(photos & allrights: SPRINGTIME / Bandcamp)


Das klingt vertraut. Abgeklärt. Nach innerer Ruhe.
Das klingt nach Improvisation, nach Lust auf ein Live-Erlebnis.
Das hat etwas von den Helden.

SPRINGTIME

kommen mit ihrem neuen Album und wir sitzen erstmal da und bedauern uns selbst.
Weil wir das hier nicht live erleben können, im Moment.

Das klingt rauh, nach Staub, nach Straße, nach Bars, Whisky und Qualm, nach Nebel und das bringt die Gedanken zurück auf Anfang.

Versoffen klingt der Held, die Stimme rauchig, wild und ungehobelt, unrein, man soll ihn spüren, den Schmutz des Rinnsteins, den Geruch aus den Kehlen der Großstadt, herausgerülpst, vor die Füße geworfen, den Regen auf der Haut spürend, weil die Klamotten feucht werden, durchweichen, kalt, jede Bewegung hinterlässt ein unschönes Gefühl, keine Verständigung, dafür Aufruhr im Song.

Man vernimmt die Erfahrung, immer tönt das Wissen mit, das Wissen um den Klang, das zusammengeführte Erlebnis der Instrumente, das Zusammenspiel. Man hört gewissermaßen die Reife, bemerkt, hier sind keine Jungspunde am Werk. Gareth Liddiard (der zuletzt mit seinem Tropical Fuck Storm nur bedingt Erwartungen erfüllen konnte, Jim White (Xylouris White, Dirty Three und The Necks Chris Abrahams koalieren hier als musikalisches Projekt mit Supergruppendynamik.

Poetisch und voller Inbrunst, zwischen Abgeklärtheit und großem Bock etwas zu reißen, stimmen sie bluesigen space-kraut-rockige, spleenige Songs an, singen sich Frust vom Herzen und der Seele, reinigen sich selbst durch den Klang ihrer altertümlichen Dreistigkeiten, die hier frisch verpackt und stimmig daherkommen, Dich kitzeln und zumindest mal doppelt blinzeln lassen im blendenden Sound der vom Staub gedämpften, von wiederbelebten Motten zerfressenen Nebelsonne.

Zwischen Blues und Cave erleben wir eine teils aufgebrachte, teils sehr entspannte Platte, die die Zeit rennen lässt, den Alkohol fliessen, die Melancholie aufblühen wie jugendlich unreine Haut – und dabei jedes Alter vergessen lässt.

° ° °
92/100

SPRINGTIMESpringtime
Joyful Noise Recordings, 5.11.2021



Will To Power
The Viaduct Love Suicide
Jeanie In A Bottle
She Moved Through The Fair
The Island
West Palm Beach
The Killing Of The Village Idiot


// in english:

Flowers of the soul

Sounds familiar. Settled. Like inner peace.
It sounds like improvisation, like the desire for a live experience.
This has something of the heroes.

SPRINGTIME

come with their new album and for the time being we sit there and feel sorry for ourselves.
Because we can’t experience this live, right now.

It sounds rough, like dust, like street, like bars, whisky and smoke, like fog and that brings the thoughts back to the beginning.

Boozy sounds the hero, the voice smoky, wild and uncouth, impure, you are supposed to feel it, the dirt of the gutter, the smell from the throats of the big city, burped out, thrown in front of the feet, feeling the rain on the skin, because the clothes get wet, soaked, cold, every movement leaves an unpleasant feeling, no understanding, but turmoil in the song.

One hears the experience, always the knowledge resonates, the knowledge of the sound, the merged experience of the instruments, the interplay. In a way, one hears the maturity, notices that there are no youngsters at work here. Gareth Liddiard (who last with his Tropical Fuck Storm could only conditionally meet expectations, Jim White (Xylouris White, Dirty Three and The Necks Chris Abrahams coalesce here as a musical project with super group dynamics.

Poetic and full of fervor, between detachment and big buck to tear something, they tune bluesy space-kraut-rocky, spleenful songs, sing frustration from the heart and soul, cleanse themselves by the sound of their ancient audacity, which here come freshly packaged and coherent, tickle you and let you at least once double blink in the blinding sound of the misty sun dampened by dust, eaten by revived moths.

Between Blues and Cave we experience a partly upset, partly very relaxed record that lets time run, the alcohol flow, the melancholy blossom like youthfully impure skin – and makes you forget any age.

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