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(photo & allrights: KITCHEN / James Keegan / bc)

Die kleinen Dinge sind oftmals die, die einem neue Gedanken zaubern, denen ein feiner Zauber innewohnt und die für Überraschung sorgen.

Ein wunderbares Beispiel ist das neue Werk von James Keegan aus Rochester (NY), der sein Projekt schlicht (angelehnt an eine Kurzgeschichte von Banana Yoshimoto)

KITCHEN

nennt und mit Musikern, die „gerade greifbar und vor Ort sind“ mit
Pussy Willow
aufgenommen hat.

Leise Klänge, die hier mithilfe von Hintergrundgeräuschen eine Lebendigkeit projezieren, schwebend klagende Streicher, ein Gitarrenzupfen dort, ein vorsichtig agierendes Schlagzeug hier, dazu die heimelig wurschtelnde Stimme von Keegan inmitten dieser Folk-Pop-Songs vermögen bei erneut kühlen Außentemperaturen und Schnee im Mai den längst erwarteten Sommer wieder ein Stück präsenter zu machen.

Musik, die warm und weich, sich zugleich aber auch oft mit einem leicht bittersüßen Beigeschmack eben mal nach Aufmerksamkeit streckt ohne dabei aufdringlich zu erscheinen.
Der Gesang ist ein Gebräu aus Babybird-esken Erzählungen und Gemurmel unter der Kapuze eines Regenmantels, die gerade mal über den Mund gerutscht ist; egal, Aufnahme läuft.

In Low-Fi-Manier schleichen Songs wie Coral Branches mit verzerrter Gitarre durch’s Bild, bleiben stecken in Deinen Gedanken und kehren zurück, unerwartet und mit angenehm erfüllenden Erinnerungen. Ein leidendes Geigen gegen Ende des Songs, ein Aufflackern, bevor er von Wolken getragen davonzieht.

Geräuschskizzen, eingestreut und sehnsüchtig, scheinbar – unerkennbar, kurz (interl & may12).

Wenn, wie inden dem stimmungsvollen House Rules folgenden Songs, James auch gesanglich unterstützt wird von seinen MitstreiterInnen kommen da unerwartete Slowcore-Perlen zum Vorschein, die mit Weeping Guitars sich ganz lang machen, der Sonne und unseren Ohren entgegen drängen, unvollkommen und schlingernd, die mit einnehmender Stimmung aus dem Geschehen reißen, eine willkommene Abwechslung bieten um einmal mehr die Dinge einfach sein zu lassen und abzuschalten.

Als Höhepunkt kurz vor Schluß das seelenheilende Part Four, zu dem ich gar nichts weiter sagen möchte: Hört einfach mal hin..

Kleines Album, toller DIY-Spaß, große Unterhaltung.
(und das Ganze gibt’s zum Preis von was Du willst bei bandcamp, Link unten)

92/100

KITCHENPussy Willow

kitchenco

// in english:

Hand-held

The little things are often the ones that conjure up new thoughts, that have a fine magic and that surprise.

A wonderful example is the new work by James Keegan from Rochester (NY), who simply calls his project

KITCHEN

(based on a short story by Banana Yoshimoto) and recordes these new songs with musicians, who are „just tangible and on the spot“ on just a few days ago released
Pussy Willow

Quiet sounds that project a liveliness here with the help of background noises, floating lamenting strings, a guitar plucking there, a cautiously acting drum kit here, in addition the homely wobbling voice of Keegan in the midst of these folk pop songs are able to make the long awaited summer a bit more present with once again cool outside temperatures and snow in May.

Music that is warm and soft, but at the same time also often with a slightly bitter-sweet aftertaste just stretches for attention without appearing obtrusive.
The singing is a brew of Babybird-esque tales and murmurs under the hood of a raincoat that just slipped over the mouth; no matter, the recording is going on.

In low-fi manner songs like Coral Branches with distorted guitar creep through the picture, get stuck in your thoughts and return, unexpectedly and with pleasantly fulfilling memories. A suffering violin towards the end of the song, a flare-up before it leaves carried by clouds.

Noise sketches, scattered and longing, seemingly – unrecognizable, short (interl & may12).

When, as in the songs following the atmospheric House Rules, James is also vocally supported by his comrades-in-arms, unexpected slowcore pearls emerge, which Weeping Guitars make themselves very long, pushing towards the sun and our ears, imperfect and winding, tearing from the action with an engaging mood, offering a welcome change to once again let things be simple and switch off.

As a climax shortly before the end the soul healing Part Four, to which I don’t want to say anything further: Just listen…

Small album, great DIY-fun, great entertainment.
(and the whole thing is for the price of what you want at bandcamp, link below)

 

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