alexandrasaba
(photos & allrights: ALEXANDRA SAVIOR / facebook)

° ° °

Mit einer in jedem Moment über alle Zweifel erhabenen, äußerst einnehmenden und in vielerlei Variationen verführerischen Stimme, die zwischen Mitski und Lana del Rey  entlang ihrer Dark-Nostalgia-Geschchten entlangmanövriert, kommt
The Archer
von

ALEXANDRA SAVIOR

auf ihrem soeben veröffentlichten zweiten Album und zieht uns zu Beginn des noch in vielen Belangen jung(fräulichen) Jahres 2020 binnen weniger Sekunden in ihren Bann.

Mit synthetischen Retro-Klängen, Orgeltönen und in wie in inneren Kreisen schwelgenden Gitarren, getrieben (oder gebremst) von Beats und einer nostalgisch anmutenden Atmosphäre oder wie in  Send Her Back mit Chor und sehnsuchtsvollem Jauchzen, ein dicht gewebter undurchdringlicher Teppich, unsere Trance beginnt.
So schlängelt sich die junge amerikanische Musikerin durch ihre in intensiver Arbeit selbstgeschriebenen Songs (auf dem Debüt erhielt beim Songwriting noch tatkräfigte Unterstützung von Alex Turner) und schafft eine tiefemotionale Achterbahnfahrt in haunting Songs über die Liebe – und das Leben an sich.

Wirkt die Einstimmung noch verhalten, spätestens beim instant-Klassiker Howl stehen dann aber einfach nur die Mäuler offen und sämtliche Körperbehaarung in die Höhe. Unterschwellig anmachend, übertüncht von einer Synthie-Schleife, die sich einfach und dennoch ungemein wirkungsvoll dauerhaft wiederholt.
Schon im nächsten Song (dem erwähntem Send Her Back)  fühlen wir uns frankophil und erinnern dezent einer Charlotte Gainsbourg.

Sie schlendert festen Schritts in hochhackigen Schuhen und im wehenden Nachthemd durch einsam wirkende, laternenbeschienene Gässchen, schafft es dabei selbstbewust zu lächeln und alle Vorhänge mit Leichtigkeit zur Seite zu wischen, balancierend in ihren Songs, stets scheint sie direkt aus einer dunklen Vergangenheit in die Gegenwart zu gelangen um sich nach kurzer Orientierung gekonnt und strahlend niederzulassen inmitten ihrer Hörerschaft, die staunend und leicht irritiert ihre Klänge in sich aufsaugt.

Mit überzeugendem, mit Leichtigkeit aus dem Ärmel geschütteltem tiefgehenden Songwriting schafft sie eine traumgleiche, meist entspannte Stimmung, man fühlt sich in fester Umarmung, spürt dennoch ungeahnte Freiheit und ein tröstendes und nahegehendes musikalisches über den Kopf streicheln. Hier folgt ein Leckerbissen dem nächsten, keine Zeit zum Zurücklehen oder Verschnaufen, man ist zu gebannt von ihren emotionalen Spitzfindigkeiten – zuckersüß in knackiger Hülle oder in leidenschaftlicher Hingabe. Es bleibt ein wundersam einfühlsamer, psychedelisch-düsterer Retroschimmer, der immer wieder durchscheint, durchzogen und geprägt von ihrer Entwicklung als eigenständige Musikerin.

Die das Album beenden Lyrics stellvertretend und zusammenfassend:
I lick the blood from your lips

° ° °

94/100

ALEXANDRA SAVIORThe Archer
30th Century Records, 10.1.2020

alexsavco

Soft Currents
Saving Grace
Crying All The Time
Howl
Send Her Back
Can’t Help Myself
The Phantom
Bad Disease
But You
The Archer

 

// in english:

Blood-licked

With a voice that is beyond all doubt at every moment, extremely engaging and seductive in many variations, maneuvering between Mitski and Lana del Rey along their dark nostalgia stories, comes

ALEXANDRA SAVIOR

with
The Archer,
her just released second album and at the beginning of the still in many respects young(wifely) year 2020 – and she cast a breathtaking spell over us within seconds.

With synthetic retro sounds, organ tones and guitars revelling in as if in inner circles, driven (or slowed down) by beats and a nostalgic atmosphere or like in Send Her Back with choir and yearning whooping, a densely woven impenetrable carpet, our trance begins.
Thus the young American musician meanders through her self-written songs (on her debut she received energetic support from Alex Turner) and creates a deeply emotional rollercoaster ride in haunting songs about love – and life itself.

While the tuning may still seem restrained, at the latest with the instant classic Howl the mouths are open and all body hair is up in the air. Subliminal turning on, whitewashed by a synthie loop, which repeats itself simply and yet incredibly effective permanently.
Already in the next song (the mentioned Send Her Back) we feel francophile and remind discreetly of a Charlotte Gainsbourg.

She strolls with firm steps in high heels and in a waving nightgown through lonely lantern-lit alleys, manages to smile confidently and to wipe all curtains aside with ease, balancing in her songs, always seems to come directly from a dark past into the present, and after a short orientation, to settle down skillfully and radiantly in the midst of her audience, which absorbs her sounds in astonishment and slight irritation.

With convincing deep songwriting, shaken out of her sleeve with ease, she creates a dreamlike, mostly relaxed mood, you feel in a firm embrace, yet feel undreamt-of freedom and a comforting and approaching musical caress over your head. Here one treat follows the next, no time to rest or take a breather, you are just too captivated by her emotional quirks – sugar-sweet in a crisp shell or in passionate devotion.
What remains is a wondrously sensitive, psychedelic-dark retro glimmer that shines through again and again, permeated and shaped by her development as an independent musician.

The lyrics end the album vicariously and summarizing:
I lick the blood from your lips

 

 

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