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(photo & allrights: GREAT GRANDPA / West Smith)

° ° °
Oh Du wunderbare Welt!
Oh Du vertrauter, dennoch fremder Klang!
Verzauberst zugleich mein Ohr und mein Herz! Bedienst mein Hirn und mein Gefühl!
Kommst herein und schleichst Dich nah zu mir, kuschelst Dich unter’s Deckchen und machst es Dir bequem, wärmst mich, gibst mir Hoffnung, Vertrauen und Wärme!

Oh, GREAT GRANDPA!
Welch harmonisch-dysharmonisch aufreibend anschmiegsames Teil habt Ihr hervorgebracht.
Da wird einem ganz warm ums Herz. Ich wiederhole mich.

Schon gleich nach einigen Momenten und einer der aufregendsten Singles des Jahres (Digger) ist mir, als würden wir uns schon ewig kennen.

Choräle, nebeneinander, dann dieses Kieksen, das stimmliche Ausbrechen, zur Seite wegflutschen, sich aufrappeln, konnte Dolores O Riordan und kannst Du auch.

GREAT GRANDPA
ist eine fünfköpfige Band aus Seattle, Alex Menne (Lead-Gesang), Pat Goodwin (Gitarre, Background-Gesang), Dylan Hanwright (Gitarre), Cam LaFlam (Schlagzeuger) und Carrie Goodwin (Bass), die nach unendlich scheinenden Tourneen nach der Veröffentlichung ihres Debüts Plastic Cough sich in verschiedene Richtungen der US zerstreuten und zunächst einmal nicht wussten, wie es aufgrund der unbekannten örtlichen Trennung bandtechnisch weitergehen würde.

So ist im Gegensatz zur Entstehung ihres Erstlings schon beim Schreiben der Songs alles anders: Jeder für sich und dann, letzten Endes zu den Aufnahmen trafen sie sich im Studio um zu feilschen, zu verändern, zu verbessern, abzustimmen, Konsens zu finden und die hier wohlfeil dargebotenen neuen Songs ihrem Publikum zu präsentieren.

Der Titel des Albums, in Anlehnung an eine Tarotkarte, bedeutet Ruhe, Zeit zur Besinnung, Zeit um zu sich finden und spiegelt einfach die Situation der Band gut nach.

Die Songs wirken mitunter zerbrechlich, vorsichtig, abtastend, scheinen langsam voranzuschreiten, zu testen, finden festen Boden unter den Füßen, tanken Energie, Mut und Kraft und strotzen dann vor oft fast hymnischer Anmut um im nächsten Moment wieder suchend wie das Kind, das im Einkaufsladen im Menschengewühl des späten Samstagnachmittags die Hand seiner Mutter verloren hat.

GREAT GRANDPA

versuchen mit ihrer Musik ihre Art der Sicht auf die Welt weiterzugeben. Sie wollten ein ehrliches Album machen, eines, das Ausdruck ihrer Erfahrung und ihres Zusammenlebens symbolisiert. Der Monat in Way Out, einem neuen Studio in den Wäldern nahe Washington, wo sie den Großteil der Aufnahmen machten, hat ihnen gezeigt, wie es geht und wohin sie ihre Ideen führen, die naturnahe Umgebung tat ihr Übriges und so fanden auch einige Geräusche wie das Zwitschern der Vögel und das Geräusch vom Regen vor der Tür. In all ihren Songs, in den teils düsteren Texten bleibt nie lange das Licht aus, spätestens wenn sanfte Klavierklänge auf widerspenstige Gitarren treffen, entzünden sie mit ihren Songs eine Kerze für uns.

Dabei wirkt es nie strukturiert sondern in eine unklaren Rauheit mutig und souverän, vergisst aber nicht, ab und an einen scheuen Blick nach Draußen zu werfen.
Denn trotz all der Veränderung, die um uns und mit uns geschieht, haben wir das Wiessen um uns, dass wir selbst immer wir selbst bleiben.

° ° °
98 / 100

GREAT GRANDPAFour Of Arrows
Big Scary Monsters / Double Doulbe Whammy, 25.10.2019

greatgrandco

Dark Green Water
Digger
English Garden
Mono No Aware
Bloom
Endling
Rosalie
Treat Jar
Split Up The Kids
Mostly Here

 

 

 

// in english:

We stay

Oh, you wonderful world!
Oh you familiar, yet strange sound!
Enchants at the same time my ear and my heart! You serve my brain and my feeling!
Come in and sneak close to me, snuggle up under the blanket and make yourself comfortable, warm me, give me hope, trust and warmth!

Oh, GREAT GRANDPA!
What a harmonic-dysharmonic, gruellingly cuddly part you have produced.
It makes your heart warm. I repeat myself.

Just after a few moments and one of the most exciting singles of the year (Digger) I feel as if we’ve known each other forever.

Chorales, side by side, then this „Kieksen“, the vocal breaking out, slipping away to the side, scrambling up, Dolores O’Riordan could and so you can.

GREAT GRANDPA
is a five-piece band from Seattle, Alex Menne (lead vocals), Pat Goodwin (guitar, background vocals), Dylan Hanwright (guitar), Cam LaFlam (drums) and Carrie Goodwin (bass), who after seemingly endless tours after the release of their debut Plastic Cough scattered in different directions of the US and didn’t know how it would go on due to the unknown local separation.

So, in contrast to the creation of their first album, everything is different when writing the songs: Everyone for themselves and then, in the end for the recordings, they met in the studio to haggle, to change, to improve, to vote, to find consensus and to present the new songs presented here to their audience.

The title of the album, based on a tarot card, means peace, time for reflection, time to find oneself and simply reflects the situation of the band well.

The songs sometimes seem fragile, cautious, palpating, seem to progress slowly, to test, to find solid ground under the feet, to refuel energy, courage and strength and then burst with often almost hymnic grace, only to find the next moment again searching like the child who lost his mother’s hand in the crowd of people in the shop late Saturday afternoon.

GREAT GRANDPA

try to pass on their way of looking at the world with their music. They wanted to make an honest album, one that symbolizes the expression of their experience and their coexistence. The month in Way Out, a new studio in the woods near Washington, where they made most of the recordings, showed them how it was going and where their ideas were going, the near-natural environment did the rest and found some noises like the chirping of birds and the sound of rain at the door. In all their songs, in the partly gloomy lyrics the light never stays out for long, at the latest when soft piano sounds meet stubborn guitars, they light a candle for us with their songs.

It never seems structured but courageous and sovereign in an unclear roughness, but doesn’t forget to take a shy look outside from time to time.
Because despite all the changes that happen around us and with us, we have the feeling around us that we always remain ourselves.

 

 

 

 

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