Cats mit denen eines Adam Ant zu einem HillyRockyIrgendwas-Billy-Getue und versprüht Charme und Energie, Augen auf, Fresse halten, bewegen!

Nicht genug: Schräger zartschmelzender Countryflair überdeckt eine ausufernde Sangeslinie des kommenden Dildos, eine Mundharmonika tut ihr übriges.
Willy de Ville grüßt von hoch droben.

Steel-Gitarre und einfühlsamer Gesang für einen Whiskey-getränkten Nachmittag folgt auf dem Fuße in Cruel Rule und verbeugt sich vor der gnädig herabscheinenden Sonne des Südens.

Mit viel Naturnähe und Vogelstimmen folgt das Titelstück Otterburn und bringt weckt einmal mehr Fernweh und beschwört Erinnerungen an vergangene Zeiten und Freundschaften herauf, verkriecht sich zum Ende hin dann im eigenen Schneckenhaus, lugt hervor, schwindet.

Ein ganz tiefer Griff in die Folklorekiste hiernach im Duett mit Lavinia Blackwall (ehemals ebenfalls gesangstechnisch bei den Trembling Bells aktiv) Always Already, das in der Gefühlsduselskala den Höchstwert nur schwerlich verpasst. Wer keine Angst vor Gefühl und in die Kindheit zurückversetzt werden hat, liegt hier sicher richtig.

So finden wir hier traurige, ironische und nach dem Inneren fragende und den Ursachen forschende Songs, die oft nahe am Wahnsinn kratzen, letzten Endes aber immer die Kurve kriegen, um als emotionale Baustellen bearbeitet und als Hörer beackert zu werden. Auch wenn man schließlich erkennen muss, dass es aus dem Hier und Jetzt keinen passenden Ausweg gibt und man oft ungefragt wie in einem Labyrinth umherirrt.

Keine leicht Kost selbstverständlich aber lohnenswert ist hier jede Minute die man investiert um dem speziellen Alex Neilson Rex-Universums teilzuhaben.

° ° °

90/100

ALEX REXOtterburn
Tin Angel Records, 29.3.2019

alexrexco

Lay Down In Ashes
Amy, May I?
Dildos
The Cruel Rule
Otterburn
Always Aready
Master
Brother
Latest Regret
Smoke & Memory

// in english:

Just take that everything

With Vermillion

ALEX REX

deliverd a pretty stirring piece of music about two years ago.

With his Trembling Bells, a new album has been released in the meantime, which is not to be scoffed at either.
Otterburn
his new solo output offers again a lot of unexpected and very intimate musical tangle.

The death of his brother during the recording period was certainly an influencing factor that should not be underestimated. You can already hear the suffering that wants to be processed here in the first lines, the first notes of the new longplayer.

Lay Down In Ashes
where not only women may not hide a sob.

Already in the following Amy, May I? Alex crosses the paths of the blissful Stray Cats with those of an Adam Ant to a HillyRockyBillySomething after an introductory Gospel-Ringelrein and sprays charm and energy: Eyes open, shut up, move!

But that’s not all: a weird country flair that melts softly covers an overflowing vocal line of the upcoming dildos, a harmonica does the rest.
Willy de Ville greets from high above.

Steel guitar and sensitive singing for a whiskey-soaked afternoon follows on the foot in Cruel Rule, bowing to the mercifully shining sun of the south.

The title track Otterburn follows with a lot of closeness to nature and bird voices and once again awakens wanderlust and conjures up memories of past times and friendships, crawls away towards the end then in its own snail shell, peers out, disappears.

A very deep grasp into the folklore box afterwards in duet with Lavinia Blackwall (formerly also vocally active with the Trembling Bells) Always Already, who hardly misses the highest value in the emotional dusel scale. If you are not afraid of feeling and are not afraid of being transported back to your childhood, this is the right place for you.

So here we find sad, ironic songs that ask questions about the inside and the causes, that often scratch close to madness, but in the end always get the curve to be worked on as emotional construction sites and listened to as listeners. Even if you finally have to realize that there is no suitable way out of the here and now and that you often wander around unasked like in a labyrinth.

No easy food, of course, but worth every minute you spend to participate in the special Alex Neilson Rex universe.

 

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