Villagers_{Awayland}_album_packshot_hires

My Lighthouse
Earthly Pleasure
The Waves
Judgement Call
Nothing Arrived
The Bell
{Awayland}
Passing A Message
Grateful Song
In A Newfound Land You Are Free
Rhythm Composer

Das musikalische Jahr Eins nach dem nicht stattgefundenen Weltuntergang beginnt mit
einem besondere Aufmerksamkeit verdienenden Werk.

Das zweite Album der

VILLAGERS

hat, wie nicht anders zu erwarten, ein enormes Potential.

Es erschließen sich mit jedem Hören neue Töne, Geräusche, Stimmungen und instrumentale Feinheiten,
die zunächst wie verkapselt
wirkenden Songs offenbaren und öffnen sich.

Mein absoluter Liebling ist Nothing Arrived in dem sowohl die fantastischen Songwriterqualitäten aufblitzen, genau wie die spielerische Herangehensweise der Band.

Conor O’Brien hat nichts von seinen stimmlichen Qualitäten eingebüßt, im Gegenteil, immer wieder eskapiert die Stimme, kaskadengleich heraneilend und über einen hereinbrechend, taumelnd, einschmeichelnd, einladend, fragend. Und immer wird sie gekonnt in die Songs eingebaut und passend eingesetzt.

Immer wieder werden wir von schmeichelnden Bläsern und Streichern umgarnt, ebenso häufig das feine Gitarrenspiel, der Spannungsaufbau, auch die Orgel wird eingebunden(The Bell) bevor Conor O’Brien wieder die stimmliche Führung durch den Dschungel übernimmt.

Was mit dem doch überraschenden Debüt Becoming A Jackal begann wird hier auf {Awayland} ausgebaut und fortgesetzt. Das malerische, umschreibende, umschweifende, verwirrend vertrackte.

Und trotz allem imposanten Drumherum geht es klar und gradlinig zur Sache: mit einer energisch anmutenden unterschwelligen Angriffslust ist Passing A Message ein Märchen im Ganzen, entlädt ein Pianogewitter, schräg, anklagend, sich steigernd und emporsteigend, einem Höhepunkt entgegenfiebernd, Bright Eyes-ige Song- und Erzählstrukturen schwappen über den Hörer herein, wabern, breiten sich aus, umgarnen, verzögern, treiben voran.

Wie eine Spinne, die ihr Netz spinnt, immer weiter, größer, dichter werdend, unausweichlich sich ausbreitend, alles gefangennehmend und festhaltend.
Auch wenn man zappelt und sich windet, es scheint kein Entkommen aus {Awayland} zu geben.

Du, mein Neugeborenes, so wunschlos, so frei, so unvorsichtig und wild, mit den Augen eines Heiligen und der Seele eines Diebes, Du bist nur wirklich frei in einem Land, das erst noch gefunden werden muss..

„Ich habe versucht, alles aus der Sicht eines Neugeborenen zu sehen. Stell dir vor, du wärst ein Baby. Und auf einmal könntest du sprechen. Was würdest du sagen? Eine ganze Weile lang wollte ich das Album „Birth“ nennen und auf das Cover einen kleinen Jungen stellen, der aufs Meer schaut … aber mittlerweile finde ich, das Album handelt viel mehr von der Wieder-Entdeckung der kindlichen Neugierde. Irgendwie scheinen wir, die über die Jahre zu verlieren.“

Auch der Rausschmeißer ist eher ein Erzählstück mit immer wieder anschwellender Orchesteruntermalung, zum Abschied ein sanftes Winken, kein Ende mit Knall.

{Awayland} ist ein Lehrstück für die Hörer, die Welt von Conor O’Brien ein wenig mehr ins Herz zu schliessen, etwas mehr zuzulassen und etwas mehr zu erfahren.

Faszinierend, symphonisch, vielstimmig und vielschichtig, differenziert und zart besaitet,
energisch trotz der offensichtlichen Ruhe und Entspanntheit.

92/100

Live

23.02.2013 Köln, Gebäude 9
26.02.2013 München, 59/1
27.02.2013 Berlin, Festsaal Kreuzberg
04.03.2013 Hamburg, Uebel & Gefährlich

4 Kommentare zu „Im Netz gefangen: VILLAGERS – {Awayland}

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