longbeardba

Träumerisch und behutsam, so könnte man die ersten Eindrücke beim Hören des neuen, zweiten Albums von Leslie Bear unter dem Namen

LONG BEARD

bezeichnen.

Eine kurze Einführung, schon hier wird klargestellt, was einen in etwas mit den kommenden neun Titeln erwartet.  Eine Frau auf ihrem Weg, cool und selbstbewusst erscheinend, mit coastig segelnden Gitarren (Getting By), das anschließende Snow Globe kommt rückwärtsgespult, in quasi Endlosschleife im Hintergrund ihres einfühlsamen und von Sehnsucht gekennzeichneten Gesangs. Wenn nach etwa eineinhalb Minuten leiser Kling-Klang einsetzt kommt etwas Fahrt auf, die birdsigen Gitarren schwingen auch hier mit und spätestens im folgenden Sweetheart bekommt man einen ungefähren Eindruck vom Ansinnen der Künstlerin beim Aufnehmen ihrer Songs: Wenn Loosing My Religion-Zupfgitarre auf Suzanne Vega-Romantik trifft, scheint hier jemand auf der Suche.

Mutmaßlich nach einem Ort, einer Zuflucht, einem Gefühl von Dazugehörigkeit und Geborgenheit, ein Wissen um gute Freunde, ein Heim in dem man sich nicht nur zuhause fühlt und ein wenig Ruhe, Besinnung – all dies hat Leslie Bear mit ihrer Rückkehr an den Ort ihrer Jugend, nach New Brunswick in New Jersey versucht zu finden. Da aber die Welt sich weiter und weiter dreht hatten ihre alten Freunde der Heimat den Rücken gekehrt – so liess eine Flucht in die Erinnerung an früher nicht lang auf sich warten.
Demnach ist es nicht verwunderlich, dass Klänge von Erinnerung und Sehnsucht auf
Mean To Me
den Ton bestimmen.

Eine Erinnerung an eine Jugendliebe, an die viel gedacht wird (Sweetheart), mithilfe der man aber die Zeit nicht zurückdrehen kann.
In The Morning schimmert wie Bridie Monds-Watson (Soak) und verströmt eine beschauliche Wohligkeit. Man kann sich sicher streiten, ob bei all der stimmungsvollen Suche nach Gemütlichkeit, die immer getragen und vorangetrieben wird von Leslies Stimme nicht die ein oder andere Bruchstelle dem Werk gut getan hätte.
Aber ganz egal, was wir hier haben ist ein modern erzähltes und ans Herz gehendes, ein sehr persönliches Abenteuer eine jungen Musikerin auf dem Weg in eine womöglich leuchtende Zukunft.


° ° °

84/100

LONG BEARDMeans To Me Bandcamp-Link
Double Double Whammy, 13.9.2019

longbeardco

Countless
Getting By
Snow Globe
Sweetheart
Empty Bottle
In The Morning
Forever
Means To Me
Monarch
The Last

// in english:

On the search

Dreamy and cautious, that’s how you could get your first impressions when listening to Leslie Bear’s new second album under her moniker

LONG BEARD

to describe.

A short introduction, already here is clarified, what one expects in something with the coming nine titles. A woman on her way, appearing cool and self-confident, with coast-like sailing guitars (Getting By), the following Snow Globe comes backward wound, in a quasi endless loop in the background of her sensitive and longing singing. When after about one and a half minutes a soft ringing sound sets in, the birdsy guitars swing along and in the following sweetheart at the latest you get an approximate impression of the artist’s intentions while recording her songs: When Loosing My Religion plucked guitar meets Suzanne Vega romanticism, someone seems to be searching.

Presumably looking for a place, a refuge, a feeling of belonging and security, a knowledge of good friends, a home where you don’t just feel at home and a little peace, reflection – all this Leslie Bear tried to find with her return to the place of her youth, New Brunswick in New Jersey. But as the world continues to turn, her old friends have turned their backs on her homeland – so an escape into the memory of the past was not long in coming.
So it’s not surprising that sounds of memory and longing are heard on
Means To Me
set the tone.

A memory of a youthful love that is often thought of (sweetheart), but with which one cannot turn back time.
In The Morning shimmers like Bridie Monds-Watson (Soak) and exudes a tranquil well-being. One can surely argue whether, with all the atmospheric search for cosiness that is always carried and pushed forward by Leslie’s voice, the one or other break would not have done the work good.
But no matter what we have here, it is a modernly told and heartfelt, a very personal adventure for a young musician on her way to a possibly bright future.

 

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