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(photo & allrights: DAYBEHAVIOR / bandcamp)

° ° °

Es war ungefähr 1996, München.
Nähe Ostbahnhof, es gab dort diesen Plattendealer. MONO.
Mehrmals wöchentlich lief ich dort auf um mein Angestelltengehalt unters Volk zu bringen. Und immer wieder überraschte mich Mr. Mono mit neuen Klängen, hatte Vorschläge und natürlich die neusten Hits aus England.
Cast war beispielsweise so eine unvergessene Entdeckung für mich.
Und dazu gab es dort unschlagbar faire Preise, die lockten.
Auch entdeckte ich dort eine Maxi-CD (sonst so gar nicht meins..) mit dem Titel „Der Ritt auf der Sau“ – ich suche nun seit Jahren vergeblich nach dem Ursprung diese Titels, der mich irgendwie nie losgelassen hat. Es gab irgendwie Falsett-Gesang…

Und dann gab es da

DAYBEHAVIOR.

Die neue CD für 8.- Mark.
„Willste reinhören?“
„Mach mal an..“
Hello durchstömte die heiligen Halle und packte mich.

Jahre später hatte ich die Melodie noch im Kopf, aber leider keinen Plan mehr, wer das gesungen hat. Habe mich dann in einer stillen Stunde in den Keller zurückgezogen und die geordneten CD-Bestände durchforstet. Schwierig, wenn man nicht weiß, bei welchem Buchstaben man suchen soll. Irgendwann hatte ich es. Diese Schweden…

Jahre später, also.. Jahrzehnte… fand ich bei Youtube irgendwas von dieser Band, schaute auf das Veröffentlichungsdatum und konnte es nicht glauben.

Und hier und jetzt.. läuft die neue CD
Based On A True Story
rauf und runter und das alte, vertraute, wohlige Gefühl hat mich wieder.
Sie machen es noch wie damals, sie klingen frisch, disco-like wie Ende der 80er –  und dennoch aktuell und Up-To-Date.

Ihr Charme und ihr Gefühl für grandiose Melodien haben sie sich erhalten und so ist es denn kein Wunder, wenn man sich binnen Minuten einfach wohl eingehüllt und umschmeichelt fühlt.

Dabei funktioniert das Ganze auch in gemächlicherem Tempo, There’s Nothing Else überzeugt durch traumhafte Synthies und hingehauchten Lemon-Incest-Engelsklang.

Sind Sängerin Paulinda Crescentini , Tommy Arell und Carl Hammar auch nicht jünger geworden (ein Blick in den Spiegel bestätigt, mir geht es ähnlich) und muten optisch an wie Jennifer Rush trifft Professor Boerne, überragen ihre warmen und stets mit Wippfaktor ausgestatteten Sounds in der Mehrzahl all dieses emporgeschossene Getümmel von Bands, die nicht in der Lage sind, sich Namen zu geben die man, wenn man sie liest auch aussprechen kann..

So kommen sie klangtechnisch den neuesten Ladytronklängen nahe und schaffen Gedankenassoziationen zur wunderbaren Princess Chelsea, wie hier nachzuhören im ans Herz gehenden Schmachtsong A Boy A Girl und bieten sicher auch für Lush-/Piroshka-/Miki Berenyi-Fans eine willkomemne Bereicherung.

Musik die niemandem weh tut, die Spaß macht, die ins Herz trifft, die seltsam wehmütig ans letzte Jahrhundert erinnert und deren herrlich erfrischende Synth-Dreampop-Arrangements einfach unwiderstehlich sind.

° ° °
97/100

DAYBEHAVIORBased On A True Story

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Burning Slowly
Tears That Dry
There’s Nothing Else
Driving In My Car
A Boy A Girl
Serge’s Kiss
Solitude
It All Started With A Train
A Perfect Day
Change (Extended 12“ Mix)
The Whispering Garden
Washed Away

° ° °
in english:

Old love doesn’t rust

It was about 1996, Munich.
Near Ostbahnhof, there was this record dealer. MONO.
Several times a week I went there to sell my salary to the people.
And again and again Mr. Mono surprised me with new sounds, had suggestions and of course the newest hits from England.
Cast, for example, was such an unforgettable discovery for me.
And for that there were unbeatably fair prices, which lured.
I also discovered there a Maxi-CD (otherwise not mine…) with the title „Der Ritt auf der Sau“ – I have been searching for years for the origin of these titles in vain, which somehow never let me go. There was somehow falsetto singing…

And then there was

DAYBEHAVIOR.

The new CD for 8 Mark.
„Will you listen in?“
„Turn it on.“
Hello poured through the holy hall and grabbed me.

Years later I still had the melody in my head, but unfortunately no more plan who sang it. Then in a quiet hour I retired to the basement and went through our arranged CD stocks. Difficult if you don’t know which letter to look for. At some point I had it. These Swedes…

Years later, so… Decades… I found something of this band on Youtube, looked at the release date and couldn’t believe it.

And here and now… the new CD
Based On A True Story
runs up and down and the old, familiar, comforting feeling has me back.
They do it like back then, they sound fresh, disco-like like the end of the 80s – but still up-to-date and up-to-date.

They kept their charm and their feeling for great melodies and so it’s no wonder that you just feel enveloped and flattered within minutes.

The whole thing also works at a slower tempo, There’s Nothing Else convinces with dreamlike synths and a breathy Lemon-Incest-Angels-Sound.

Are singer Paulinda Crescentini , Tommy Arell and Carl Hammar also not younger (a look in the mirror confirms, it’s similar to me) and look like Jennifer Rush meets Professor Boerne, their warm and always luffing sounds tower over the majority of all this roaring turmoil of bands that are not able to give themselves names you can pronounce when you read them…

Thus they come close to the latest Ladytron sounds and create associations of thoughts to the wonderful Princess Chelsea, as can be heard here in the heart-warming song A Boy A Girl and certainly also offer a welcome enrichment for Lush-/Piroshka-/Miki Berenyi fans.

Music that doesn’t hurt anyone, that brings lots of fun, that hits the heart, that reminds us of the last century in a strangely melancholic way and whose wonderfully refreshing Synth-Dreampop arrangements are simply irresistible.

**with a little help http://www.DeepL.com/Translator

4 Kommentare zu „Alte Liebe rostet nicht: DAYBEHAVIOR – Based On A True Story (review)

  1. Ja, mach ich gerne, beim Günter schau ich alle paar Monate mal vorbei.
    Viele Grüße,
    Gerhard

  2. Hach.. ich war schon so lange nicht mehr in München – und noch viel länger nicht mehr dort.
    Falls Du mal wieder dort einkehrst, grüß mal vom Jason.
    Ich glaub zwar nicht, dass er sich erinnert, aber..
    Nun, mal schauen, vielleicht ja 2020.
    Liebe Grüße zurück,
    Jens

  3. Das Mono hinterm Ostbahnhof gibt es immer noch, Gottlob. Münchens bester Second-Hand-Laden für Tonträger.
    Viele Grüße,
    Gerhard

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