(photo & allrights: SUEDE / Facebook)

Brett Anderson ist und bleibt unschlagbar, ob er nun wild oder sanft daherkommt, ob langsam oder schnell, laut oder leise, hymnisch-traditionell oder ungewohnt energisch – und egal ob er inzwischen auch nicht mehr der Jüngste ist.

Während andere sich in musikalischer Veränderung versuchen ist

SUEDE

immer noch und immer wieder

SUEDE.

Darauf ist Verlass. Und das ist Anlass zu großer Freude. Jedesmal.
Hier verstellt sich niemand, hier werden in den neuen Songs die Dinge bearbeitet, denen sich Frontman Anderson und seine Mitstreiter in ihren aktuellen Lebensphasen stellen müssen.
Seien es gesundheitliche, kaum merkbare Veränderungen oder der Verlust geliebter Menschen – die, natürlich, mit zunehmendem Lebensalter sich entsprechend häufen.

Noch immer sind seine Hymnen die schönsten. Noch immer sind seine Falsetto-Ausflüge akustische Orgasmen mit dem Flair, ja dem Odem der Vergangenheit.
Aber natürlich nicht nur und beileibe nicht alles beruht auf früherer Erinnerung .
Autofiction ist weniger Pathos, weniger Britpop und weniger Glamour, hier ist mehr ich rege mich auf über dies und über das, über das Leben, über Umstände, Zustände, Absonderlichkeiten, Gefühle, Ängste, Verborgenes – und singe darüber.
Ungewohnt nach vorn geht es, drückend, beängstigend – wie der Alltag in dieser Zeit, an dem niemand vorbeigehen kann, ohne eine Meinung dazu zu haben.
Ob dies nun das angekündigte Punk-Album ist, überlassen wir den Einzelnen. Jedenfalls ist hier im Gegensatz zum letzten Blue Hour eher episch angelegten Sounds mit Sprechgesang deutlich mehr Energie und Aufgeregtheit vernehmbar. Allein zweimal dringen die leise(re)n Töne in den Vordergrund: Drive Myself Home ist ein in ruhigerem Fahrwasser drängelndes Songgut, The Only Way I Can Love You ist ein bestes Beispiel aus der Misere, dem Nicht-Entkommen-Können und der unaufhaltsamen, grausamen Banalität des Alltags und des Lebens, unstoppable, insofern man nicht selbst den Verfall beschleunigt und dem Altern ein vorzeitiges Ende setzt.

Ähnliche den Wegbegleitern von Placebo haben wir hier elektronische Gewalt, die aber im Fall von Anderson nicht über die Stränge schlägt sondern gekonnt eingefangen wird und die im Raum befindliche Energie im Moment eingefroren, festgehalten wird.

91/100
° ° °
SUEDEAutofiction

She Still Leads Me On
Personality Disorder
15 Again
The Only Way I Can Love You
Drive Myself Home
Black Ice
Shadow Self
It’s Always The Quiet Ones
What Am I Without You
Turn Off Your Brain And Yell


° ° °
in english:

Everything stays like never before

Brett Anderson is and remains unbeatable, whether he comes across as wild or mellow, slow or fast, loud or quiet, anthemic-traditional or unusually energetic – and no matter if he’s not the youngest anymore.

While others try themselves in musical change is

SUEDE
is still and always

SUEDE.

You can rely on that. And that is cause for great joy. Every time.
Here no one pretends, here the new songs deal with the things that frontman Anderson and his comrades-in-arms have to face in their current phases of life.
Be it health, hardly noticeable changes or the loss of loved ones – which, of course, accumulate accordingly with increasing age.
Still his hymns are the most beautiful. Still his falsetto excursions are acoustic orgasms with the flair, indeed the breath of the past.
But of course not only and by no means everything is based on past memory .
Autofiction is more less in pathos, less Britpop and less glamour, here is more I get upset about this and about that, about life, about circumstances, conditions, peculiarities, feelings, fears, hidden things – and sing about it.
Unusually forward it goes, oppressive, frightening – like everyday life in this time, which no one can pass without having an opinion about it.
Whether this is the announced punk album, we leave to the individual. In any case, in contrast to the last Blue Hour rather epic sounds with chanting is clearly more energy and excitement audible here. Alone twice the quiet(re)n tones come to the fore: Drive Myself Home is a song pushing in calmer waters, The Only Way I Can Love You is a best example from the misery, the can’t-get-away and the unstoppable, cruel banality of everyday life and life, unstoppable, as long as you do not accelerate the decay yourself and put an early end to aging.

Similar to the companions of Placebo, here we have electronic violence, which, however, in the case of Anderson does not go over the top but is skillfully captured and the energy in the room is frozen in the moment, captured.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..