Die Herzdamen und das verzückte Lächeln des Biests: STORM THE PALACE – La Bete Blanche (review)

(photo & allrights: STORM THE PALACE / Bandcamp)

° ° °


STORM THE PALACE

sind mittlerweile eine Institution hier bei guteshoerenistwichtig.
Um so wichtiger, hier und jetzt dieses neue Werk der Edinburgher Traumschar entsprechend zu würdigen.

Was für eine Kombo, was für ein Zusammenschluss verrückter Musiker diese Bandkonstellation darstellt, wird schnell klar, auch wenn man die familiären und anderen Herzensangelegenheiten der Bandmember nicht kennt: Hier wird Musik gemacht, die nicht nur ihren Gefühlen folgt sondern die auch ganz klar, mit Blut geschrieben wurde, Herzblut, weil, so ist das und so gehört das.

Das Biest ist da.
Ein gutes Biest, mit allen Wassern gewaschen und von allen guten Geistern besessen. Nicht verlassen.
Oder?

Das hier ist ein Fairytale encore, ein erneutes Abenteuer im Sagaland, in einer Welt in unserer Welt, vielleicht in unserer Phantasie existiert, vielleicht in unseren Gedanken, in unseren Träumen, vielleicht auch in der Kneipe nebenan beim Heimatklang-Festival?
Das hier ist ein wirkliches Abenteuer, ein großes Erleben, ein Spaß, ein Mitgesang, ein Hereinspaziert, ein Willkommensgruß, ein buntes, schillerndes Ding in schwarz-weiß, ein Viech, ein Biest, ein Märchentier, ein Ding mit einem bunten Irgendwas auf der Stirn.
Einhörner gibt es nicht und doch die Spannung, was uns auf der anderen Seite erwartet.
Ein heller Schein, ein Hauch von Mittelalter, von Staub in unseren Gedanken, einem Kerzenschein, flackernd und zauberhaft.

Zauberhaft wie Black Swans & Dragon Queens, ein schunkelndes, freudiges Musikstückchen, einschmeichelnder Gesang, offen und einladend wie der Lichtschein hinter der nur angelehnten Tür, während Du draußen davorstehst, die Nase läuft und Du Dich sehnst nach einem bequemen Sofa, einem Kaffee mit Freunden, einem Hallo und einer Umarmung, die das Gefühl herbeizaubert, ja, wir freuen uns, auf Dich und über Dich.



Wenn das Akkordeon Dich heranwinkt, die Violine Deinem Gang Einhalt gebietet, wenn Sophia die Geschichten erzählt, immer weiter erzählt, dann spürst Du das Alleinsein, in Dir drin, den Knochen aber auch in den Gedanken. Und es wäre doch so einfach, sich dazuzusetzen, sich dazugehörig zu fühlen.
Nur Mut, nur der Mut fehlt, dazu.
Abenteuer von der See, dem Meer, da fühlen wir uns Zuhause. Da kommen wir her, dahin gehen wir.
(The Selkie Of Wardie Bay)

Some Of The Beasts ist die Sehnsucht, die vertont zu Dir kommt.
Mit dem auf und ab des Meeres, mit dem Licht des Tages, der dunklen, schnellfliegenden Wolken, die sich immer vor die Sonne schieben, gerade, wenn Du Dich räkelst und streckst und der Sonne entgegenblicken möchtest.
Die Sehnsucht, unerfüllt und riesengroß.

Nicht immer ganz klar ist der Zusammenhang zwischen Traum und Realität, zwischen Leben und Gedanken, zwischen klarem Verstand und erfundener Songstruktur. Hier verschwimmt es, ein Flirren, eine Welle, die Dich umspült, kalt, klar, schmeichelnd, neblig, kühl.
Wer weiß es schon, ist es ein Gut oder ein Böse? Ein hell oder ein dunkel? Wie soll ich, wie kann ich?
(The Witch Bitch)

Die Versöhnung naht, bedrängt, schon ganz dicht, vor Augen, nur noch ein kleines Stückchen, ein kurzer Gang, ein Schritt nur, das Ausstrecken des Arms, ein Reach-out. (Frequencies To Victory)

Gab es auf dem letzten Album noch Songs über Pflanzen mit nahezu menschlichen Eigenschaften, so herrschen hier die Erlebnisse und Abenteuer aus dem Märchen- und Elfen- und Feenland vor, ebenso wie Erfahrungen jüngster Kindheit verwurschtelt und bearbeitet werden.

Das ist Musik der Künstler. Musik für kleine Ganoven, für Reisende, für Abenteurer, für Landeier und Schleiereulen, für Landstreicher und Helden.
Für stolze Eltern, für schräge Sprößlinge, Pilzsucher und Zauberer, für Druiden und Bänkelsänger.
Das ist Natur, das ist Klang, das ist Freude und Spaß.
Und es wirkt wie ein Zaubertrank, ein Erwachen aus einem Traum, aus dem es kein Entkommen gibt.

Sie machen Musik mit Herz.
Sie geben uns, was sie haben.
Und wir nehmen dankend und mit offenen Armen an, was wir kriegen können.

° ° °
95/100

STORM THE PALACE La B​ête Blanche

The Bramble Song
Born On The Other Side
Black Swans And Dragon Kings
Crow Guardians Of The Vortex (Eroticism And Decay)
The Selkie Of Wardie Bay
Some Of The Beasts And Birds We Saw
The Day That Never Was (Part 1)
Happily Ever After
She Knows
The Witch Bitch
Frequencies To Victory
Dream House
The Day That Never Was (Part 2)
Ragnar
Time Of The Bindweed

// in english:

The fantastic heart ladies and the ecstatic smile of the beast

STORM THE PALACE

have become an institution here at guteshoerenistwichtig.
All the more important to appreciate here and now this new work of the Edinburgh dream crowd accordingly.

What a combo, what a union of crazy musicians this band constellation represents, becomes clear quickly, even if you don’t know the family and other matters of the heart of the band members: Here music is made, which not only follows their feelings but which was also clearly written with blood, heart blood, because, that’s how it is and that’s how it belongs.

The beast is there.
A good beast, washed with all waters and possessed by all good spirits. Not abandoned.
Is it?

This is a fairytale encore, a new adventure in Sagaland, in a world in our world, perhaps existing in our imagination, perhaps in our thoughts, in our dreams, perhaps also in the pub next door at the Homeland-Soundscape-Festival?
This is a real adventure, a great experience, a fun, a sing-along, a come-in, a welcome, a colorful, dazzling thing in black and white, a critter, a beast, a fairy-tale animal, a thing with a colorful something horn on its forehead.
Unicorns do not exist and yet the excitement of what awaits us on the other side.
A bright glow, a touch of the Middle Ages, of dust in our minds, a candlelight, flickering and enchanting.

Enchanting as Black Swans & Dragon Queens, a swaying, joyful piece of music, ingratiating singing, open and inviting as the glow of light behind the door that is only ajar, while you stand outside, your nose running and longing for a comfortable sofa, a coffee with friends, a hello and a hug that conjures up the feeling, yes, we are looking forward, to you and about you.

When the accordion beckons you, the violin stops your gait, when Sophia tells the stories, on and on, you feel the aloneness, inside you, the bones but also in your thoughts. And it would be so easy to join in, to feel that you belong.
Be brave, sons and daughters, if only the courage is missing.
Adventure from the sea, the ocean, that’s where we feel at home. That’s where we come from, that’s where we go.
(The Selkie Of Wardie Bay)

Some Of The Beasts is the longing that comes to you set to music.
With the up and down of the sea, with the light of the day, the dark, fast-flying clouds that always push in front of the sun, just when you want to loll and stretch and face the sun.
The longing, unfulfilled and huge.

Not always quite clear is the connection between dream and reality, between life and thoughts, between clear mind and invented song structure. Here it blurs, a shimmering, a wave that washes over you, cold, clear, flattering, misty, cool.
Who knows, is it a good or an evil? A light or a dark? How shall I, how can I?
(The Witch Bitch)

Reconciliation approaches, pressed, already very close, before your eyes, just a little way to go, a short walk, just a step, the stretching out of the arm, a reach-out. (Frequencies To Victory)

While on the last album there were songs about plants with almost human characteristics, here the experiences and adventures from fairy tales and elves and fairies prevail, just as experiences of recent childhood are muddled and processed.

This is music of the artists. Music for little crooks, for travelers, for adventurers, for country bumpkins and barn owls, for tramps and heroes.
For proud parents, for weird sprouts, mushroom hunters and wizards, for druids and balladeers.
This is nature, this is sound, this is joy and fun.
And it works like a magic potion, an awakening from a dream from which there is no escape.

They make music with heart.
They give us what they have.
And we gratefully accept with open arms what we can get.

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