(photo & allrights: BODIES OF WATER / Facebook)


° ° °
BODIES OF WATER

erzählen schon immer gern ganz eigene Geschichten.
Dabei wird gern einmal die gewöhnliche Struktur und der vermeintlich normalse Songaufbau abseitig liegen gelassen.
Hier wird musiziert, wie es der Familie gerade passt, wie es gefällt, wie einem gerade ist und wie man den ZuhörerInnen vermeintlich nahebringen kann, was bewegt, was mitgeteilt werden soll.
So entwickeln Alben der Band oftmals eine ganz eigene Dynamik und passen nicht zu den gewohnten Hörgewohnheiten.
Und oft auch scheinen die Songs fast willkürlich aneinandergehängt, ohne Gedanken aufgereiht, wie sorglos aneinandergesteckte Perlen einer gebastelten Kette aus Kinderhand.

Auch auf ihrem neuen Werk
Is This What’s It Like
vermittelt einiges zunächst fast einen Eindruck von Zusammenhangslosigkeit.

Zwischen lethargischer Erzählstruktur und stampfendem Disco-Ensemble findet sich (nicht nur im Eröffnungsstück Every Little Bird) alles.
Eins fügt sich zum anderen und verwächst zu einem großen, bunten Gemischtwarenladen.
Zwischen anheimelnd und verwegen, zwischen Geschichtenonkel und Sing-Sang auf der Sommerwiese, hier wird jeder bedient und nichts ist wirklich unmachbar.

Jedoch hat, wie meist bei der Band von David & Meredith Metcalf, jeder Song etwas von Allem: Ein wenig Licht, ein wenig Liebe, ein wenig Aufklärung, ein wenig Fiktion, ein wenig Erzählung. Alles klingt, wie es klingen soll, wie es klingen muss um einen typischen Sond hinzubekommen. Dafür haben sie lalange genug miteinander musiziert.

Und so hat jeder Song ein ganz eigenes, individuelles kleines Geheimnis, dem es gilt auf die Spur zu kommen.
Vom Im Vorbeigehen Hören bis zur Entdeckung der Persönlichkeit ihrer neuen Songs ist ein geraumer Weg zurückzulegen.

So klingen

BODIES OF WATER

meist auf seltsame Weise vertraut.

Im Ergebnis haben wir wie beispielsweise auch mit Meursault, den Decemberists oder Shearwater Songs, die sich nicht winfach selbst erklären sondern deren Verstrickung in sich selbst erst nach und nach zu lösen ist.

Das ist, als hörte man insgeheim in Gedanken nahe Freunde oder Familenangehörige zu einem sprechen. Geheimnisse ausplaudern. In bekanntem Tonfall und trotz Freundlichkeit und Inspiration bleibt da ein Gefühl der Ermahnung oder Belehrung. Dies ist nun nicht unbedingt immer negativ gemeint oder geruht einem zum Nachteil, es ist nur so, dass man dies einfach manchmal nicht hören möchte.

Bleiben also Songs, die das Gefühl der Vertrautuheit hervorrufen ohne Spektakuläres, Bombastisches, Außergewöhnliches. Trotz der ihnen innewohnenden Inspirationen, ihrer Bewegung.
In der richtigen Stimmung ein wunderbares Werk. In anderen Momenten besserwisserische Zicke von Nebenan. Die ja auch ihre Reize hat.

° ° °

83/100

BODIES OF WATER Is This What It’s Like
12.2.2021

Every Little Bird
Back in the Canyon
I’ll Go With You
Never Call Me Again
Trust Your Love
Say Goodnight
Far, Far Away
The One I Loved Too Much
Women in Love
I Knew Your Brother
Illuminate Yourself

// in english:

Tell about it

BODIES OF WATER
have always liked to tell their own stories.
In doing so, the usual structure and the supposedly normal song structure is often left aside.
Here, music is made as it suits the family, as it pleases, as one is at the moment and as one can supposedly bring the listeners close to what moves, what should be communicated.
Thus, albums of the band often develop their own dynamics and do not fit into the usual listening habits.
And often the songs seem to be strung together almost arbitrarily, without thought, like carelessly pinned together pearls from a child’s hand.
Also on their new work
Is This What’s It Like
some things at first almost convey an impression of incoherence.
Between lethargic narrative structure and stomping disco ensemble everything can be found (not only in the opening track Every Little Bird).
One thing joins the other and grows into a big, colorful general store.
Between cozy and daring, between storyteller and sing-song on the summer meadow, here everyone is served and nothing is really impossible.
However, as is usually the case with David & Meredith Metcalf’s band, each song has a little bit of everything: a little light, a little love, a little enlightenment, a little fiction, a little narrative. Everything sounds the way it should sound, the way it has to sound to make a typical Sond. They have made music together long enough for that.
And so every song has its very own, individual little secret that needs to be tracked down.
From listening in passing to discovering the personality of their new songs, there is quite a way to go.
BODIES OF WATER
usually sound strangely familiar.
As a result, the same as with Meursault, the Decemberists or Shearwater, for example, we have songs that don’t simply explain themselves, but whose entanglement in themselves can only be unraveled bit by bit.
It’s like hearing close friends or family members secretly talking to you in your mind. Spilling secrets. In a familiar tone and despite friendliness and inspiration, there remains a feeling of admonition or instruction. Now this is not necessarily always meant negatively or geruht one to the disadvantage, it’s just that sometimes you just do not want to hear this.
So that leaves songs that evoke the feeling of familiarity without spectacular, bombastic, extraordinary. Despite their inherent inspirations, their movement.
In the right mood, a wonderful work. In other moments know-it-all bitch from next door.
Which also has its charms.

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