rikiba

(photo & allrights: RIKI / bandcamp)

° ° °

Synth-Pop aus Los Angeles im 80er-Jahre-Ambiente mit deutschen Texten?

RIKI

kann das.

Niff Nawor’s selbstbetiteltes Debüt erscheint am Valentinstag und hat diese Beats, die an Boytronic, die frühen Yazoo und ähnliche Synthie-Disco-Acts längst vergangener Jahre erinnern, angereichert mit süsslicher Düsternis und dem Hauch von Niedlichkeit in der Stimme. Hinzu kommt es bei Titeln wie Strohmann oder Böse Lügen (nicht Lögen, nein nein) zu seltsam fremd klingenden, fantasievollen Übersetzungen ihrer Texte ins Deutsche.

Deine Bösen Lügen küssen mir die Ohren, Deine Bösen Lügen macht mich verloren.
Und ich frage Dich, was gibt’s noch?

Da schwankt man zwischen „hach, geil“ und „ach Gott“..

Ihr Hang und ihre Affinität zum Gothic-Deathrock-Genre stammt schon aus ihrer Jugend. Christian Death, Toyah, Nina Hagen. Als sie aus Oregon nach Oakland zog, spielte sie mit Crimson Scarlet und engagierte sich in der Deathrock-Szene.

RIKI

lernte ein paar Jahre Deutsch, hatte eine Phase, in der sie sogar auf deutsch dachte. In dieser Zeit sind die Texte entstanden. Böse Lügen ist ein trauernder Song, voll Melancholie und Bitterkeit, vermengt mit Wut und Enttäuschung. Nicht immer werden einem in gleicher Weise entgegenkommende Gefühle erwidert, es geht um unerwiderte Liebe. Ein Gefühl, das einem das Herz zerreisst.
Auch Strohmann hat eine ähnliche Thematik.

Wenn sie doch nur die Innovation und die Eingängigkeit mancher Songs durchgehend beibehalten könnte.. Einige Songs blubbern in Synthiespielereien recht teilnahmslos vor sich hin ohne an bereits ihre Vorabsingles anknüpfen zu können.
Spirit Of Love hat beispielsweise relativ wenig, was in Erinnerung bleibt.
Ob gewollt oder nicht gekonnt, man weiß es nicht. Was auch einen zugegebenermaßen strangen Eindruck hinterlässt, eine Art, ja, vielleicht Naivität, es bleibt ein wenig zwischen den Dingen hängen.
Aber das hat ja auch was, muss man zugeben.

Dann wieder, wie kurz vor Ende mit Come Inside mit einnehmendem Beginn, schon hat sie uns wieder.

Ein interessantes und bisweilen recht kurzweilig gestaltetes Werk mit Hochs und Tiefs und trotz einiger Schwankungen absolut hörenswert.

° ° °
83/100

RIKIRiki
Dais Records, 14.2.2020

rikico

Strohmann
Napoleon
Böse Lügen
Know
Earth Song
Spirit Of Love
Come Inside
Monumental

° ° °

// in english:

Single step

Synth-Pop from Los Angeles in 80s ambience with German lyrics?

RIKI

can do that.

Niff Nawor’s self-titled debut is released on Valentine’s Day and has these beats, which remind of Boytronic, the early Yazoo and similar synth disco acts of long gone years, enriched with sweet darkness and a touch of cuteness in the voice. In addition, titles like Strohmann or Böse Lügen (not Lögen, no no) lead to strangely strange sounding, imaginative translations of their lyrics into German.

Deine Bösen Lügen kiss my ears, Deine Böse Lügen makes me lost.
And I ask you, what else is there?

You vacillate between „hach, gorgeous“ and „oh God“.

Her penchant and affinity for the gothic death rock genre dates back to her youth. Christian Death, Toyah, Nina Hagen. When she moved from Oregon to Oakland, she played with her band Crimson Scarlet and got involved in the death rock scene.

RIKI

learned German for a few years, had a phase where she even thought in German. It was during this time that the texts were written. Böse Lügen is a grieving song, full of melancholy and bitterness, mixed with anger and disappointment. It is not always about feelings that are reciprocated in the same way, it is about unrequited love. A feeling that tears your heart apart.
Strohmann also has a similar theme.

If only she could keep the innovation and the catchiness of some songs throughout. Some songs bubble along in synths quite apatheticly without being able to tie in with their pre-release singles.
Spirit Of Love for example has relatively little that remains in memory.
Whether intentionally or not, you don’t know. Which also leaves an admittedly stringy impression, a kind of, yes, maybe naivety, it gets a little bit stuck between things.
But there’s something to that, everyone must admit.

Then again, like shortly before the end with Come Inside with its engaging beginning, she has catched us (back) again.

An interesting and at times quite entertaining work with ups and downs and despite some fluctuations absolutely worth listening to.

 

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