(photos & allrights: PENELOPE ISLES / Bandcamp)


Zuckersüß und verschachtelt, verspielt und lieblich, so wirkt der Beginn ihres neuen Albums
Which Way To Happy
mit dem Titel Terrified.
Die Stimme verfremdet, im Hintergrund eine weitere Spur darübergelegt, immer wieder treiben spaßige Gitarren den Song voran.

Und von wegen, wir fürchten uns aber gleich mal ganz überhaupt nicht, im Gegenteil, wir genießen den Moment, in dem wir diese Platte für uns entdecken können.

PENELOPE ISLES


kommen aus Brighton und man vermag im leicht-lockeren Beat des Drumcomputers in Iced Gems vermeintlich den Flügelschlag der Seevögel an der Promenade zu vernehmen. Klingelnde, scheppernde Glöckchen, darüber der sanft-aufgeregte Gesang, der leicht und beweglich herüberschwappt wie eine kleine Welle, an den Strand gespült.

Sailing Still hat mit Glockenspiel im Wind etwas beruhigendes, man könnte meinen, ein Schlaflied für Kinder zu hören, dabei haben wir hier eher eine Art Dreampop im Spätsommergewand.

Man meint, hinter der scheinbaren Leichtigkeit ein kleines Unheil zu erahnen, man beginnt nachzusinnen, ob tatsächlich die Welt im Schein der Nachmittagssonne schöner ist oder einfach die Fassade stimmt, hinter der es dann doch zu bröckeln beginnt.. Das Stück segelt auf und ab, bisweilen schwappt eine Welle ins Boot und vertreibt allzu gute Stimmung. Dabei bleibt alles irgendwie bunt und farbig, gemischt, gerührt, geschüttelt, egal, es überträgt sich diese vordergründig gehaltene Aufbruchsstimmung.

So sind auch Songs wie Miss Moon und Sudoku auf den ersten Blick eher gut gelaunte Bedroom-Popsongs, sie verwickeln sich aber selbst in ihren verwobenen Gitarren, die sich schichtweise übereinanderstapeln und nur zu Beginn und zum Ende der Songs klar definiert klingen und dem Ganzen die erforderliche Struktur verschaffen.

Lily & Jack, die Geschwister, haben ihr Zusammenspiel perfektioniert, funktionieren ohne all zu sehr glatt und kantenlos zu klingen. Man hat viel eher das Gefühl, sie verstehen sich ohne etwas dafür tun zu müssen. Eine spielerische Leichtigkeit, eine musikalische Vertrautheit zieht sich durch ihre Songs, die einer nach dem anderen scheibchenweise vor uns ausgebreitet werden, auf bunten herzchengemusterten Picknickdecken auf uns warten.
Gern noch einen kleinen Sekt mit einem Schluck O-Saft, ja, gern, bitte, danke.

Sommerlich, ja fast Bubblegum-Twee-like mit leisen Lush oder Ladytron-Tönen das folgende Have You Heard, bevor ein wenig theaterstückgleich Pink Lemonade ins Gesicht schwappt.
Bis auf ganz wenige Momente, in denen den Beiden ihr Popschiffchen ins Schlingern zu geraten scheint (Play It Cool) haben wir hier ein nahezu durchgehend wohltuendes Album.
Ein geschickt verborgen hintergründiges Werk, das mit seinen coolen Melodiestrukturen und Istrumentierungen zu überzeugen weiß und es sich mit eher warmen Klängen bei uns gemütlich einnistet.

° ° °

83/100


PENELOPE ISLESWhich Way To Happy
Bella Union, 5.11.2021

Terrified
Rocking At The Bottom
Play It Cool
Iced Gems
Sailing Still
Miss Moon
Sudoku
Have You Heard
Pink Lemonade
11 11
In A Cage


// in english:

Paths to happiness

Sugar-sweet and intricate, playful and lovely, that’s how the beginning of their new album seems to be
Which Way To Happy
with the title Terrified.
The voice alienated, in the background another track laid over it, again and again fun guitars drive the song forward.
And by all means, we are not afraid at all, on the contrary, we enjoy the moment when we can discover this record for ourselves.
PENELOPE ISLES
come from Brighton and in the easy-going beat of the drum computer in Iced Gems you can hear the beating of the wings of the seabirds on the promenade. Ringing, clanging bells, above the softly excited vocals that wash over lightly and agilely like a small wave, washed up on the beach.
Sailing Still has something soothing with chimes in the wind, one could think to hear a lullaby for children, but here we have rather a kind of dreampop in late summer garb.
One thinks to sense a little disaster behind the apparent lightness, one begins to ponder whether the world is actually more beautiful in the glow of the afternoon sun or simply the façade is right, behind which it begins to crumble… The piece sails up and down, at times a wave sloshes into the boat and drives away too good a mood. Yet everything remains somehow colorful and colorful, mixed, stirred, shaken, no matter, it transmits this superficially held mood of departure.
So also songs like Miss Moon and Sudoku are at first sight rather good-humored bedroom pop songs, but they entangle themselves in their interwoven guitars, which pile up on top of each other in layers and sound clearly defined only at the beginning and end of the songs, giving the whole thing the necessary structure.
Lily & Jack, the siblings, have perfected their interplay, functioning without sounding too slick and edgeless. One has much more the feeling they understand each other without having to do anything for it. A playful lightness, a musical familiarity runs through their songs, which are spread out before us one by one, waiting for us on colorful heart-patterned picnic blankets.
A little champagne with a sip of orange juice, yes, please, thank you.
Summery, almost Bubblegum-Twee-like with quiet Lush or Ladytron tones the following Have You Heard, before a little play-like Pink Lemonade sloshes in the face.
Except for very few moments, in which the two seem to let their pop ship lurch (Play It Cool), we have here an almost continuously soothing album.
A cleverly concealed work that knows how to convince with its cool melody structures and instrumentation and settles in comfortably with us with rather warm sounds.

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