(photos & allrights: SLOWTHRUST / Bandcamp)

Diese Band konnte tun und lassen, was sie wollte.
Bislang war dabei ihr Output durchaus großartig.
Sie veröffentlicht
en einen Song nach dem anderen und immer immer wieder ist man vor Überraschungen nicht gefeit und war mit den letzten Alben stets bereit, seine Top-100-Songliste neu zu überdenken.

SLOTHRUST

haben mit

Parallel Timeline
ein neues, buntes, farbenprächtiges Album fertiggestellt und beeindrucken auch hier mit einer prallgefüllten Scheibe, deren Songs sich aber beweisen müssen und die Zeit zeigen wird, ob sie das Zeug zu mehr haben.
Weniger Bass wummert uns an, dennoch ist hier stets und ständig irgendwo ein stilles Hintergrundgedöns am Tun ist und Leaderin & Songschreiberin Leah Wellbaum und ihre Mitmusiker lassen es größtenteils auf dem neuen Werk ruhig angehen und vermitteln in ihren Songs ihre Freude und Lust ihrer Bestimmung nachgehen. Hier im durchaus neuen Kleid, das mit Uh-Huh-Huh und slow-slow-Irgendwas sich seinen Platz (zurück)erobern möchte.

Das hier, wir vielleicht schon das auffällig bunte Design des neuen Werkes vermuten lässt, alles ein wenig lässiger und weniger doomig, gitarrig und grungig daherkommt, ist die eine Sache, dass aber auch die zunehmend zurückgenommen wirkenden Songs dennoch fast nie ihren Reiz verlieren, eine andere.
Inzwischen ist die Band mit ihrem schon fünften Album ja eh zusammengewachsen, gereift und routiniert genug, Unwägbarkeiten möglichst schon beim Entstehen der Songs außen vor zu lassen.

Mit dem schon vorab veröffentlichten Cranium starten wir mit Uh-Huh-Chören und der bekannten Stimmung zwischen Schmeicheln und Qual in die neue Platte. Und bei aller Ruhe: Es gibt sie sehr wohl, die scheppernden, zähen Gitarrensolos, von Hall untermalt und als psychedelisch angehauchtes Mittelstück nicht zu überhören. Erst langsam verabschiedet sich das Gezerre wieder in seichte, stillere, klarere Strukturen.

Once For The Ocean mit seinen stakkato-artig vorgetragenen Lyrics beeindruckt durch Beharrlichkeit und Wiederholung.
Wird Leahs Stimme hier Vocoder verfremdet, ist dies eine weitere Spielart, an die wir uns erst gewöhnen müssen. Und auch hier gegen Ende des Songs ein ausuferndes Gitarrenspiel.

In Courtesy dann bleibt es auffällig still.
Bis auf davonwehende Chöre und eine herabschwellende Stimme, die manchmal fast flüsternd zwischen Glockenspiel und Xylophon zu uns dringt ist dies sicher ein konzerttauglicher Song, so im stillen Kämmerchen fehlt da dann aber doch der richtige Zugang.

Next Curse, next try.
James Bond oder der rosarote Panther?
Hm. Angesichts des Plattencovers tendiere ich dann hier doch zum Comic-Tier.
Geweckt durch sägende Gitarren und ein Gesang, der sich hier erst einmal einsortieren muss, sich aber dann, was ein wenig unwirklich anmutet, wiederfindet zwischen Iron Maiden der 80ger, den Emo-Helden vergangener Jahrzehnte und Sprachgesang, der einer unmotivierten Bahnhofsansage nicht völlig unähnlich scheint.

Lieben wir die Band für die schrägen Gesangspassagen in schrägen Songs, werden hier, wie in Waiting zwar Anknüpfungspunkte offenbart was den Gesang angeht, die Einbettung der nach wie vor ironisch und beobachtenden Lyrics in Uh-Huh-Uh etc entbehrt aber der Sehnsucht, die sich in vergangenen Veröffentlichungen recht schnell breit machte. Auch das eher Hit-verdächtig angelegte Sounding in King Arthurs Seat drängt eher in Richtung Cranberries als eine bislang zweifelsohne sehr coole Bandgeschichte fortzuschreiben.

Und ob die Akustikgitarre und die dann doch recht seichten Songs wie White Rabbits und das am Ende platzierte Titelstück in meinem Herzen ihren Platz finden, ist zweifelhaft.
Ob das der Weg dieser Band sein wird, wird sich zeigen.

So bleibt die lang gelebte und gefühlte Hingezogenheit zu Band und deren Songs natürlich im Hinterkopf, hat aber mit den neuen Songs und der vermeintlichen Eingängigkeit zu kämpfen.
Schade irgendwie aber neue Wege führen ja bekanntermaßen auch zum Ziel, wenngleich es zunächst wie ein Umweg erscheinen mag.
Ich bin hin- und hergerissen, tendiere jedoch zur Hoffnung auf die Zukunft als in dieser knallig bunten Timeline verharren zu wollen.


73/100

SLOTHRUST – Parallel Timeline

Cranium
Once More For The Ocean
Courtesy
The Next Curse
Strange Astrology
Waiting

King Arthur’s Seat
A Giant Swollow
White Rabbit
Parallel Timeline


// in english:

Turn if possible

This band could do whatever they wanted.
So far, their output has been quite great.
They released
en one song after the other and again and again they are not immune to surprises and with the last albums they were always ready to rethink their top 100 song list.

SLOTHRUST

have with

Parallel Timeline
finished a new, colorful album and impress with an album, whose songs have to prove themselves and time will show if they have what it takes for more.
Less bass booms at us, yet is here always and constantly somewhere a quiet background noise is doing and leader & songwriter Leah Wellbaum and her fellow musicians let it mostly calm on the new work and convey in their songs their joy and desire to pursue their destiny. Here in a thoroughly new dress, which wants to (re)conquer its place with Uh-Huh-Huh and slow-slow-something.

That here, as perhaps already the strikingly colorful design of the new work suggests, everything comes along a little more casual and less doomy, guitar and grungy, is one thing, but that the increasingly withdrawn songs still almost never lose their appeal, another.
In the meantime, the band has grown together with their fifth album anyway, matured and experienced enough to leave out imponderables as far as possible already during the creation of the songs.

With the already pre-released Cranium we start with Uh-Huh-Choirs and the familiar mood between cajoling and agony into the new record. And with all the calm: There they are very well, the clattering, tough guitar solos, underpinned by reverb and as a psychedelic-tinged middle piece not to be ignored. Only slowly the tugging says goodbye again in shallow, quieter, clearer structures.

Once For The Ocean with its staccato-like lyrics impresses with persistence and repetition.
If Leah’s voice is alienated here vocoder, this is another game to which we must first get used. And also here towards the end of the song a sprawling guitar play.

Then in Courtesy it remains conspicuously quiet.
Except for wafting away choirs and a descending voice, which sometimes almost whispering between glockenspiel and xylophone penetrates to us, this is certainly a song suitable for concerts, so in the quiet chamber but then lacks the right access.

Next Curse, next try.
James Bond or the pink panther?
Hm. In view of the record cover I tend to the comic animal.
Awakened by sawing guitars and vocals that first have to sort themselves out here, but then find themselves, which seems a bit unreal, between Iron Maiden of the 80s, the emo heroes of past decades and voice singing that seems not entirely dissimilar to an unmotivated train station announcement.

If we love the band for the weird vocal passages in weird songs, here, as in Waiting, points of contact are revealed as far as the vocals are concerned, but the embedding of the still ironic and observant lyrics in Uh-Huh-Uh etc lacks the longing that spread quite quickly in past releases. Also the rather hit-suspicious sounding in King Arthurs Seat rather pushes in the direction of Cranberries than to continue a so far undoubtedly very cool band history.

And whether the acoustic guitar and the then quite shallow songs like White Rabbits and the title track placed at the end find their place in my heart is doubtful.
Whether that will be the way of this band, remains to be seen.

So the long lived and felt attraction to the band and their songs of course remains in the back of my mind, but struggles with the new songs and the supposed catchiness.
Too bad somehow but new ways lead to the goal, as is well known, even though it may seem like a detour at first.
I am torn, but tend to hope for the future than to want to remain in this gaudy colorful timeline.


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