Das kleine Nebenprojekt von Jack White ist ihm längst über den Kopf gewachsen, hat seine White Stripes überlebt und seine Solo-Alben eh verdientermaßen in den Hintergrund gedrängt.

Nun liegt mit
Help Us Stranger
ein neues Werk vor, für meinen Geschmack mit langweilig uninspiriertem Cover und mit Vorschußloorbeeren (wie soll’s auch anders sein, Name relativiert Unvoreingenommenheit) vielerorten überschüttet.

Nun, es ist scheinbar ein unterhaltsames Rockalbum.
Nur ob dies hier die Gegenwart, die Zukunft des Genres ist?
Kreiselnd kreischende Gitarren und ein geheul „Huhuuuuhuuuhuu“.. reicht da schlecht aus.

Schon in Titel Zwei, dem fast Titeltrack fühle ich seltsamerweise die Red Hot Chili Peppers die aufgestellten Rückenhaare heraufbalancieren, die Rock n’Roll-Stimmung wirkt meinenthalben etwas aufgesetzt.

Die Refrains gaukeln Authenzität vor.
Egal, offenbar kommt gut abgekupfert besser an als schlecht selbst gemacht..
Nur.. Nun ja, ich bin unschlüssig und werde mit dem Album nicht recht warm.
Zu gewöhnlich klingt es, zu aufmerksamkeitsheischend, zu wenig sprudeln hier eigene Ideen und zu reduziert auf die „wir sind die wilden Rocker-Ingredienzien“, die hier über die Maßen ausgeschlachtet werden.

Zu unecht klingt da (Only Child) die Synthie-Loop-Orgie inmitten ihres freigewählten Oldtimer-Sounds.
Und gleich folgend das (Hörgerät aus) „Du-Babbel-Di-Babbel-Di„.. (Don’t Bother Me, welch passender Titel!) inklusive Rocky Horror Picture Show-Anleihe macht mich nicht an sondern schreit nach Ende.
Klingt gewollt und trotz Bemühens nicht geschafft, Queen haben das vor Jahrzehnten besser hinbekommen.
Somedays.. nervt.
So könnte ich noch einige Zeilen füllen, mag aber nicht.

Nicht chez moi.

° ° °

51/100

THE RACONTEURS Help Us Stranger (21.6.2019)

raconteursco

Bored And Razed
Help Me Stranger
Only Child
Don’t Bother Me
Shine The Light On Me
Somedays (I Don’t Feel Like Trying)
Hey Gyp (Dig The Slowest)
Sunday Driver
Now That You’re Gone
Live A Lie
What’s Yours Is Mine
Thoughts And Prayers

 

° ° °
in english:

Jack White’s small side project has long outgrown his head, survived his White Stripes and deservedly pushed his solo albums into the background.

Now with
Help Us Stranger
a new work, for my taste with a boringly uninspired cover and with advance floor berries (how could it be otherwise, name relativizes impartiality) in many places.

Well, it seems to be an entertaining rock album.
Only if this is the present, the future of the genre?
Spinning screeching guitars and a howling „Huhuuuuuhuuuhuuuuu“… is not enough.

Already in title two, the almost title track, I strangely feel the Red Hot Chili Peppers balancing up the back hairs, the rock n‘ roll mood seems a bit artificial to me.

The choruses pretend authenticity.
Anyway, obviously good cribbed is better received than bad self-made…
Only… Well, I’m undecided and don’t get quite warm with the album.
It sounds too ordinary, too attention-grabbing, too little own ideas bubble up here and too reduced to the „we are the wild rocker ingredients“, which are exploited here over the measure.

The synthie-loop-orgy sounds too fake (Only Child) amidst their freely chosen oldtimer sound.
And immediately following the (hearing aid from) „Du-Babbel-Di-Babbel-Di“… (Don’t Bother Me, what a fitting title!) including Rocky Horror Picture Show bond doesn’t turn me on but screams for an end.
Sounds deliberate and in spite of effort not managed, Queen did it better decades ago.
Somedays… annoyed.
So I could fill some more lines, but I don’t like to.

Not chez moi.

 

3 Kommentare zu „Bitte, danke, bitte nicht: THE RACONTEURS – Help Us Stranger

  1. Genau so sehe ich das auch. Bei der Platte ist halt einfach viel Luft nach oben, und Glam-Rock hat man mit Sicherheit schon oft weitaus besser gehört. Wo White draufsteht, muss nicht zwangsläufig Qualität drin sein, das kennt man ja bereits von etlichen früheren Aufnahmen – liebe Grüße, Gerhard

  2. Hui, NY klingt spannend!
    Nun, sie sind ja nicht böse oder abgrundtief schlecht.. nur wenig inspiriert und noch weniger überraschend..
    Herzliche Grüße
    Jens

  3. War letzte Woche in NY und hätte das Release-Konzert im Rough-Trade-Laden in Williamsburg am Freitagnachmittag sehen können, hat zeitlich aber leider nicht geklappt. Nachdem ich die Platte gehört habe, war es bei weitem nicht mehr so bedauerlich. Sehe ich ähnlich wie Du – liebe Grüße, Gerhard

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