(photo & allrights: HORSEGIRL / Facebook)

Du warst so attraktiv, ich konnte kaum atmen, doch ich war für dich unsichtbar.

HORSEGIRL

sind unter ein paar anderen Bands sowas wie ein Act der Stunde.
Und am Ende des Jahres wird ihr Debüt

Versions Of Modern Performance

sicher in vielen Best of the Year-Listen auftauchen.

Zurecht? Zu Unrecht?
Nun, das muss man selbst entscheiden.
Sicher ist einmal, die können Musik.
Und Songs schreiben.
Und Spannung halten.

Sie bräuchten einen Grafiker für potentielle kommende Veröffentlichungen.

Immer wenn es regnet.

Das hier ist die Kumulation aus Shoegaze, Wave, (Post-)Punk, Pop, Indie, 60s, 80s..
Wir mischen viele Dinge, machen daraus ein eigenes Süpchen das hier und jetzt ganz cool rüberkommt und viele Zuhörer an bereits bekannte Bands erinnert.
Ob nun die kratzige Mischung mit Sonic Youth ein passender Vergleich wäre oder eher die großherzig gönnerhafte Melodiösität von Dinosaur Jr., ob wir uns verstecken oder vor Vergangenem, Unbehandeltem davonlaufen.
Oder ob wir wie die jungen Chicagoer Damenriege es gerade weil sie Bock drauf haben, allen zeigen will.

Sie kommen geradewegs von der Uni und machen Musik, die ihnen gefällt.
Das ist so und kommt genau so rüber.

Sie klingen frisch, aufmüpfig und haben kein Bock auf diesen Einheitsbrei und lassen die Trommeln kreisen, lassen die Bässe brummen und die Gitarren kreischen. Dabei kommen dann so nette Melodien wie im eröffnenden Anti-Glory heraus.

Ist der Gesang eher, nun, wie soll ich es nennen, zögerlich und monoton, ist es genau das, was eine klangliche Diskrepanz zu den voranpreschenden Instrumenten darstellt und einen nicht zu unterschätzenden Reiz dieses Debütalbums ausmacht.

So sind es auch die vermeintlich zurückhaltenden, langsameren Songs wie das instrumentale Bog Bog 1 oder World Of Pots And Pans die einen enormen Reiz versprühen.

Gedankenlos aber nicht planlos, ohne Bedenken mit großem Mut, so klingen sie und so machen sie einfach Spaß. Nicht pausenlos in strahlendem Gelb vom Sonnenschein, nein, eher auch einmal schräg und merkwürdig schön wie Slowdive.

Temporeich, zurückgenommen, nichts scheint unmöglich. Es rauscht, dröhnt, kreischt, es klingt manchmal ganz schön groß und beeindruckend, man wundert sich und fragt sich, wie das überhaupt zustande kommt.
Ob nun hymnisch, schräg oder zielstrebig direkt ins Gedächtnis, um sich einzubrennen, festzusetzen und zu innerlichen Freudensprüngen herauszufordern.

92/100

° ° °
HORSEGIRLVersions Of Modern Performance
Matador, 3.6.2022

Anti-Glory
Beautiful Song
Live And Ski
Bog Bog 1
Dirtbag Transformation (Still Dirty)
The Fall Of Horsegirl
Electrolocation 2
Option 8
World Of Pots And Pans
The Guitar Is Dead 3
Homage To Birdnocolars
Billy


// in english:

Who we are

You were so attractive, I could hardly breathe, yet I was invisible to you.

HORSEGIRL

are among a few other bands something like an act of the hour.
And at the end of the year their debut

Versions Of Modern Performance

will surely appear in many Best of the Year lists.

Rightly? Unjustly?
Well, you have to decide for yourself.
One thing is for sure, they can play music.
And write songs.
And hold suspense.

They would need a graphic designer for potential upcoming releases.

Whenever it rains.

This is the cumulation of shoegaze, wave, (post) punk, pop, indie, 60s, 80s….
We mix a lot of things, make our own sweetie out of it that comes across quite cool here and now and reminds many listeners of already known bands.
Whether the scratchy mixture with Sonic Youth would be a fitting comparison or rather the generous patronizing melodiousness of Dinosaur Jr., whether we hide or run away from the past, the untreated.
Or whether we want to show it to everyone, like the young Chicago ladies, precisely because they are up for it.

They come straight out of college and make music they like.
That’s the way it is and that’s exactly how it comes across.

They sound fresh, rebellious and have no desire for this uniform mush and let the drums circle, let the basses hum and the guitars screech. The result are nice melodies like in the opening Anti-Glory.

If the vocals are rather, well, how shall I call it, hesitant and monotonous, it is exactly this that represents a sonic discrepancy to the advancing instruments and constitutes a charm of this debut album that should not be underestimated.

So it is also the supposedly restrained, slower songs like the instrumental Bog Bog 1 or World Of Pots And Pans that exude an enormous charm.

Thoughtless but not haphazard, without hesitation with great courage, that’s how they sound and that’s how they are simply fun. Not non-stop in bright yellow from the sunshine, no, rather also once oblique and strangely beautiful like Slowdive.

Pacey, restrained, nothing seems impossible. It rushes, drones, shrieks, it sounds sometimes quite big and impressive, one wonders and wonders how that comes about at all.
Whether anthemic, oblique or determinedly straight into the memory, to burn in, to settle and to challenge to inward leaps of joy.

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