Aus dem sonnigen San Francisco (geht es nur mir so oder habt Ihr auch, wenn Ihr „San Francisco“ hört stets und immer Sonnenschein, Cabrios, breite staubige Highways, Strand und Cable Cars im Sinn?) kommen

CINDY.

CINDY

sind Karina Gill als Head Of Everything, dazu Jesse Jackson am Bass, Simon Phillips am Schlagzeug und an den Keyboards Aaron Diko. Sie machen (ach?) sonnige Sounds und murmeln dazu ihre stimmigen Chöre und Melodien, die in der Lage sind, einen zumindest für ein paar Augenblicke aus dem grauen Pandemie-Alltag zu entführen.
Das machen sie leise, schleichend, bedächtig, schmachtend und voller Sehnsucht.
Dabei vergessen sie neben ihrer stillen Herangehensweise nie den Schwung im Herzen und den besonderen Einfall für einen Extra-Schlenker in Melodie oder Gitarrenspiel.
Oder sei es der Ton, der eigentlich nun doch nicht so gesungen gehört hätte.
Egal, weil das ist reizend.
Ein wenig Galaxie 500, ein wenig Mothers, ein wenig Introvertiertheit, die sich nun nach Außen drängen lässt und verdientermaßen/vermeintlich einen etwas größeren Hörerkreis zu erreichen vermag.

Dabei klingen sie zwar stets und ausdauernd seltsam tiefenentspannt, verlieren dabei aber nie den Drang, ein schönes und entschleunigten Herzwärmer zu schaffen und präsentieren.
So wie das pubertierende Kind morgens unwillig aus dem Bett gerufen und am Frühstückstisch platziert wird, dann blinzelnd die Ohrstöpsel in den Ohren versenkt (ich bin ganz und gar nicht da, nein, was denkst denn du?) und dabei am Handy spielend und tippend am Brot mit Erdnußbutter herumbeisst.
Man geht vorbei, grinst und kann sich ein einmal durch’s Haar wuscheln nicht verkneifen, auch das gespielt genervte Aufblicken ändert nichts.

Spielerisch naiv tönen sie, als stünden sie am Beginn einer unendlichen Zeit an Ferien und Freizeit, die Stille herum nur von ab und an vorbeirauschenden Autos unterbrochen und die Langeweile, die schon nach einigen Stunden aktivem Nichtstuns verhängnisvoll ihre Fühler nach uns ausstreckt, in der sommerlichen Hitze drückend und lähmend sich über uns ausbreitet.

So füllt uns diese erinnerungsüberladene Sonnenschein-Lethargie-Platte mit Hunderten cooler Erinnerungen und Gedanken, ohne der Nostalgie so stark anheim zu fallen, als dass da melancholische Vergangenheitsbewältigungsgeschehnisse auftauchen könnten. Viel zu intensiv ist die hier durch Stille und leise und Langsamkeit entstehende Musik, die ihre positive Melancholie gleich eimerweise über uns ausgiesst.

° ° °

93/100

CINDY1:2
Tough Love, 1.10.2021

The Common Era
My Friend
Party Store
Song
Lost Dog
To Be True
They Say What I Mean
1:2
Sincere Sound
Deer In Japan


// in english:
A marvelous slowness

From sunny San Francisco (is it just me or do you always have sunshine, convertibles, wide dusty highways, beaches and cable cars in mind when you hear „San Francisco“?) come CINDY.
CINDY
are Karina Gill as Head Of Everything, plus Jesse Jackson on bass, Simon Phillips on drums and Aaron Diko on keyboards. They make (oh?) sunny sounds and murmur their harmonious choruses and melodies to it, which are able to take you away from the gray pandemic everyday life at least for a few moments.
They do this quietly, creeping, thoughtfully, languishingly and full of longing.
Besides their quiet approach they never forget the swing in their hearts and the special idea for an extra twist in melody or guitar playing.
Or be it the tone, which actually should not have been sung that way.
No matter, because this is charming.
A little Galaxie 500, a little Mothers, a little introversion, which can now be pushed to the outside and deservedly / supposedly reach a slightly larger circle of listeners.
At the same time they sound always and persistently strangely deep relaxed, but never lose the urge to create and present a beautiful and decelerated heartwarmers.
Just as the pubescent child is unwillingly called out of bed in the morning and placed at the breakfast table, then blinks and sinks the earplugs into his ears (I’m not there at all, no, what do you think?) while playing on his cell phone and typing away at the bread with peanut butter.
You pass by, grin and can’t help waving through your hair once, even the playfully annoyed look up doesn’t change anything.
Playfully naive, they sound as if they were standing at the beginning of an infinite time of vacation and leisure, the silence around interrupted only by the occasional car speeding by and the boredom, which after just a few hours of active idleness fatally stretches out its tentacles towards us, oppressively and paralyzingly spreads over us in the summer heat.
Thus, this memory-overloaded sunshine lethargy record fills us with hundreds of cool memories and thoughts, without falling prey to nostalgia to the extent that melancholic past coping events could emerge. Much too intense is the music created here by silence and quiet and slowness, which pours its positive melancholy over us by the bucketload.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.