(photo & allrights: LAEL NEALE / Facebook)



LAEL NEALE

hätte auch ohne Zweifel bei jeglicher gemeinsamen Sache mit Janis Joplin eine gute Figur gemacht.

Ihr neues Album
Acquainted With Night
beginnt mit orgelgleicher Unterstützung über ihrer leicht brüchigen Stimme, die gern mal einen Höhenflug unternimmt und dabei rücksichtslos alles und JedeN niedersingt und mitreisst.

Der Wind bläst, leise und sanft aber unaufhörlich.
Und Der Whisky fließt, sanft und unaufhörlich.
Und die Jukebox spielt ohne Unterlass diese Platte.
Diese eine Platte, bei der ich mich gern verliebt hätte.
Wenn man das von einem Album sagt, bedeutet das schon etwas.
Etwas mehr.
Viel.
Ein herzliches, ergreifendes, dabei aber nicht immer greifbares Werk mit klaren Remineszenzen an vergangene Tage, die nicht desto trotz aktuell klingen und, wenn man nach draußen schaut, genau richctig scheinen, zu knospenden Schneeglöckcken und erwachenden Igeln, wenn es nicht nur auf dem Plattenteller scheppert, sondern im Garten unter der Linde der Laubhaufen in Bewegeung gerät und die Natur für einen neuerlichen Rundgang bereit zu stehen scheint.

Tiefgehende Leichtigkeit. Romantik und Empathie. Kein Fremdwort bei dieser Musik, die authentisch, beherzt, frisch und durchdringend wundervoll ihren Weg direkt in unsere Herzen findet.
Es braucht nicht viel so lange man hier einfach dieses Gefühl der Vertrautheit und des Vertrauens, der Geborgenheit vermittelt bekommt – ohne Forderungen, ohne Ansprüche auf irgendetwas, einfach so, freigiebig, intim, zum Atem stockenden Hören, zum Niederknien schön.

Unnachgiebig tönt die hier das Omnichord, ein überaus passendes, Naele wie auf den Leib geschnittenes Instrument, mit dem auf diesem Album gleichzeitig tiefste Sehnsucht, ergreifendes Herzblut aber auch zupackende Ernsthaftigkeit adäqutat transportiert wird.
Es ist anrührend, es ist so voll mit Liebe und Gefühl, man kommt nicht umhin ab und an ein Tränchen zu verdrücken wenn hier einem tiefen Bedürfnis, einem so direkten und ernsthaften Gefühl Töne verliehen werden.
Es ist fast, als könnte sie mit ihrem Gesang und Ihren die Töne in Bewegung versetzen, sie zu Bildern, zu Gedanken, zu massiv persönlichen Songs werden lassen.
Über all dem schwebt wie der Zuckerguss auf dem Blätterteiggebäck die Stimme von Lael Neale.

Wie man spannende Songs schreibt und wie man die dann auch noch passend auf Platte bannt, hat die aus Virginia stammende Lael mit ihrem neuen Album zur Genüge beweisen. Auf ihrem Debüt auf Sub Pop steigert sie sich quasi minütlich und kreiert ein Werk ohne Distanz, ein Album das Zeit und Raum vergessen lässt und sich anschmiegt wie die neue Liebe in lauer Nacht.
° ° °

98/100

LAEL NEALE – Acquatinted
Sub Pop, 19.2.2021

Blue Vein
Every Star Shivers in the Dark
Acquainted with Night
White Wings
How Far Is It to the Grave
For No One For Now
Sliding Doors & Warm Summer Roses
Third Floor Window
Let Me Live by the Side of the Road
Some Sunny Day


// in english:

Aural Sensation
LAEL NEALE
would undoubtedly have cut a fine figure on any joint effort with Janis Joplin.
Her new album
Acquainted With Night
begins with organ-like support over her slightly brittle voice, which likes to soar, ruthlessly singing down and carrying away everything and everyoneN.
The wind blows, softly and gently but incessantly.
And the whisky flows, softly and incessantly.
And the jukebox plays this record without stopping.
This one record that I wish I could fall in love while listening to it.
When you say that about an album, it means something.
Something more.
A lot.
A heartfelt, moving, yet not always tangible work with clear reminiscences of days gone by, which nevertheless sound current and, if you look outside, seem just right, to budding snowdrops and awakening hedgehogs, when it not only rattles on the turntable, but in the garden under the linden tree the pile of leaves starts to move and nature seems to be ready for another tour.
Profound lightness. Romance and empathy. No stranger to this music, which authentically, spiritedly, freshly and penetratingly wonderfully finds its way directly into our hearts.
It doesn’t take much as long as one simply gets this feeling of familiarity and trust, of security conveyed here – without demands, without claims to anything, just like that, bountiful, intimate, for breath-holding listening, for kneeling down beautiful.
The omnichord sounds relentlessly here, an extremely suitable instrument, tailor-made for Neale, with which the deepest longing, moving heart and soul, but also gripping seriousness is adequately transported on this album.
It is touching, it is so full of love and feeling, one can’t help but shed a tear now and then when a deep need, such a direct and serious feeling is given sound.
It’s almost as if she could set the sounds in motion with her singing and yours, make them become images, thoughts, massively personal songs.
Hovering over it all, like the frosting on puff pastry, is Lael Neale’s voice.
How to write exciting songs and how to capture them appropriately on record is something Lael, who hails from Virginia, has proven enough with her new album. On her debut on Sub Pop she increases almost by the minute and creates a work without distance, an album that makes you forget time and space and clings to you like a new love in a balmy night.

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