(photo & allrights: MITSKI / Bandcamp)



Puberty II (Link zur Besprechung) hieß das Album, mit dem ich vor ca. sechs Jahren auf

MITSKI

aufmerksam wurde.
Ein ruhiges, schräges und dennoch ausgeglichenes, noch recht unübersichtlich wirkendes Album, das mich zwar in den Bann zog, aber welches im Rückblick gesehen letztendlich dann nur eines von vielen war.

Mit I Bet On Losing Dogs vom eben erwähnten Album hat

MITSKI

einen Titel geschrieben, der für immer in meinen persönlichen Highlights zu finden sein wird. Dieses Lied hat auch nach inzwischen gefühlten Ewigkeiten keinen Hauch an Dynamik, Spannung und grandioser Melodieführung verloren. Ein Meisterwerk.

Inzwischen einem doch recht breiten Publikum bekannt und von der Kritik geliebt. Und mit jeder neuen Veröffentlichung scheint die Presse noch einen draufsetzen zu wollen.
So ist das neue Werk
Lauren Hell
mit Spannung erwartet und man wird sehen, in wie weit es sich hier behaupten kann.

Jedenfalls hat

MITSKI

mittlerweile einen Bekanntheitsstatus erreicht, von dem eine Independent-Künstlerin im eigentlichen Sinne nur träumen kann.

Das neue Album wird da, wenn alles mit rechten Dingen zugeht, auch nichts dran ändern, im Gegenteil, es werden ihr die Herzen wahrscheinlich körbeweise zugeworfen.

Und all das, nachdem sich die Künstlerin 2019 innerlich quasi bereits aus dem Popgeschäft verabschiedet hatte, zurückziehen wollte und einen Abstand suchte, sich schließlich eine Auszeit nahm, auch von der immer größeren Öffentlichkeit, die sich neben ihrer Musik natürlich auch für den Menschen hinter den Tönen interessierte.

Nun ist sie zurück, neben all der zuckrigen Glasur noch ein leichter Touch Ungewissheit, eine leichte Bitterkeit spür- und hörbar, sind doch die zerrenden Gitarren hier einer süßen, glänzenden Pop-Melange gewichen, strahlt es hier, zusammengerührt und schimmernd, noch ein ganz klein wenig zögerlich, aber auf bestem Wege sich freizuschütteln und die Vergangenheit nicht nur vergessen zu machen sondern unwichtig erscheinen zu lassen.
So kratzt sie nun mit
Laurel Hell
und diesen just veröffentlichten Songs zwischen Pop-Kitsch und Indie-Grandeur ein wenig am Thron von Lana del Rey, begibt sich doch scheinbar freiwillig in (übertrieben gesagt) schmalzig-schnulzig-triefenden Wohlklang mit 80ger Feeling und Bubblegum in der Hosentasche, neben der knittrigen Packung Luckies, unter den Arm geklemmt der Bubble-Tea vom Discounter an der Ecke.
Dabei fallen ihr trotz neuer Eingängigkeit und trotz offensivem Poptouch immer noch die eher unschönen Dinge auf, die nicht ganz ins Bild passen.
Das macht sie besonders und das ist auch auf ihrem inzwischen sechsten Album zu spüren. Noch, bin ich versucht zu sagen.

Ein wenig streckt sie sich und übt den Spagat zwischen Herkunft und Zukunft, vielleicht zwischen Herkunft und Gegenwart, ist sie doch über den Status einer Kritiker-Ikone des Undergrounds hinaus und auf bestem Wege, den Olymp des Pop aufzurütteln.
Mit diesen Songs schafft sie das mit links und es wird ein jedes Album ähnlicher Konstellaltion sich hieran messen lassen müssen.

90/100

MITSKILaurel Hell
Dead Oceans, 4.2.2022

Valtentine, Texas
Working For The Knife
Stay Soft
Everyone
Heat Lightning
The Only Heartbreaker
Love Me More
There’s Nothing Left Here For You
Should’ve Been Me
I Guess
That’s Our Lamp


// in english:

Summit storm

Puberty II was the name of the album I recognized about 6 years ago and
MITSKI
came to my attention.
A quiet, quirky and yet balanced, still rather confusing album that captivated me, but which in retrospect was then ultimately only one of many.
With I Bet On Losing Dogs
MITSKI
wrote a song that will forever be in my personal highlights. This song has lost even after now felt eternities in dynamics, tension and grandiose melodic line. A masterpiece.
Meanwhile known to quite a wide audience and loved by the critics. And with each new release, the press seems to want to go one better.
Thus the new work
Lauren Hell
is eagerly awaited and we will see how far it can hold its own.
In any case
MITSKI
has reached a level of recognition that an independent artist in the true sense of the word can only dream of.
The new album, if everything goes right, will not change anything about it, on the contrary, it will probably throw her the hearts basketful.
After the artist had already said goodbye to the pop business in 2019 inwardly, so to speak, and wanted to withdraw, sought a distance and took time out, also from the ever-increasing public, which was interested in addition to her music, of course, also for the people behind the sounds.
Now she is back, next to all the sugary glaze still a light touch of uncertainty, a slight bitterness noticeable and audible, but the tugging guitars are stirred together here of a sweet, shiny pop melange and shimmer in front of itself, still a little hesitant, but on the best way to shake free and make the past not only forgotten but seem unimportant.
So now she scratches a little on the throne of Lana del Rey with the new songs between pop kitsch and indie grandeur, she goes seemingly voluntarily in schmalzig-schnulzig-triefende Wohlklang with 80s feeling and bubble gum in the pocket, next to the crumpled pack of Luckies, under the arm clamped the bubble tea from the discount store on the corner.
Despite her new catchiness and offensive pop touch, she still notices the rather unattractive things that don’t quite fit into the picture.
That’s what makes her special and that can be felt on her now sixth album. Still, I’m tempted to say.
Stretching a little, practicing the balancing act between origin and future, perhaps between origin and present, she is beyond the status of a critic icon of the underground and well on her way to shaking up the Olympus of pop.
With these songs she accomplishes this with ease and every album of a similar constellation will have to measure up to this.


Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.