fitz

Ist sein Bart noch länger geworden?
Immerhin sind seit „Gold In The Shadow“ fast vier Jahre vergangen und, Ihr wisst, Haare wachsen.

Nicht allein sein urtümliches Äußeres lässt

WILLIAM FITZSIMMONS

zu einer außergewöhnlichen Erscheinung werden.

Ein Mann. Seine Gitarre. Seine Gefühle. Seine Stimme. Seine Songs.
Er scheint Kraft getankt zu haben, nachdem er auf seinem letzten Langspieler eher zurückhaltend und in sich gekehrt, fast von Traurigkeit überwältigt zu sein schien, klingt vieles auf seiner neuen Platte wohlvertraut – aber eben mit neuer Energie.

Wie nicht viele andere, schafft er allein mit sich und seiner Stimme und meist nur akustischer Gitarrenbegleitung (ok, wir lassen das zarte Piano und die kleinen Streicher und auch die spärlichen Elektro-Instrumente mal außen vor) unnachahmlich tragisch-traurig-schöne Songs zu schreiben, die einfach – meist – einfach wohlklingend schön sind.
In der Ruhe liegt die Kraft, hat einmal ein schlauer Mensch gesagt.
Vielleicht war das ein entfernter Verwandter des Künstlers aus Springfield.

Trotz all der auf den ersten Blick in ihr wohnenden Traurigkeit ist diese Platte durchaus positiv und verbreitet Platte gute Laune, durch Ruhe und wohltuende Stille, keine überschwengliche, auch wenn den Songs natürlich wie gewohnt stets eine Intensität und ein großer Gefühlskuchen anhaftet.

Man muss nicht in diesen Klängen versinken, man kann dabei auch prima ein Buch lesen.
Die Musik kann im Hintergrund laufen ohne nur einmal störend zu wirken.
Man kann sich aber auch auf die Musik auf
Lions
Fitzsimmons‚ sechstem Album einlassen und wird nicht enttäuscht werden.

Vergleiche mit Songwritern wie beispielsweise Nick Drake oder gar Cat Stevens scheinen unbrauchbar und sind ebenso unnötig.

Centralia stellt in der Reihe der Balladen mit seinen beginnenden heavy Riffs eine Ausnahme dar, mündet aber doch nach kurzer Zeit in den gewohnt ruhigen Gewäsern, in denen sich Fitzsimmons einfach am wohlsten zu fühlen scheint.

Das wunderbare Duett Blood/Chest in der Mitte der Platte ist einfach grandios,
ein leise funkelndes Perle inmitten von gefühlsbe- aber nicht überladenen Balladen.

So sind es viele Kleinigkeiten, die aus einer einfachen Musik eine besondere machen.
Die Mühe, die Kleinode ans Tageslicht zu befördern, sollte man sich machen, denn wenn man sie erst einmal für sich entdeckt hat, wird man sicher ein ums andere Mal auf sie zurückkommen wollen.

Williamco
Well Enough
Josie’s Song
Brandon
Took
Fortune
Blood / Chest
Hold On
Centralia
From You
Sister
Lions
Speak

° ° °

williamfitzsimmons

92/100

Ein Kommentar zu „Ein Mann, sein Bart, seine Musik: WILLIAM FITZSIMMONS – Lions

  1. so beim durchscrollen des artikels erinnerte mich das bild, resp. der mann darauf an den anthrax mann. also von der band anthtrax. aber vermutlich sehen die meisten mit glatze und bart so aus.Btw. Fitzsimmons war mir bisland nur vom namen her ein begriff. ich höre da mit bestimmtheit in kürze mal genauer rein. klingt gut was du schreibst.

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