thosevetatheo

Ja, man kann sagen, die mag ich.
Nach der Veröffentlichung ihrer letzten Scheibe war ich ganz schön enttäuscht, dass sie ihre Tour nicht nach Wien führte. Nun gibt es neue Musik und sicher kommen sie bald. Bestimmt.

Blur The Line

ist das neue Album von Jessi Zazu, Nikki Kvarnes, Linwood Regensburg, Adrian Barrera und erscheint bei den sympathischen Menschen des OH WOW DANG-Labels.

Sie kommen aus Nashville und die Erwähnung dieser Stadt weckt in mir zwiespältige Assoziationen. Nashville klingt wie ältliche Herren mit Cowboyhut und entprechenden musikalischen Vorlieben.

THOSE DARLINS

hingegen mögen dankenswerterweise ganz andere Dinge und haben eine Spritzigkeit und eine geradezu verantwortungslose Lässigkeit..

Ihre Punkrock-Wurzeln verneinen sie zwar nicht, gelegentlich entgleitet einmal ein Song in Richtung liebhaben, der Stimmung willen heißt es aber gern einmal „Du mich auch“.

In ihrer schon im Vorfeld bekannten Single Oh God lassen sie diese schon gut über den Zaun hängen und kommen mit imaginärer Zigarette im Mundwinkel in unsere Wohnzimmer getigert. Verflixt ruhig. Man wartet den ganzen Song über auf einen Ausbruch. Hält die Spannung, die Gitarre fährt cool gleitend in einer Corvette über schnurgerade Highways.

Dem Titel des folgenden Stücks entsprechend geht es in In The Wilderness schon kratzbürstiger zur Sache. Die Portion Coolness wird aber natürlich nicht vergessen, rotzig und frech klingen sie. Fuzzy, bluesig und mit Tambourin.

Schade eigentlich, dass eine solch sympathische Band viel weniger Aufmerksamkeit bekommt als bis über den Würgreiz hinaus gehypete Musiker ohne Ausstrahlung. So ist das Leben.
Wie sagte schon ein deutscher Komiker mit ungepflegtem Haar vor rund 30 Jahren: „Lieber ein Leben in Nöten als ein Leben zu töten.“
Verharren wir also in der zweiten Reihe ohne Chance auf die breitwandige Erkenntnis der wahren Größe. Sei’s drum. Macht nichts und ändert auch nichts am Gefühl des „die mag ich“.

Auch im Nachfolgenden weeeept die Gitarre und lässt die 50ger Jahre wieder auferstehen. Ziemlich großartig tönt That Man.

So geht es denn weiter und weiter auf dieser Reise durch die Vergangenheit, es fetzt und fegt, klingt mitunter liebenswert altbacken.
Vor allem aber haben sie eines: Charme.

Nicht allein in She Blows gibt es auch diese Kaugummikauen-in-Heranwachsendem-Mund-Attitüde.
Ein Trip in die Vergangenheit, als Papi noch Haare und Mami noch Lockenwickler beim Cruisen auf der vom großen Bruder geliehenen Vespa hatte und das MIlchmischgetränk drei Groschen kostete, eine Fahrt im Kettenkarussel grad mal ein paar Pfennig und ansonsten die Welt noch in Ordnung war.

Wenn die Coolness nicht ein auferlegtes Attribut ist sondern einfach durch die Musik entsteht.
Wenn nicht allein das Hipster-Image entscheidend ist sondern der Spaß im Vordergrund steht.
Wenn durch die Musik die Gedanken im Kopf rasen und die Bildergeschichten nicht aufzuhalten sind.
Wenn eine Platte mich dazu anregt, ein altes Fotoalbum aus dem Schrank zu holen.
Dann ist alles gut.
Dann sind es mitunter

THOSE DARLINS.

tho

Oh God
In The Wilderness
That Man
She Blows
Optimist
Drive
Can’t Think
Baby Mae
Western Sky
Ain’t Afraid
Silence
Blur The LIne

° ° °

92/100

http://thosedarlins.com/

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.