(photo & allrights: INDIGO SPARKE / Bandcamp)

° ° °

Wenn einen die ersten Töne einer Platte gleich mit auf eine Reise nehmen, entführen, aus dem Diesseits, in die Vergangenheit, eine Gedankenreise auslösen, ein Anstürmen von Bildern im Kopf gegen das keine Gegenwehr möglich ist, wenn sich innerhalb weniger Minuten Geschichten abspielen vor dem inneren Auge, man sich an Menschen und Gefühle erinnert, die man schon längere Zeit nicht mehr imm Sinn hatte, wenn all das ausgelöst wird durch ein paar wenige, behutsame Klänge dann muss das auf spezielle Weise etwas Besonderes sein.

Auf Sacred Bones erscheint das neue Album
Echo
von

INDIGO SPARKE

und diesese verzaubert wie schon erwähnt bereits in Sekundenschnelle.
Ein Pfeifen geht auf seine Reise und man steht reglos am Bahnhof, schaut ins Nichts und wartet. Schaut in die Sonne, wartet. Ein Regenbogen über dem herabgewirtschafteten Gebäude.
Allein, irgendwo im Nirgendwo, nichts weiter als ein altes Gemäuer, im Verfall begriffen, von Pflanzen berankt, romantisch im Gegenlicht, scharf stellen nicht möglich.
So bleibt es unklar, verschwommen und doch greifbar.

Bad Dreams haut Dich einfach um. Mit seiner Klarheit, gleichzeitiger Verschwommenheit, Eindringlichkeit, Dichte, Nähe. Dieser Sehnsucht im Gesang, diesem Ziehen und der Wehmut, die sich aufzwingt, sich nicht leugnen lässt, die einfach unsagbar groß ist, da ist, direkt vor Dir steht. Kein Vor, kein Zurück, kein Entkommen. Bad Dreams ist einfach da.


Ob sie nun erzählt wie im abstrakt wirkenden, zurückgenommenen Erzählstückchen Dog Bark Echo, ob sie ihre Stimme wandern, springen, hüpfen und tanzen lässt, es ist ein beeindruckend intimes Album mit einer unglaublichen Ausstrahlung und einem ganz und gar einnehmenden Wesen.

Auch Golden Age holt einen ganz tief in fremde, sonnig-sommerliche Gefilde. Durstig schleppt man sich über die Straße, stolpert, hinkt, vergisst beinah, warum man da ist und dass man ja auch noch Geburtstag hat, niemand einem bis hierhin gratuliert hat und man scheiße noch eins einfach mit einem lieben Menschen in der düsteren, einladenden Bar am Highway sitzen und einfach trinken und trinken möchte. Und dann vielleicht nackt im Hotelzimmer weitermachen.

INDIGO SPARKE

klingt wie eine alte Seele, sie macht den Mund auf und ich habe Herzklopfen.
Ich hab keine Ahnung ob das gesund ist, es ist jedenfalls supergeil und wunder-wunderschön.


99/100

INDIGO SPARKEEcho
Sacred Bones, 19.2.2021



Colour Blind
Undone
Bad Dreams
Carnival
Dog Bark Echo
Golden Age
Wolf
Baby
Everything Everything



// in english:

Holy **** this is fu**ing awesome

When the first notes of a record take you on a journey, abduct you from this world into the past, trigger a journey of thoughts, an onslaught of images in the mind against which no resistance is possible, when within a few minutes stories play out in front of your inner eye, you remember people and feelings that you haven’t had in mind for a long time, when all this is triggered by a few gentle sounds, then it must be something special in a special way.
On Sacred Bones the new album
Echo
from
INDIGO SPARKE
and this one enchants as already mentioned within seconds.
A whistle goes on its journey and you stand motionless at the station, looks into the nothing and waits. Looks into the sun, waits. A rainbow over the run down building.
Alone, somewhere in the nowhere, nothing more than an old masonry, in decay, overgrown with plants, romantic in the backlight, focus not possible.
So it remains unclear, blurred and yet tangible.
Bad Dreams simply blows you away. With its clarity, simultaneous blurriness, urgency, density, closeness. This longing in the vocals, this pulling and wistfulness that imposes itself, cannot be denied, that is simply unspeakably big, is there, is right in front of you. No forward, no back, no escape. Bad Dreams is simply there.
Whether she’s narrating as she does in the abstract, stripped-back narrative piece Dog Bark Echo, or letting her voice wander, jump, bounce and dance, it’s an impressively intimate album with incredible charisma and a wholly engaging essence.
Golden Age also takes you deep into strange, sunny summer realms. Thirsty, you drag yourself across the street, stumble, limp, almost forgetting why you’re there and that it’s also your birthday, no one has congratulated you up to this point and you just want to sit the fuck down with a loved one in the gloomy, inviting bar on the highway and just drink and drink. And then maybe go on naked in your hotel room.
INDIGO SPARKE
sounds like an old soul, she opens her mouth and I have palpitations.
I have no idea if this is healthy, anyway it is super awesome and wonderful-wonderful.


Ein Kommentar zu „Holy **** ist das geil: INDIGO SPARKE – Echo (review)

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