(photo & allrights: EMPATH / Bandcamp)

Also, das letzte Album, Active Listening Night On Earth, das Debüt dieses schrägen Quartetts war ein beeindruckendes, quälendes und enorm forderndes Werk mit schnarrenden, quietschenden Gitarren in umtriebigen, lebendigen Melodien, die nicht immer auf den ersten Blick auch als solche erkennbar waren.

EMPATH

sind zurückmit ihrem neuen Album
Visitor

Ein viel zu kurzes Werk, soviel gleich zu Beginn.
Diesmal scheint es zugänglicher, hinterlässt im ersten Moment einen stärkeren, aufbrausenden Eindruck.

Die von noisigem Shoegaze-Gitarren getragene mit Echoton versehene Stimme trägt in ständiger Bewegung die Songs voran, man kommt nicht umhin, ein paarmal die Lautstärkeregler zu bedienen und nachzuhören, ob alles so richtig ist. Der Gesang ist klarer, weniger verwaschen, verdreht sondern kommt direkt bei uns an, direkt ins Ohr und häufig müssen wir nicht einmal nachdenken um die Lyrics einordnen zu können.

Sie blieben ihrem punkigen, ungestüm anstürmenden Tempo und Ausdruck treu, vergessen dabei aber nicht, ein paar neue Klänge in ihr aktuelles Klangbild einzubeziehen. Sie vergessen nicht ihre Lieblichkeit, ihren spielerischen Enthusiasmus ohne Gefahr zu laufen, als naiv wahr- oder gar nicht ernst genommen zu werden.

Es scheint, als hätten die halsbrecherischen Abenteurer ein wenig mehr überlegt, ein wenig mehr geordnet, als sie die Songs aufnahmen. So ist natürlich die ihnen eigene Spannung vorhanden, verharrt aber in gleichsam hohem Tempo merkwürdig auf der Stelle, so als hätten sie versucht, einen Sonsg gleichzeitig in Zeitlupe als auch im FastForward-Vorspulmodus festzuhalten.

Ein Kampf zwischen Bewegung und Stillstand, zwischen Melodie und Atonalität, zwischen freakig und berechnend, ganz frei von .
Sie wollten es noch besser machen, als auf ihrem Debüt, besser, egal wie.
Dabei können sie nicht aus ihrer Haut und so ist der Rausch der Geschwindigkeit mit Breakouts und Beats auch diesmal unaufhaltsam und aufregend, dramatisch und irgendwie cool.
Es klingt manchmal, als liefen zwei Musikspulen nebeneinander, ein Übertünchen, ein Überlagern, eine Art akustischer Diskrepanz, ein Kampf, wie eine Suche nach Zusammengehörigkeit, so, als müsste man die Klänge voneinander trennen, entwirren und dann hörfreundlich erneut zusammenfügen.

Doch genau dieses zunächst nicht Zusammenpassen macht auch den speziellen Reiz der Band und auch des neuen Albums aus.
Ist hier doch schon einiges an Wirrwarr und Chaos zugunsten einer leichtere Hörbarkeit entfernt worden.
Ein Nebeneinander von Sound (My Bloody Valentine, The Fall) und kreischend-dringendem Gesang, das ist ein wirklich spannendes Gemenge.

Dabei ist Corner Of Surprise ein punkiges und temporeiches Sahnestückchen in knapp über 60 Sekunden, Diamond Eyelids dagegen hält uns mit seiner fast schon angenehmen Melodie ohne dräuende Verwerfungnen bei Laune.

Spaß, Tempo, Aufgeregtheit, kreative Eigenwilligkeit.
Wieder und weiterhin.

88/100

° ° °
EMPATHVisitor
Fat Possum Records, 11.2.2022

Genius Of Evil
Born Hundred Times
Diamond Eyelids
Passing Stranger
Corner Of Surprise
House & Universe
Elvis Comeback Special
80s
V
Bell
Paradise



// in english:

Crazily ahead
So, the last album, Active Listening Night On Earth, the debut of this weird quartet was an impressive, torturous and enormously demanding work with buzzing, squealing guitars in restless, lively melodies that were not always recognizable as such at first sight.
EMPATH
are back with their new album
Visitor
A much too short work, so much right at the beginning.
This time it seems more accessible, leaving a stronger, more incendiary impression in the first moment.
The voice, carried by noisy shoegaze guitars with echo sound, carries the songs forward in constant motion, you can’t help but turn the volume up a few times to check if everything is just right. The vocals are clearer, less washed out, less twisted but come directly to us, directly into our ears and often we don’t even have to think to be able to classify the lyrics.
They stayed true to their punky, impetuous tempo and expression, but don’t forget to add some new sounds to their current sound picture. They do not forget their sweetness, their playful enthusiasm without running the risk of being perceived as naive or not taken seriously at all.
It seems as if the breakneck adventurers had thought a little more, ordered a little more, when they recorded the songs. So, of course, their inherent tension is there, but pauses strangely in place at an equally fast pace, as if they had tried to capture a sonsg simultaneously in slow motion as well as fast-forward.
A struggle between movement and stasis, between melody and atonality, between freaky and calculating, entirely free of .
They wanted to do even better than on their debut, better no matter what.
In doing so, they can’t get out of their skin, and so the rush of speed with breakouts and beats is again unstoppable and exciting, dramatic and somehow cool.
It sometimes sounds as if two music reels are running side by side, a whitewash, a superimposition, a kind of acoustic discrepancy, a struggle, like a search for togetherness, as if the sounds had to be separated from each other, disentangled and then put together again in a way that is easy to listen to.
But it’s exactly this not fitting together at first that makes the special charm of the band and also of the new album.
Has already been removed here quite a bit of clutter and chaos in favor of an easier listening.
A juxtaposition of sound (My Bloody Valentine, The Fall) and screeching-ringing vocals, this is a really exciting mixture. In the process, Corner Of Surprise is a punky and fast-paced cream puff in just over 60 seconds, Diamond Eyelids on the other hand keeps us entertained with its almost pleasant melody without any ominous condemnations.
Fun, pace, excitement, creative idiosyncrasy.
Again, and still.

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