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(photo & allrights: COMET GAIN / Phil Bower)

° ° °

Wenn der Magen rebelliert und das Hirn mal einfach kurz abgeschaltet ist, einfach weil die Musik so geil ist und Spaß macht.
In diesem Fall, wow, wie zu den Zeiten, als Pete Doherty noch ein junger Junge war, als die Libertines-Alben beim ersten Hören dieses vielfache: JA! hervorriefen.

Eine Scheibe, die lautstark in die Welt hinausruft, die rebelliert, die aufschreit:
Nicht der Aufmerksamkeit wegen, sondern wegen dem, was allgemein an den Pranger gestellt gehört, was aber allerorten mittlerweile nicht mehr als ein:
„Nicht schon wieder ..!“ hervorruft.

Eine Scheibe voller Gefühl, Einfühlsamkeit und Fürsorge, gleichsam aber wütend und den Spiegel vorhaltend, nie resignierend und immer auf das Gute hoffend.
Das man dabei mal den Regler nach rechts durchdreht, dass die Verstärker knarren und die Boxen dröhnen, ja, das bleibt nicht aus.

‚If we all spit together we can drown the bastards‘

Ein Blick in die Realtität, die Gegenwart, gegen das Vergessen und das Verharren und Festhalten an alten Traditionen, die in der heutigen Zeit ihren Wert verloren haben.
Eine Hymne für den Hund des verstorbenen Lou Reed, über Menschen, deren einziges Lebensziel in ihrem minderbemittelten Geist die Gewalt zu sein scheint.

Diese hier ist einfach umwerfend. Mit ihrer Mischung aus rauhem Punksong mit reibendem Mädchengesang und feinen kleinen Popsongs, die im Sturm die Herzen erobern können.
Sie haben genügend Energie und vor allem die Fähigkeit, ihre Vorstellungen in Worte, in Texte und Lieder zu verwandeln, die mitreissen und Spaß machen trotz der ihnen innewohnenden ernsten Anliegen.
Nicht aufgeben und weiter kämpfen, mit hochtrabenden Rhythmen und Refrains, deren Texte sich gut für ein Tattoo auf der Stirn eignen würden.
Sie stehen ein für ihre Ansichten und schaffen ohne erhobenen Zeigefinger hinzuweisen.
Sie schaffen Gehör für die, deren Sonne umschleiert scheint, deren Mülleimer mit zugeschissenen Windeln in der Einfahrt stehen, für die endlosen Romantiker, die auf der anderen Seite stehen und jeden Tag, ja, jede Minute gegen Unfairness und Bevormundung rebellieren.

Für die, die teilnahmslos hinnehmen.
Ein willkommener Tritt in den Hintern, genau kräftig genug um ein wenig zu schmerzen und um die Gedanken in Gang zu setzen statt tatenlos zu akzeptieren.

° ° °

98/100
COMET GAINFireraisers Forever! – Bandcamp-Link
Tapete Records, 11. Oktober 2019

cometco

 

We’re All Fucking Morons
 The Girl With The Melted Mind And Her Fear Of The Open Door
 Bad Nite At The Mustache
 Society Of Inner Nothing
 Victor Jara, Finally Found!
 The Godfrey Brothers
 Your Life On Your Knees
Md 8Ts
 The Institute Debased
 Her 33rd Perfect Goodbye
 Werewolf Jacket
 I Can’t Live Here Anymore

// in english:

When the stomach rebels and the brain is simply briefly switched off, simply because the music is so horny and fun.
In this case, wow, like in the days when Pete Doherty was still a young boy, when the Libertines albums produced this multiple: YES! on first listening.

An album that calls out loudly into the world, that rebels, that screams:
Not because of the attention, but because of what generally belongs to the pillory, which however everywhere meanwhile no more than one:
„Not again …“.

A record full of feeling, empathy and care, but at the same time angry and holding up the mirror, never resigned and always hoping for the good.
That you turn the knob to the right, that the amplifiers creak and the speakers boom, yes, that doesn’t stop.

‚If we all spit together we can drown the bastards‘

A look into reality, the present, against oblivion and the persistence of old traditions that have lost their value in modern times.
A hymn for the dog of the passed Lou Reed, about people whose only aim in life seems to be violence.

This one is simply stunning. With her mixture of rough punk song with grinding girl singing and fine little pop songs, which can conquer the hearts in the storm.
They have enough energy and above all the ability to transform their ideas into words, lyrics and songs that are captivating and fun despite their inherent serious concerns.
Don’t give up and keep fighting, with high-sounding rhythms and choruses whose lyrics would make a good tattoo on your forehead.
They stand up for their views and create without pointing the finger.
They create a hearing for those whose sun shines around them, whose garbage cans with shitted diapers stand in the driveway, for the endless romantics who stand on the other side and rebel every day, every minute against unfairness and paternalism.

For those who accept indifferently.
A welcome kick in the ass, just strong enough to hurt a little and to set the thoughts in motion instead of accepting apathetically.

 

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