lustforba

(photo & allrights: LUST FOR YOUTH / bc)

° ° °
Ohrwurm.
Ein ja eher unappetitliches Wort, stellt man sich das Ganze einmal bildlich vor.
Da kriecht, schleicht, schleimt so ein Wurm (kein kleines niedliches Würmchen, nein, ein ausgemacht ausgewachsener, dicker Wurm!) über Gras und Gestrüpp, harrt bei schlechtem Wetter ein wenig aus, wartet auf Sonnenschein.
Um dann aber mit voller Wucht aus dem Irgendwo in unser Gehört zu krabbeln.
Rein und dann Augen zu.

Aber es gibt ja auch Würmer mit Charakter. Also, besondere Würmer.
Die hat man gern mal in seiner Nähe. Und die will man oft auch gar nicht los werden.
So zum Beispiel die, die man auf dem neuen Album von

LUST FOR YOUTH

zuhauf findet.

Eine Platte, die großes mit einem vorhat.
Eine Platte, deren Bestimmung es ist, Dir im Kopf herumzusausen, Dich verrückt zu machen.

Kopenhagen hat die Kleine Meerjungfrau und jede Menge Wasser in der Nähe.
Und sie haben diese Band.
Und die haben dieses Album, eben vor wenigen Tagen bei Sacred Bones veröffentlicht.

Was für ein bemerkenswertes wavig-poppig-stimmungsvolles Teil!
Fast entschwunden ist die Dunkelheit auf dieser neuesten Veröffentlichung von Hannes Norrvide; hier geht es fast fröhlich zur Sache – und die heißt schon irgendwie Electro-Pop.

LUST FOR YOUTH

mit ihrem neuen, nach sich selbst benannten Album streifen hier schon fast Pet Shop-Boys-Attitüden, beglücken uns mit New Order-Einschlag und einer Hintergründigkeit, die nicht umgehend bemerkt wird.
Je mehr man aber nachhört, desto offensichtlicher wird, dass hier nicht einfach der Stiefel heruntergespielt wird sondern mit meist unmerklich Bösem hantiert wird.
Man könnte auch sagen, sie stehen zu ihren Wurzeln, gehören Norrvide und Mitstreiter Malthe Fischer doch ins Iceage-Umfeld.

Und trotzdem haben sie gewagt, diese manchmal geradezu unwiderstehlich ins Ohr und in den Bauch schießenden Songs aufzunehmen, haben keinerlei Hemmungen und Ängste, ihre ureigenen Wege des Pop weiter zu beschreiten.
Schließlich ist ja Pop nicht gleich Pop. Einmal Radio einschalten und lang hingekotzt, die Damen und Herren nennen das wahrscheinlich auch Pop und dreist sogar das Beste davon.

Insignificant kommt mit treibendem Beat, es geht in die Unterwelt..
Und die unschlagbaren Great Concerns und By No Means gehören zum besten und stimmungsvollsten Dark-Pop des Jahres. Mag da kommen was will.

° ° °
93/100

LUST FOR YOUTH Lust For Youth
Sacred Bones, 7.6.2019

Lustforyouthco

New Balance Point
Insignificant
Venus de Milo
Great Concerns
Fifth Terrace
Adrift
Imola
By No Means

// in english:

Dance little sister

Earwig.
A rather unappetizing word, if you imagine the whole thing figuratively.
There a worm (not a cute little worm, no, a full-grown, thick worm!) crawls, sneaks, slips over grass and bushes, waits a little in bad weather, waits for sunshine.
But then to crawl with full force from somewhere into our ears.
Pure and then eyes closed.

But there are also worms with character. So, special worms.
You like to have them near you. And you often don’t want to get rid of them.
For example, the ones you can find on the new album by

LUST FOR YOUTH

in masses.

A record that has big plans for you.
A record whose purpose is to rush around in your head, to drive you crazy.

Copenhagen has its Little Mermaid and lots of water nearby.
And they have this band.
And they released this album just a few days ago on Sacred Bones.

What a remarkable wavig-poppy-atmospheric part!
The darkness has almost disappeared on this latest release by Hannes Norrvide; here it goes almost happily to the point – and it’s called electro-pop somehow.

LUST FOR YOUTH

with their new, self-titled album, Pet Shop Boys attitudes are almost roaming the streets, delighting us with a New Order-touch and a subtlety that is not immediately noticed.
But the more you listen, the more obvious it becomes that the boot is not simply played down here, but is handled with mostly imperceptible evil.
One could also say that they are part of their roots, as Norrvide and fellow fighter Malthe Fischer belong to the Iceage environment.

And yet they have dared to record these sometimes almost irresistibly and belly shooting songs, have no inhibitions or fears to continue their very own paths of pop.
After all, pop isn’t just pop. Once turn on the radio and puke for a long time, the ladies and gentlemen probably call it pop and even cheek the best of it.

Insignificant comes with a driving beat, it goes to the underworld…
And the unbeatable Great Concerns and By No Means belong to the best and most atmospheric dark pop of the year. May there come what may.

 

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